Geocaching Kurztrip nach Irland

Inhalt


Letztes Jahr feierte ein Freund einen runden Geburtstag und es fehlte lange Zeit die Idee für ein passendes Geschenk. Dann erzählte er, dass er den nächsten Länderpunkt plane: ein Cache in Portugal würde ihm nicht nur einen weiteren Länderpunkt bringen, sondern auch den bisher am westlichsten gelegenen Punkt. Da machte es klick, und auch wenn das Statistikkram ist, kam die Idee auf nach Irland zu fliegen. Dort war er noch nicht gewesen und im übrigen liegt Irland westlicher als Portugal. Gedacht, getan: es wurde nach Flügen recherchiert. Zunächst direkt nach Dublin. Schnell stellte sich heraus, dass die gar nicht immer sooo günstig sind und vor allem zu unmöglichen Zeiten stattfanden. Also wurde das Ziel nach Westen verlagert und siehe da, der irische Billigflieger machte seinem Namen alle Ehre: rund 40 € für zwei Personen von Frankfurt/Hahn nach Kerry und zurück. Der Einfachheit halber wurde gleich noch ein Mietwagen gebucht, Abholung und Rückgabe direkt am Flughafen. Das war sehr praktisch und so würde der Geocaching Kurztrip nach Irland problemlos verlaufen.

Tag 1: Abflug im Winter – Ankunft im „Frühling“

Am 20. Januar ging es los. Auf dem Weg nach Lautzenhausen war es bitterkalt und im Hunsrück kam noch Schnee dazu. Die Straßen waren jedoch frei und die Ankunftszeit am Airport Hahn entsprach der Planung. Nach einer Schleife zum Terminal wurde das Auto auf einem der Langzeitparkplätze (vier Tage für 12 €), welcher schon im Voraus gebucht war, abgestellt.

Die Unkenntnis darüber, dass Irland gar nicht zum Schengen-Raum gehört, erklärte die Passkontrolle und ein freundlicher Beamter sorgte für Aufklärung. Der Flieger startete pünktlich gen Nordwesten, der Sonne entgegen.  Die geschlossene Wolkendecke über Kontinentaleuropa machte leider, bis bereits Irland erreicht war, eine Positionsbestimmung unmöglich. Bei der Landung auf dem Kerry Airport strahlte die Sonne bei milden 10° Celsius. Was für ein Unterschied, gegenüber den -6° C im Hunsrück.

Kerry Airport im Sonnenschein

Am Mietwagenschalter war etwas Geduld angesagt, doch nach einer halben Stunde konnte der Mietwagen übernommen werden. Nun musste die erste Entscheidung getroffen werden: erst ins Hotel oder gleich los? Für letzteres gab es das Argument, die westliche Spitze der Halbinsel Dingle noch vor Sonnenuntergang erreichen zu können um einen tollen Sonnenuntergang zu erleben. Also ging es los und zum ersten Mal ging es darum auf der „falschen“ Seite fahren – eine wirklich spannende Erfahrung. Je näher die Westküste kam, desto schmaler wurden die Straßen, die noch dazu meistens von Mauern oder Hecken gesäumt sind.

Sonnenuntergang bei Dingle

Sonnenuntergang bei Dingle

Unterwegs wurde ein kurzer Halt in Dingle gemacht. Von dort kommen übrigens Walking on Cars, eine Band die derzeit ziemlich angesagt ist. Dingle hat knapp 1.800 Einwohner und den Delfin „Fungie“, welcher zur Freude der Touristen die Dingle Bay zu seiner Heimat gemacht hat.

Tief im Westen, wo die Sonne versinkt

Die Straße führte bis Coumeenoole bis zu einem Parkplatz. Weiter nach Westen kommt man mit dem Auto auch nicht. Das Ziel, der Geocache Great Blasket View, lag nur noch wenige hundert Meter entfernt. Um dorthin zu gelangen ging es über weiche Wiesen. Die Schafe trotteten gemächlich zur Seite um uns Platz zu machen. Es waren erneut Wolken aufgezogen, und das Licht erzeugte eine eigentümliche Stimmung. Irgendwie mystisch.

Great Blasket View

auf dem Weg zum Cache

Nachdem die Dose erreicht und der Eintrag im Logbuch erfolgt war, ergab sich die Möglichkeit den Ort zu genießen, denn es war genau so, wie es im Listing beschrieben wird:

“Feel the Wind in your Hair,
Smell the Salt on your Lips,
Breath the Freshness of the Air…
Time is standing still…
Inhale Freedom, enjoy the Loneliness.
Listen to the Silence of the Storm in your Ears,
And let your Eyes and your Mind follow your Spirit to Eternity…”

Auch wenn man nicht so der spirituelle Typ ist, war es absolut ergreifend, so intensiv spürt man die Natur selten!

Great Blasket View

Bei aller Naturverbundenheit gab es noch eine interessante Entdeckung. Als Smartphone-Cacher macht man natürlich auch die Fotos mit dem Smartphone. Dabei erfolgte die Feststellung, dass hier Mobilnetz und vor allem Datenempfang mit voller Stärke möglich war. Und tatsächlich konnten Fotos direkt vor Ort geteilt werden, und zwar rasend schnell. Das hat doch für Erstaunen gesorgt, denn dieser Landzipfel ist schon sehr abgelegen. Diese Erfahrung sollte sich den ganzen Trip über bestätigen, traumhaft für Onliner!

Ausklang des ersten Tages in Killarney

Mit diesen Eindrücken, zwischenzeitlich war die Sonne untergegangen, ging es zurück zum Auto, wobei unterwegs noch eine Dose gefunden wurde. Die Fahrt nach Killarney, wo die erste Übernachtung gebucht war, sollte gut eine gute Stunde dauern. Zeit genug das Erlebte Revue passieren zu lassen. Es herrschte Einigkeit darüber, dass es sich gelohnt hat! Sicher wäre es dort auch tagsüber schön, bei Sonnenschein, doch das hätte kaum ein Erlebnis mit dieser Stimmung erzeugt.

Schließlich wurde das Dromhall Hotel erreicht, die Herberge für die erste Nacht auf der grünen Insel. Killarney ist ein unglaublich sympathisches Städtchen, und obwohl es nur ca. 14.000 Einwohner hat, können hier mindestens nochmal so viele Gäste beherbergt werden. Hier gibt es, vom einfachen B&B bis zum 5-Sterne-Luxushotel, alles. Mit 4 Sternen, punktete das Übernachtungsdomizil, obwohl es ein richtiges Schnäppchen war. Alle Übernachtungen wurden via booking.com gebucht, denn da wurden immer die besten Preise angezeigt und auch die kurzfristigen Buchungen klappten problemlos. Es mag sein, dass es auch günstiger geht, doch das muss jeder selbst entscheiden. Wer nicht alles im Voraus planen will, dem kommt diese Vorgehensweise sicher sehr entgegen.

Der Ausklang des Abends begann zunächst bei Fish & Chips und endete anschließend im Pub bei einem Guiness.

Tag 2: Killarney National Park

Mit einem traditionellen irischen Frühstück begann die Vorbereitung auf den Tag. Dank Wasserkocher und Tee auf dem Zimmer konnten die  Thermoskanne gefüllt werden, denn trotz der milden Temperaturen in der Sonne, war es im Schatten noch recht frisch und es sollte zeitig losgehen um ein paar Geocaches im Nationalpark zu finden.

Ausgangspunkt war Muckross House, in den 1840er Jahren als Herrenhaus erbaut. Derzeit scheinen umfangreiche Renovierungsmaßnahmen durchgeführt zu werde, was wohl auch notwendig ist.

Muckross House

Muckross House

Das Haus liegt in unmittelbarer Nähe zum Muckross Lake, dem mittleren der drei berühmten Seen von Killarney. Der Ring of Kerry, die Panoramaküstenstraße des County Kerry, absolut sehenswert, führt ebenfalls hier vorbei. Dafür lohnt es sich auf jeden Fall nochmals nach Irland zu reisen. Das muss man in Ruhe genießen. Das gilt auch für den Wild Atlantic Way, welcher schon am Vortag ein kleines Stück weit befahren wurde.

Doch genug der touristischen Ausschweifungen. Auch wenn der Hauptgrund das Geocachen war, mussten zunächst eine ganze Menge Fotos gemacht werden. Es war ein phantastischer Morgen, und überhaupt war es pures Glück, von den statistischen 27 Regentagen im Januar, keinen einzigen zu erwichen. Stellvertretend für die vielen tollen Bilder, gibt es hier ein Panoramabild (drauf klicken für Vollansicht).

Muckross Lake Panorama

Muckross Lake Panorama

Es war einfach wunderbar am See entlang zu gehen und immer neue interessante Aussichten zu entdecken. Schließlich ging es weiter in Richtung des Lough Leane. Auf dem Weg dorthin gab es eine kleine Höhle zu durchqueren, diese führte durch einen kleinen Bergrücken. Es gab sogar einen Geocache darin.

Am Lough Leane, dem größten der drei Seen, passiert man Ross Castle, eine Trutzburg aus dem 15. Jahrhundert, welche leider im Winter geschlossen ist.

Ross Castle

Ross Castle am Lough Leane

Lough Leane

Lough Leane

Das nächste Ziel war die ehemalige Ross Island Copper Mine, zu der es einen interessant gemachten Earthcache gibt. Hier wurde schon in der Bronzezeit Kupfer abgebaut, in der Neuzeit dann auch industriell.

Von hier aus ging es zurück nach Muckross House und zum Parkplatz. Am Morgen dort angekommen, war man fast allein, doch das hatte sich zwischenzeitlich geändert. Der Parkplatz war voll und eine Menge Leute waren unterwegs: Spaziergänger, Jogger, Leute die ihre Hunde ausführten. Die Iren scheinen überhaupt ein sportliches Volk zu sein, selten sieht man soviele Jogger wie dort. Und die sind eisenhart: Nicht nur Männer, von denen wohl jeder zweite Rugby spielt, sondern auch Frauen liefen in kurzen Hosen umher. Als Tourist ist man doch lieber in warmen Outdoor-Klamotten unterwegs 😉 .

Fahrn, fahrn, fahrn, auf der Autobahn

Vor dem Aufbruch nach Bray gab es einen kleinen Zwischenstopp in Killarney, die Kirche sollte unbedingt eines Blickes gewürdigt werden. Danach stand noch ein Vesper an bevor es Richtung Limerick auf den Motorway ging. Die Fahrt quer durchs Land sollte dreieinhalb bis vier Stunden dauern, und es war bereits Nachmittag.

Auf der Fahrt gab es eine interessante Beobachtung zu machen. Im Westen sind die Leute viel relaxter, auch beim Autofahren. Das allgemeine Tempolimit auf der Autobahn liegt bei 120 hm/h. Die meisten waren jedoch gar nicht so schnell unterwegs. Das änderte sich sich je näher Dublin kam. Zum einen änderte sich die gefahrene Geschwindigkeit, mit 120 wurde man nur noch überholt, und zum anderen nahm die Verkehrsdichte deutlich zu.  Aber in Raum Dublin lebt auch fast ein Viertel der irischen Bevölkerung.

Ein Nachteil an Dublin ist, dass die Übernachtungspreise deutlich höher sind. Obwohl komplett außerhalb jeder Saison unterwegs, gab es nichts unter 130 € / Nacht. OK, B&B im Schlafsaal geht schon weitaus günstiger, wenn man das mag. Etwas Komfort darf es schon sein und dazu gehört auch Ruhe und Privatsphäre.

Bed & Breakfast in Bray

Außerdem stand ja der GC43 – Europe’s First auf dem Programm, und der liegt in Bray, einem Badeort südlich von Dublin. Das machte sich bei den Überbachtungspreisen positiv bemerkbar, auch wenn 80 € für eine Übernachtung nicht wenig sind. Dafür gab es dann ein recht geräumiges Zimmer mit eigenem Bad. Die Vermieterin war super freundlich, es war auch schon kein Problem erst relativ spät einzutreffen, was unterwegs telefonisch geklärt wurde. Nach dem Check In standen Abendessen und etwas trinken gehen auf dem Programm. Auf Nachfrage gab es einen Tipp, mitsamt dem Angebot des Hinbringens, denn das empfohlene Pub war doch ein paar Kilometer entfernt und das Auto sollte stehenbleiben. Zurück würde ein Bus fahren und so wurde das Angebot gerne angenommen.

An der Bar, an der Bar, ja was machen die da

Der Tipp der Vermieterin war die Harbour Bar, die beste Bar der Welt, jedenfalls 2010, so steht es auf deren Homepage 😉 . Beim Betreten der Bar war es noch überschaubar, wenn auch schon alle Sitzplätze belegt waren. Aber der erste Gang führt sowieso an den Tresen, um Getränke zu bestellen. Hier kommt man schnell ins Gespräch und in der Folge ergab sich ein sehr lustiger Abend mit Musik aus der Konserve, gut gemischt von einem DJ, und auch Live Musik einer örtlichen Band. Das Pub hatte sich ordentlich gefüllt, zwischenzeitlich konnte auch eine Sitzecke ergattert werden. Dort wurde man dann bedient. Zum Getränk des Abends avancierte dies hier:

jameson lime ginger ale

Jameson, Ginger and Lime

Nach Mitternacht ging es auf den Weg zurück zur Herberge. Während der Wartezeit auf den Bus ergab sich die Gelegenheit einen Cache zu loggen. Schneller als gedacht war die richtige Haltestelle erreicht, um  kurz darauf rechtschaffen müde ins Bett zu fallen. Ein herrlicher Tag war zu Ende.

Tag 3: Good Morning Bray

Nach relativ kurzem, aber tiefem und erholsamem Schlaf, stand erst mal ein ausgiebiges Frühstück an. Das zweite „B“ von B&B machte seinem Namen alle Ehre. Der Kühlschrank war voll mit Leckereien und das Beste war, es gab anständigen Kaffee! So gestärkt ging es alsbald los, hinunter zur Strandpromenade von Bray. Von hier aus sollten der GC43 und der Brayhead erkundet werden.

Blick auf Bray

Blick auf Bray

Zunächst kommt man am Crofton Bray Head Inn vorbei, ein Hotel, welches wohl mal glanzvolle Zeiten hatte, heute jedoch sanierungsbedürftig ist und zum Verkauf steht. Der dortige Cache wollte nicht gefunden werden. Auch beim Nächsten fiel der Fund schwer, scheinbar war der Koffeinlevel noch zu niedrig 😉 . Nachdem das Kliff mehrfach durchstiegen war, half dann doch der Hinweis. Ab da lief es dann. Zum folgenden Earth-Cache waren die Lösungen problemlos zu ermitteln, die Örtlichkeit war nun ja schon bekannt.

Earthcache

Auf dem weiteren Weg zum GC43, immer den Küstenpanoramaweg entlang, gab es noch ein paar andere Caches. Hier war übrigens, obwohl noch früh am Vormittag, ziemlich viel los. Dass die Iren ein sportliches Volk sind, das zeigte sich auch hier wieder. Jede Menge Jogger, Spaziergänger mit und ohne Hund nutzen diesen Weg. Rugbyspieler laufen natürlich in kurzen Hosen und man sieht ihnen den erhöhten Testosteron-Spiegel direkt an. Am krassesten waren jedoch die vielen Gruppen von Frauen, die fast immer einheitlich gekleidet waren: Sportschuhe, Laufhose, dicke Jacke und Handtasche. Meistens gingen sie im normalen Schritttempo und unterhielten sich. Es sah aber immer sehr sportlich aus!

GC43 – Europe’s First

Über eine Stunde nach dem Beginn der kleinen Tour, war es dann soweit: GC43 – Europe’s First lag da unter einem Steinhaufen. Soweit war das wenig spektakulär, wenn man mal davon absieht, dass es der älteste Geocache Europas ist. Wer das Listing liest weiß, dass der Cache im Mai 2004 ersetzt wurde, fast ein Jahr nachdem die ursprüngliche Dose verschwunden war. Seitdem hat sich jedoch die heute noch vorhandene Dose an der jetzigen Location, etwas mehr als 15 Meter vom originalen Platz entfernt, gehalten.

GC43 Europe's First

Wie schon beim GC77 – First Germany gab es auch hier also nicht mehr den originalen Cache zu finden. Die Dose ist eine ganz normale Munitionsbox und das Logbuch ist einfach ein dickes Notizheft. Keinerlei Brimborium, einfach „nur“ ein Cache wie tausende andere 😉 . Wenn es eben nicht Europe’s First wäre, und für die Statistik zählt nur das Versteckdatum, also Juni 2000.

Schön ist auf jeden Fall der Blick über die Irische See, das Vereinigte Königreich ist soweit weg, dass man es nicht sieht.

Bray Head

Nachdem GC43 nun erledigt war, ging es hinauf auf den Bray Head. Die Landschaft sah seltsam aus: frisch grünes Gras wuchs auf schwarzem Boden. Die Sträucher blattlos und schwarz verkohlt. Der Grund dafür ist ein Feuer, welches letztes Jahr im Sommer fast den ganzen Berg erfasst hatte.

Bray Head, Wicklow

Bray Head nach dem Brand

Zum Gipfel führen viele Wege, daher fiel es auch nicht auf, das hier schon vormittags eine Menge los ist. Oben, am Gipfelkreuz waren eine Menge Leute, ist die Aussicht doch recht schön da oben. Nach Osten schweift der Blick über die Irische See, nach Westen hinein ins Wicklow County und nach Norden auf Bray.

Blick am Gipfel des Bray Head

Blick auf Bray am Bray Head vorbei

So langsam wurde es Zeit für den Abstieg, zum einen weil auf dem Weg noch ein paar Caches lagen, zum anderen stand die Fahrt zurück auf die andere Seite der Insel an.

Interessant war, dass einige Caches als Letterbox/Hybrid deklariert waren, diese jedoch so gar nichts mit den hierzulande bekannten Letterbox-Caches zu tun haben. Zum Stempeln gab es nur ganz einfache (Kinder)Motivstempel und die Logbücher sowie die Dosen waren eher lieblos. Nichts was das Cacherherz höher schlagen ließ, so dass zügig das Auto angesteuert wurde.

Via Limerick nach Shannon

Das Ziel des Tages war ein Hotel in Shannon und auf dem Weg dorthin war ein Zwischenstopp in Limerick geplant. Dort angekommen wurde es bereits dunkel, doch das änderte nichts daran, dass sich die Stadt mit dem „Charme“ einer Industriebrache präsentierte. Man könnte meinen in Zwickau zu sein. Alte, teils beschädigte, teils verlassene Gebäude säumen die Straßen, dazwischen einzelne modernisiert. Zwei Straßen weiter eine glänzende Einkaufsmeile mit Fußgängerzone. Krasse Gegensätze, durchzogen vom Shannon, der hier schon sehr breit ist.

Shannon in Limerick

Shannon in Limerick bei Nacht

Vielleicht war es einfach nur der falsche Zeitpunkt und der erste Eindruck täuschte, so aber ging es nach einer guten Stunde schon wieder weiter in Richtung Shannon (Stadt). Im Hotel angekommen wurde eingecheckt und dann ging es in den Pub, welcher sich im Hotel befand. Bei einem Pint Cider entstand ein Gespräch mit einem irischen Rugbyspieler, dessen Mannschaft einen Sieg zu feiern hatte. So fand auch dieser Tag ein nettes Ende.

Tag 4: Vormittags Shannon – Nachmittags Rückreise

Der letzte Tag des Kurztrips brach an. Im Unterschied zu den anderen Übernachtungen gab es hier im Hotel ausschließlich „English Breakfast“, doch das war im Voraus bekannt und stellte somit kein Problem dar. Selbst früh am Morgen schmecken Baked Beans, Würstchen, Rührei und Speck. Gegrillte Tomaten gab es auch, und natürlich Toast. Ganz klassisch eben.

Sonnenaufgang am Shannon

Einer der schönsten Momente der ganzen Reise war dieser Morgen. Es war noch recht früh und die Sonne war noch nicht aufgegangen. Auf der kurzen Fahrt an den Shannon begann der Horizont sich zu färben und nachdem das Auto abgestellt war, führte der Weg buchstäblich in den Sonnenaufgang.

Sonnenaufgang am Shannon

Sonnenaufgang am Shannon

Neben dem fast mystischen Erlebnis am ersten Abend bei „Great Blasket View“ am Dunmore Head, war dieser Sonnenaufgang der zweite besondere Moment. So voller Frische und Kraft, die aufgehende Sonne über dem, aufgrund der Gezeiten, sich zurückziehenden Shannon, das Gras nass vom Tau der Nacht und an den Bäumen und Sträuchern bereits zartes Grün und sogar erste Früchte.

Erste Früchte

Natürlich gab es hier auch einen Cache zu finden. Das war allerdings gar nicht so einfach. Wenn man sich jedoch daran orientiert wie weit der Fluss bei Flut ansteigt, dann fallen einige potenzielle Verstecke buchstäblich ins Wasser und es bleiben nicht mehr so viele übrig.

Schließlich war die Dose gefunden, die Sonne aufgegangen und es wartete das nächste Ziel, nämlich der nahegelegene Shannon-Airport. Es kam sogar gerade ein Flieger an, so dass auch der Punkt Plane Spotting auf der Agenda abgehakt werden konnte. Jetzt wurde es auch schon Zeit, denn zum Flughafen von Kerry war es noch ein gutes Stück zu fahren. Um nicht hungrig ins Flugzeug zurück nach Deutschland steigen zu müssen, wurde unterwegs noch das Mittagessen organisiert.

Rückflug

Am Flughafen Kerry angekommen, erfolgte zunächst die Rückgabe des Mietwagens. Das ging überraschend schnell und komplikationslos, denn ein Servicemitarbeiter nahm das Auto schon auf dem Parkplatz entgegen und quittierte direkt den schadenfreien Empfang. So blieb zwar mehr Zeit bis zum Abflug als gedacht, doch letztendlich galt es diese Zeit zu überbrücken. Das war eine gute Möglichkeit das Mittagessen zu vertilgen, typisch irisches Sandwich. Vor Aufgabe des Koffers wurde nun noch der Getränkebestand reduziert, die Regeln für das Handgepäck sind ja bekanntermaßen rigoros. Schließlich ging es zum Sicherheitscheck und durch die Passkontrolle. Der Flieger kam pünktlich und bei frühlingshaften Temperaturen gingen die Passagiere über das Vorfeld zur Maschine und stiegen ein. Mit einem Turnaround von weniger als einer halben Stunde rollte das Flugzeug auf den Runway und hob gen Deutschland ab.

Vier spannende Tage waren nun vorbei, mit Eindrücken die bleiben werden. Slán go fóill!

Rückflug von Kerry nach Hahn


Tipps

Zum Abschluss noch ein paar Hinweise von mir zu Dingen, von denen ich denke, dass es nützlich ist diese im Voraus zu kennen, wenn man zum ersten Mal nach Irland reist.

  • Irland hat vier Flughäfen und ist von Deutschland aus gut zu erreichen. Am günstigsten fliegt man mit Ryan Air ab Hahn.
  • Übernachtungen sind außerhalb von Dublin wesentlich günstiger. Mit booking.com hat man eine sehr große Auswahl an Hotels und auch B&B.
  • Essen im Restaurant ist vergleichsweise teuer. Man bekommt jedoch überall Snacks und natürlich Fish & Chips (wer’s mag). Sandwiches mit verschiedensten Zutaten sind günstig und auch als warme Mahlzeit erhältlich.
  • Im Supermarkt bekommt man alles, was man auch bei uns so kennt. Besonderheit: viele frische Waren sind nicht verpackt und werden in Körben angeboten, z. B. Backwaren.
  • Für Raucher ist Irland ein richtig teures Pflaster, eine Schachtel Zigaretten kostet um die 10 €.
  • Auch wenn Guiness quasi das Nationalgetränk ist, muss man es nicht trinken 😉 . Es werden neben anderen irischen Bieren auch die europäischen Klassiker ausgeschenkt, und natürlich Cider in verschiedenen Variationen, der kommt dann auch aus dem Zapfhahn.
  • Mietwagen sind günstig und die Spritpreise analog zu unseren. Wem das Risko die 1600 € Kaution zu verlieren zu groß ist, der sollte eine CDW-Versicherung abschließen.
  • In Irland gilt Linksverkehr! Wenn man zu zweit ist und der Beifahrer mit aufpasst, bekommt man das schnell in den Griff.
  • Reisezeit: auch im „Winter“ kein Problem, Irland ist begünstigt vom Golfstrom.

 

Das könnte Dich auch interessieren...