Bombenstimmung durch Geocaches

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Seitdem es diesen Blog gibt, sammle ich Presseberichte zu Geocaching (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!) und wenn etwas immer wieder auftaucht, dann sind es Einsätze von Polizei, Feuerwehr, und/oder Kampfmittelräumdienst weil ein Geocache für eine Bombe oder ähnliches gehalten wird.

Schon wieder Bombenstimmung

Erst diese Woche wurde wieder ein Fall bekannt, bei dem ein Geocache in der Nähe einer Gasleitung Irritationen hervorgerufen hat, weil der Mitarbeiter eines Energieversorgers den Geocache nicht als solchen erkannte.

Das wirft schon die erste Frage auf: was veranlasst einen Cacheowner eine „Dose“ im Bereich von oder an Einrichtungen der Infrastruktur zur Energieversorgung und Transport zu verstecken? Mir persönlich fällt nichts ein, was das rechtfertigen könnte.

Bereits 2009 bekam ein Geocache im Bereich des Karlsruher Hauptbahnhofs große Aufmerksamkeit durch die Presse und seitdem sind mir bestimmt zehn weitere Fälle bekannt bei denen Bombenalarm ausgelöst wurde. Und das dürfte nur ein Teil der tatsächlichen Vorkommnisse sein.

Info der Bundespolizei

Aufgrund der zunehmenden Verbreitung von Geocaching und der zunehmenden Zahl von dadurch verursachten Problemen, sah sich die Bundespolizei veranlasst ein kleines Sonderheft mit dem Titel „Die Bundespolizei und das Geocaching“ zu erstellen und der Allgemeinheit als PDF zum Download zur Verfügung zu stellen.

Das Heft geht unter anderem auf ein paar besonders „originelle“ Geocacheverstecke ein und beschreibt Vorgänge, u. a. den von mir bereits genannten Fall am Karlsruher Hauptbahnhof 2009.

Unzulässige Bereiche für Geocaching

Auch die Geocaching Guidelines sind sehr klar in Bezug auf Bereiche, in denen keine Geocaches versteckt werden dürfen:

Geocaches werden nicht in Gebieten mit genehmigungspflichtigem oder verbotenem Zugang sowie nicht an anderweitig unangemessen Orten gelegt.

Zusätzliche Beschränkungen oder Gesetze, die nur in Deinem Land oder Gebiet gelten, können eine Geocache-Platzierung verbieten. Ein Geocache kann deaktiviert oder archiviert werden, wenn mindestens eine der folgenden Punkte zutrifft (Bitte beachte, dass diese Liste nicht vollständig ist. Es gibt viele weitere Gründe, warum ein Geocache deaktiviert oder archiviert werden kann.):

  • Wenn Dein Geocache vom Landbesitzer/Verwalter als „unerwünscht“ gemeldet wird, so respektiert Groundspeak dessen Wünsche und wird aktiv.
  • Das Geocacheversteck liegt in einem Gebiet, das auf zusätzlichen Fahrzeug- und Publikumsverkehr empfindlich reagiert, wie z. B. archäologische Ausgrabungsstätten, historische Stätten oder Friedhöfe. Einige Friedhöfe erlauben das Verstecken von Geocaches; bitte hole dann eine Erlaubnis ein.
  • Der Geocache wurde auf einem Gebiet versteckt, dass zu einer Bahntrasse gehört. In den USA müssen Geocaches mindestens 46 Meter von den Schienen entfernt liegen. Lokale Gesetze können andere Bestimmungen diesbezüglich enthalten.
  • Der Geocache ist aufgrund seiner Nähe zur öffentlichen Infrastruktur problematisch: Darunter fallen beispielsweise Autobahnbrücken, Dämme, Behördengebäude, Militärgelände, Schulen, Krankenhäuser, Flughäfen und andere ähnlich sensible Orte.

Vor allem der letzte Satz sollte einem zu denken geben. Und natürlich der Hinweis, dass die o. g. Auflisting nicht vollständig ist. um es dem einen oder anderen einfacher zu machen, hier einige Ergänzungen zu den Bereichen, die man besser nicht bedosen sollte:

  • Bahnanlagen, auch Straßenbahn, egal ob in der Nähe der Gleise, Behnsteige oder Haltestellen
  • Energieversorgung, z. B. Hochspannungsmasten, Trafostationen, Gasleitungen, Pipelines
  • Telekommunikationseinrichtungen wie Verteiler, Sendeanlagen

Geocaches immer beschriften

Ein Geocache soll immer als solcher erkennbar sein und dazu gehört auch, dass man ihn beschriftet und mit Kontaktdaten versieht. Idealerweise macht man das so, dass die „Dose“ nicht erst geöffnet werden muss. Auch hierzu sind die Guidelines eindeutig:

Kennzeichne Deinen Geocache.

Beschrifte einen Geocache deutlich als „Geocache“ und bringe den GC-Code auf der Außenseite an, um Verwechslungen und Alarm zu verhindern, wenn ein Geocache zufällig gefunden wird. Durchsichtige Behälter helfen zu zeigen, dass der Inhalt harmlos ist. Wenn der Behälter militärische Markierungen aufweist, empfehlen wir deren permanente Überdeckung oder Entfernung. Lege einen gedruckten „Geocache-Hinweis“ in den Geocache, der kurz erklärt, worum es sich bei dem Behälter und Geocaching handelt.

Wer für die Kennzeichnung von Geocaches auf Aufkleber und dergleichen zurückgreifen will, findet in den Geocaching-Shops jede Menge Material dafür. Ansonsten sind auch hier der Phantasie kaum Grenzen gesetzt, man sollte nur vermeiden seinen Geocache wie eine Bombe aussehen zu lassen 😉

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