MEGA Switzerland: Attended

Helping Friends

Wer hätte gedacht, dass die lustige schweizer Cachergruppe, die ich letztes Jahr in Prag getroffen habe, ein solch geniales MEGA- Event stemmen würde? Jemand drückte mir damals einen trackbaren Werbecoin in die Hand, der mittlerweile bestimmt schon weit gereist ist und viele Geocacher auf dieses großartige Event, in dem kleinen aber feinen Land Schweiz, aufmerksam gemacht hat.

Neun Monate später stand ich nun selbst in einer Helferschicht hinter dem Ausgabeschalter auf der für das Event angemieteten Pferderennbahn und konnte beweisen, dass Freunde nicht zur zum Treffen anreisen sondern auch zum Helfen.

 2800 Geocacher sollten an diesem Wochenende in Frauenfeld eintreffen und  eine perfekt vorbereitete Infrastruktur vorfinden.

 

Interview mit OK-Präsident Thomas Wattinger

Schon vor einiger Zeit hatte ich ein Interview mit OK-Präsident Thomas Wattinger alias Stettfurter für diesen Tag vereinbart. Von meinem Posten hinter dem Ausgabeschalter konnte ich ihn bereits in seinen Tätigkeiten beobachten: ein Anruf nach dem anderen traf ein, zwischendurch meldete sich das Walkie-Talkie. Als er Zeit für mich hatte, nahm ich im Transporter neben ihm Platz und während wir das Gelände abfuhren und er immer wieder Anweisungen gab, konnten wir uns ausführlich unterhalten. Schnell war mir klar, warum er der Kopf des OK-Teams war, denn Thomas ließ sich durch nichts aus der Ruhe bringen und beantwortete ganz nebenher freundlich meine Fragen. Seine hauptberuflich Tätigkeit im Projektmanagement prädestinierten ihn ebenfalls für diese Aufgabe.

1)  Wie lange habt ihr nun dieses MEGA –Event geplant?

Schon vor mehr als zwei Jahren sind die ersten Ideen für dieses MEGA-Event aufgetaucht. Wir haben bereits in Leipzig die Dosenfischer bei ihrem Konzert angesprochen und sie nach Frauenfeld eingeladen. Eine solche Band ist einfach ein Garant für großes Publikum. Wir (Team Ionpaint und ich) haben sogar unsere Urlaube verschoben, um in Leipzig und dann in  Koblenz die Sache in trockene Tücher zu bringen.

2)  Wie groß ist das Orga-Team?

Das Team bestand anfangs aus 22 Personen. Durch die immense Arbeit, die mit der Planung verbunden war, mussten einige abspringen, aber die 16 Personen, die bis zum Schluss dabei waren, haben wirklich außerordentlich gute Arbeit geleistet. Wie konnten uns immer aufeinander verlassen.

3)  Wie viele Stunden habt ihr mit der Organisation verbracht?

Wir hatten 27 OK-Treffen und 10 Kleinkonferenzen, natürlich kommen da noch die vielen Aufgaben dazu, die jeder einzelne übernommen hat. Wir haben z.B. das gesamte Buchungssystem selbst entwickelt. Seit Mittwoch sind wir alle ganztätig im Einsatz.

4)  Was war eure größte Hürde?

Die größte Hürde war für uns das Legen der Caches. Wir bemerkten erst sehr spät, dass das Gebiet um Frauenfeld quasi cachefreie Zone bedingt durch den Naturschutz war. Und obwohl wir mit dem Rennverein, der Stadtverwaltung, dem Militär, auf dessen Areal das Gelände ist, sowie dem Naturschutz lösungsorientiert zusammen arbeiteten, mussten wir etliche Einsprüche von Jagdgesellschaften und Gemeinden hinnehmen. Die Routen mussten mehrfach abgeändert werden, jede der 90 Dosen wurde gemeinsam mit Vertretern des Naturschutzes und des Forstamts beschaut. Erst am 14. April wurde per Gerichtsentscheid das Legen der Geocaches freigegeben. Uns fiel ein Stein vom Herzen.

4)  Wie seid ihr auf die Idee mit den Werbecoins gekommen?

Wir wollten die Idee unseres MEGA-Events möglichst weit verbreiten. Deshalb haben wir an zwei Sonntagen 500 Werbecoins aus Abfallprodukten von Blechen selbst gebastelt. Einige sind sogar in die USA und nach Neuseeland gereist.

5)  Wie fühlst dich nun kurz vor diesem Event?

Wir sind alle Amateure, die sich hier eingesetzt haben. Wenn die Leute merken, was wir hier gemacht haben, auch wenn mal etwas nicht ganz klappt an diesem Wochenende, dann ist alles ok.

Eintreffen der Dosenfischer

Wenige Stunden später rief mir Thomas zu, ich solle mitkommen, denn die Dosenfischer waren eingetroffen. Auf dem Parkplatz vor dem benachbarten Hotel standen alle vor dem Dosenfischer-Bus und freuten sich, dass die Idee, die vor zwei Jahren entstanden war, nun in die Tat umgesetzt werden konnte.

Ich fragte aba, was sie denn bewogen habe, ihr erstes Auslandskonzert in der Schweiz zu geben.

„Die Schweiz ist ein schönes Land! Wir waren uns alle einig, dass wir gerne hier auftreten würden.“

Netterweise genehmigte er auch den Mitschnitt eines Lieds beim Konzert und die Veröffentlichung hier im Blog.

Hello Geocacher!

Immer mehr Geocacher trafen auf dem Eventgelände ein und holten ihre Unterlagen an den Welcome-Desks ab. Später fanden sich alle auf der Tribüne ein, vor der eine große Bühne aufgebaut war. Nach dem Eintreffen der Pilger, die in den letzten 5 Tagen 145 km zu Fuß hinter sich gebracht hatten, wurden wir von einem abwechslungsreichen Programm überrascht. Das Highlight des Abends war der bekannte Finalist der Show „Die größten Schweizer Talente“, Fatlum Musliji, der wahre Begeisterungsstürme auslöste.

Meeting Friends

Das eigentliche MEGA Event am Samstag bot eine wahre Vielfalt an Angeboten. Natürlich waren hier auch die üblichen Geocacher- und Coinstände vertreten, an denen die Besucherströme nicht nachließen. Schon frühmorgens trafen sich die ersten Cacher, die auf dem Gelände entweder Indoor, Outdoor oder rustikal übernachtet hatte, in der Reithalle zum Frühstück. Hier war auch das große Logbuch aufgebaut, welches das Motiv des Listings wieder aufnahm: auf Leinwänden, die die Berglandschaft der Schweiz zeigte, konnte man seinen Namen auf kleine Holzklötzchen setzen.

Vielfältige Spiele, mit denen man an Verlosungen teilnehmen konnte, wurden angeboten. Stadtführungen und Radtouren wurden angeboten.

Meeting friends: welch schöneres Motto hätte sich das schweizer Orgateam für ihr MEGA Switzerland ausdenken können? Und so war hier auch die Gelegenheit, Freunde von nah und fern zu treffen und nicht nur das ein oder andere Wort zu tauschen.

Auch Stash-Lab, einer der dienstältesten* Reviewer Deutschlands, der, nebenbei bemerkt, auch leidenschaftlicher BGC-Leser ist, teilte diese Ansicht. “Es gibt Events, von denen man vorher weiß, dass sie gut werden”, so erklärte er mir seine Motivation, dieses MEGA zu besuchen.

Eventcoin

Hier traf ich auch auf den Künstler, der die Event-Coin entworfen hatte: Ivo Henggeler.

Unter dem Künstlernahmen Conivo gilt er in der Schweiz als einer der führenden Coindesigner. Er erzählte mir, dass für das Entstehen der Eventcoins 15 Entwürfe von ihm gefertigt worden waren. Nach dem Motto „Was lange braucht, wird endlich gut“ war letzendlich ein gelungenes Coinset entstanden. Das Hauptmotiv, zwei Menschen die sich die Hand schütteln, entspricht auch dem Motto des Events. Überall sieht man dieses Motiv, denn es ist auch auf die verschiedenfarbig gehaltenen Event-Shirts gedruckt.

 

Geocaches

Wer noch vor einem Jahr die Karte um Frauenfeld gesehen hat und mit der jetzigen vergleicht, weiss, was hier auch in diesem Bereich geleistet wurde. In wunderbarer Natur wurden schöne Tradirunden gelegt, deren Verstecke alle nah an den Wegen liegen. Eine Mysteryrunde informiert die Ratenden über Besonderheiten der Schweiz. Auch eine eigene Eventletterbox wurde gelegt.

Dosenfischer Open Air

Nach einem abwechslungsreichen Tag, an dem man immer wieder staunte über die Hilfsbereitschaft des OK-Teams, fand sich die große Cacherschar für das Konzert der Dosenfischer vor der Bühne ein. Die Künstler hatten sich in „hiesige Farben“ gekleidet, was sowohl Veranstalter als auch Fangemeinde begeisterte. Nur unterbrochen von Verlosungen toller Preise gaben sie ein dreistündiges Konzert, welches alle Kehlen heiser werden ließ. Die Schweizer Fans jubelten besonders über die von Sandmann gesungene Strophe in Schwyzerdütsch. Ein großartiger Tag ging zu Ende.

Time to say goodbye

Ein letztes mal trafen wir am Sonntag auf dem Eventgelände ein. Die Aufräumarbeiten waren schon im Gange.

Ein grandioses Event hatte hier an diesem Wochenende statt gefunden, so die Meinung all derjeniger, die ich getroffen habe. Eine wirklich außerordentlich tolle Leistung der Frauenfelder Geocacher, die hier im schönen Thurgau ein Superevent auf die Beine gestellt haben. Diese Ansicht teilte wohl auch die Sonne, die während des ganzen MEGA-Eventtags vom Himmel gestrahlt hatte.

Wir Nachbarn aus Baden teilen nicht die  Ansicht des OK-Präsidenten Thomas Wattinger, dass es ok sei, wenn alles gut über die Bühne gegangen wäre. Wir sind der Ansicht, euer MEGA war MEGA und sagen:

Danke, Grazie, Merci!

Helfercoin

* Änderung: nicht der Dienstälteste, sondern einer der Dienstältesten

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18 Antworten

  1. Christian Beckmann sagt:

    Ich kann den Bericht zumindest für die Teile vollkommen bestätigen, die ich selber mitbekommen habe 🙂 Es war ein sehr schönes Event und ich habe wieder viele Leute getroffen und so blieb am Ende sehr wenig Zeit zum Cachen. Aber da sind mir die vielfältigen Gespräche einfach wichtiger. Nur hat es leider nimmer zur Kostprobe der FTF-Bonbons gereicht, aber das wird schon noch mal 😉 (Sorry, Insider…)

  2. Tupperman sagt:

    oh oh, das stimmt nicht: Stash-Lab ist nicht der ‘mittlerweile’ dienstälteste Reviewer Deutschlands.

    • Wuselelfe sagt:

      Zumindest hat Stash-Lab dies auf meine Frage hin ausdrücklich betont: er sei um wenige Wochen der dienstälteste Reviewer. Es tut mir leid, wenn hier ein Missverständnis vorliegt.

      • Lotta sagt:

        Dann wird dann wohl ein Anderer bald gegangen damit Stash-Lab der dienstältest Reviewer ist.

        • webmicha sagt:

          Wir haben das geändert von “der Dienstälteste”, in “einer der Dienstältesten” und bitten um Entschuldigung.

          Wuselelfe + webmicha

      • stash-lab sagt:

        Liebe BGC Redaktion,

        vielen Dank für diesen tollen Bericht. Es war sehr nett, Euch auf diesem wirklich grandiosen Mega Event in Frauenfeld zu treffen, welches die schweizer Nachbarn auf die Beine gestellt haben.
        Doch bevor falsche Gerüchte aufkommen, möchte ich bezüglich “dienstältester Reviewer” (ob wichtig oder nicht) anmerken, dass hier evtl. ein Mißverständnis vorliegt, da ich nie behauptet habe, der dienstälteste Reviewer zu sein. In den Anfängen hat der immer noch aktive Reviewer erik88l-r (seit 2001) in Deutschland reviewed bis er 2004 von Laogai unterstütz wurde. ApproV kann bald sein 10-jähriges Jubiläum feiern. tupperman wurde 2007 als Reviewer rekrutiert.
        Hier kann man die komplette Historie der deutschen Reviewer einsehen.

        Ich hoffe, ich konnte etwas zur Klärung dieses Punktes beitragen.
        Viele Grüße
        Andreas aka stash-lab

  3. Rikli25 sagt:

    Ein schöner Bericht, der die Wahrheit ins Tageslicht gerückt hat. Es war mein erster Mega-Event und ich möchte keine Minute missen. Einfach genial, was das OK-Team auf die Beine gestellt hatte. Das Angebot war für Klein und Gross sehr unterhaltsam.

    Es ist mir besonders aufgefallen, wie sauber das Gelände während der ganzen Zeit war und wie geduldig die hungrige Cacher in der Schlange standen, was auch dem Grillmeister aufgefallen war und es ebenfalls lobte, als ich mich mit ihm gestern Abend unterhielt.

    Vielen Dank an alle fleissigen Helfer und ein mega Dankeschön ans OK-Team für diesen wahnsinnigen Einsatz und für die lange Planung.

  4. Sissi Voss sagt:

    ApproV ist mit Abstand der dienstälteste Reviewer. Und aba schreibt man aba.

  5. Minz sagt:

    super Bericht, liest sich gut. Schade dass das versäumt habe.

  6. DFA sagt:

    Hi,
    war wirklich gelungenes MEGA und durch das weitläufige Gelände mit den diversen runden entstand nie der Eindruck einer Massenveranstaltung. DANKE!!

    Wir sind am Sonntag noch mal nach Frauenfeld um den LAB fertig zu machen… am Samstag kamen wir nicht mehr auf die entsprechende Seite ;o(

    Leider gabs bisher kein Souvenir obwohl wir die 10 Zähler nun auf der Uhr haben ;o) … und das war das Ziel unserer Begierde, denn soviel MEGA´s mit LAB giebts ja nun auch nicht rund um den Bodensee.

    Hab ich im Bezug auf den LAB was überlesen ??

    Grüsse von Konstanz

    • stettfurter sagt:

      Hallo DFA

      Wir müssen uns entschuldigen. In der englischen Beschreibung der Lab-Anleitung wird von einem Belohnungsbild gesprochen, welches nach Eingabe des 10. Lab – Codes erscheint. In unseren weiteren Planungen haben wir plötzlich von Souvenir gesprochen.
      Bis gestern Abend dachte auch ich immer noch, es gäbe ein Souvenir…

      Als Trost haben wir ein Souvenir gestaltet, welches auf unserer Homepage von MEGA Switzerland übernommen und ins Profil eingefügt werden kann.

      Nochmals Sorry

      Gruss Thomas

      • webmicha sagt:

        Für das Loggen des MEGA Events gab’s aber ein Souvenir, da war ich dann doch überrascht. Oder ist das normal bei MEGAs?

  7. stettfurter sagt:

    Das wiederum ist völlig normal.
    Falls der Event-Owner kein Souvenir erstellt macht die Groundspeak.

    So gibt’s wenigsten ein Souvenir 🙂

  8. stettfurter sagt:

    Ach ja, wenn ich schon am schreiben bin…

    Es tönt zwar so richtig schön dramatisch mit den 30 Einsprachen von Jägern. Dies wurde etwas falsch verstanden.

    Anfangs Januar gab es im Rathaus von Frauenfeld eine Einspracheverhandlung, an der über 30 Personen teilnahmen. Einsprachen von Jagtgesellschaften und Gemeinden gab es glaube ich 5 oder 6.

    Wären nach der Überarbeitung des Kantonetrails noch einmal Einsprachen eingegangen, hätten wir keine Zeit mehr gehabt, um etwas zu unternehmen.

    Die erste Eingabe erfolgte im April 2013…

    Ende Gut… Alles Gut 🙂

    Gruss

    Thomas

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