Nr. 5 lebt!

Bildquelle: ESA

Im August wurden zwei Satelliten für das zivile europäische Navigationssystem Galileo von einer russischen Trägerrakete in einer falschen Orbitalhöhe abgesetzt. Nachdem zunächst unklar war ob die beiden Satelliten damit unbrauchbar sind, konnte einer ( Nr. 5) zwischenzeitlich auf eine höhere Umlaufbahn gebracht und am vergangenen Samstag sogar in Betrieb genommen werden. Das teilte die ESA heute in einer Pressemitteilung mit.

Auf diesselbe Weise soll auch Nr. 6 in seine richtige Umlaufbahn gebracht werden. Wäre ja schön wenn das klappt, dann kämen wir der Nutzungsmöglichkeit wieder einen großen Schritt näher.

Galileo sollte ursprünglich schon 2008 einsatzbereit sein, doch durch Finanzierungsprobleme und Streit mit den USA verzögerte sich das Projekt immer wieder. Ziel ist bis 2019 den Regelbetrieb aufzunehmen.

Warum Galileo?

Im Gegensatz zu NAVSTAR-GPS (USA) und GLONASS (Russland) ist Galileo ein Projekt unter ziviler Kontrolle und somit stünde es auch in Krisen uneingeschränkt zur Verfügung. Die Amis und Russen können bei ihren Systemen die Genauigkeit für die zivile Nutzung künstlich verschlechtern, was man ab und zu merken kann wenn auf der Welt größere Militäraktionen durchgeführt werden.

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5 Antworten

  1. eigengott sagt:

    Galileo ist keineswegs ein rein ziviles Projekt sondern soll selbstverständlich auch europäische Militär- und Sicherheitskräfte unterstützen. Dies mit besonders abgesicherten Signalen des „Public Regulated Service“. https://www.thetrumpet.com/article/3092.27561.89.0/world/military/eu-admits-military-use-for-galileo?preview

    Das geht dann bis hin zum Einsatz nuklearer Waffen: http://www.theregister.co.uk/2013/07/10/euro_gps_alternative_galileos_passes_spook_test/

    Und selbst wenn Europa selbst es nicht als militärisches System ansähe, dürften eventuelle Feinde da anderer Ansicht sein und es als attraktives Ziel sehen. Galileo ist aber vergleichsweise schwach gegen militärische Angriffe geschützt – das betrifft zum einen die Bodenstationen, zum anderen die Fähigkeit der Satelliten den Ausfall der Bodenstationen eine Weile autark zu überstehen.

    • webmicha sagt:

      Ok, da hab ich mich nicht ganz richtig ausgedrückt: Galileo wird unter ziviler Kontrolle betrieben.

      • eigengott sagt:

        Nun, auch GPS steht seit 2004 unter ziviler Kontrolle (National Executive Committee for Space-Based Positioning, Navigation and Timing). Selective Availability ist seit Mai 2000 abgeschaltet und wird in den kommenden GPS III Satelliten nicht mehr implementiert. Seit dem Aufkommen von Differential GPS macht Selective Availability ohnehin keinen Sinn mehr. Lokale GPS-Störsender sind da zielführender.

  2. Silva Nigra sagt:

    Hinzu kommt, dass noch garnicht sicher ist, ob die bessere Genauigkeit gegenüber GPS für die zivile Nutzung, kostenfrei sein wird. Galileo ist und bleibt eine Totgeburt.

    • webmicha sagt:

      Von einer Totgeburt kann man kaum sprechen, immerhin funktioniert das System bereits, auch wenn das bisher kaum öffentlich bekannt ist und sich das Projekt insgesamt deutlich in Verzug gegenüber der ursprünglichen Planung befindet. Aber wir sind auch keine „vereinigten Staaten“ und daher haben es europäische Projekte immer wieder schwer. Ich finde schon, dass es für uns Europäer notwendig ist eigenständige Systeme zu haben. Ob der gemeine Geocacher letztendlich etwas davon haben wird sei mal dahingestellt.