Geocaching zerstört die Natur?

Wenn du auf die Frage „Stimmt es, das Geocaching die Natur zerstört?“ direkt mit JA oder NEIN beantworten kannst, dann klicke hier und du brauchst auch gar nicht mehr weiterlesen 😉

Ist es wirklich so einfach?

Meiner Meinung nach kann man diese Frage nicht einfach mit Ja oder Nein beantworten, und schon die Fragestellung an sich zeugt meines Erachtens lediglich von einer simplen Polemik, die weder der oft geäußerten Kritik am Geocaching gerecht wird, noch die Hintergründe wirklich beleuchtet.

Trotzdem ist diese „Umfrage“ in den letzten beiden Tagen in verschiedenen Kanälen gepostet wurden, mit der Aufforderung an Geocacher doch daran teilzunehmen. Dabei sind auch verschiedene Diskussionen zur Sinnhaftigkeit einer solchen Umfrage entstanden, und zum Glück gibt es jede Menge Geocacher die sich kritisch mit so etwas auseinandersetzen.

Geocaching und Natur

Geocacher nehmen gerne für sich in Anspruch, dass das Naturerlebnis im Vordergrund steht. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, solange dieses Naturerlebnis auch naturverträglich ist.

Leider gibt es jedoch immer wieder Cacher, denen ganz offensichtlich nichts daran liegt auf die Natur Rücksicht zu nehmen. Diese bahnen sich im Wald ihren Weg quer durchs Unterholz anstatt auf den Wegen zu bleiben, sie leuchten nachts den Wald mit zigtausend Lumen aus, und das zum Teil in Horden. Dass Geocaching auf diese Weise die Flora und Fauna nicht nur stört sondern auch schädigt, das erschließt sich diesen Cachern offensichtlich nicht.

Natürlich trifft so ein Verhalten nicht auf die große Masse der Geocacher zu, doch leider geraten wir durch die wenigen, denen Regeln und Naturschutz egal sind, immer wieder in Verruf.  Wenn sich also Waldbesitzer sowie Verantwortliche von Forst und Jagd darüber aufregen, dass Geocacher den Wald zu allen möglichen Zeiten unsicher machen, dann kann ich das zum Teil schon nachvollziehen. Allerdings kritisieren viele auch zu unrecht, einfach weil sie sich nicht mit Geocaching auskennen.

Geocacher sind nicht allein im Wald

Die Geocacher stellen wohl die kleinste Gruppe der Waldbesucher, denn es sind wesentlich mehr Spaziergänger, Wanderer, Jogger und Radfahrer unterwegs. Allerdings trifft man diese selten abseits der Wege an und in der Regel sind diese auch nicht nachts unterwegs. Neben den Geocachern sind die Mountainbiker die zweite Gruppe, die regelmäßig kritisiert werden. Letztere, weil sie sich oft über das Wegegebot hinwegsetzen und auch schon mal andere Waldbesucher gefährden wenn sie irgenwelche schmalen Trails runterbrettern oder mit vollem Karacho Wege kreuzen.

Doch Fingerpointing bringt uns nicht weiter, genauso wenig wie Versuche alles zu beschönigen und sich der Kritik, berechtigt oder nicht, zu entziehen.

Geocacher sind Teil der Natur!

Wohl jeder Geocacher geht lieber in der Natur Dosen suchen als im urbanen Umfeld (was auch seine Reize haben kann). Je ursprünglicher die natürliche Umgebung, desto empfindlicher ist die dort vorhandene Flora und Fauna. Wir Geocacher haben es selbst in der Hand wie wir wahrgenommen werden. Für mich gehört dazu, dass Dialog besser ist als Konfrontation, das ist auch eine Motivation warum ich diesen Blog betreibe.

Jeder Geocacher sollte der Natur, und damit der gesamten Pflanzen- und Tierwelt, den Respekt entgegenbringen den sie verdient. Das heißt, dass schädigende Eingriff vemieden werden, sei es als Suchender oder Owner von Dosen. Ein Owner trägt m. E. eine noch größere Verantwortung, denn er muss davon ausgehen, dass es Cacher gibt die nicht besonders rücksichtsvoll sind. Das kann und muss man beim Auslegen eines Caches berücksichtigen! Sensible Bereiche sind tabu und es gibt in der Regel auch keinen vernünftigen Grund warum eine Dose 50 m abseits vom Weg im tiefsten Wald liegen muss. Da ist die Cacherautobahn vorprogrammiert und das kann schnell  die Verantwortlichen auf den Plan rufen, denn die erkennen schnell ob es sich um einen Wildpfad oder eine Trampelspur von Menschen handelt.

Und wer einfach mal den zuständigen Förster anspricht wenn er einen Cache im Wald auslegen will, wird feststellen, dass diese dem Geocaching gegenüber gar nicht abgeneigt sind. Sie wissen nur gerne was in ihrem Revier los ist und geben auch gerne Ratschläge wo ein Cache besser nicht platziert werden sollte weil sie natürlich wissen wo sich die Tiere aufhalten oder besonders sensible Bereiche sind.

Wer das jetzt gelesen hat, und immmer noch die eingangs gestellte Frage mit einem einfachen Ja oder Nein beantworten kann, der soll oben auf den Link klicken 😉

Ich bin gespannt was ihr dazu sagt und stelle mich gerne der Diskussion!

Das könnte Dich auch interessieren...

2 Antworten

  1. Zappo sagt:

    Im Gegensatz zur offensichtlich vorherrschenden Meinung bin ich nicht der Ansicht, daß Geocaching die negativsten Auswirkungen im Bereich der Vollpfosten und Vandalen hat – die hat man in einem gewissen Prozentsatz bei allem – ob bei Motorradfahrern, beim Mountainbiken oder beim Sonntagsspaziergang.

    Sondern in der Hyperaktivität des ganz normalen Cachers, der Menge der sinnlos ausgeworfenen Dosen und des damit verbunden Trafics und der Begleiterscheinungen.

    Der entscheidende Punkt eins ist die Cachedichte – egal welcher Art der Cache ist. Wenn auf 5 km irgendwo 3 Dosen liegen mit dementsprechendem vernachlässigbarem Traffik, wird es manchen egal sein.

    Wenn aber alle 200 Meter eine Dose liegt – ob „Runde“ oder Powertrail – und die Übersichtskarte auf der untersten Zoomstufe nur noch Dosen zeigt, oder gar ein sinnbefreites „Bild“ auf der Karte, dann wird es einigen Verantwortlichen eben zuviel. Insbesonders, wenn die mitkriegen, wieviel und welche Klientel das anlockt.

    Und der entscheidende Punkt zwei ist, daß wir den negativen Auswirkungen des Cachens keinen positiven Aspekt mehr entgegenstellen können. Wenn die Störung der Natur durch eine Dose mehr als aufgewogen wird dadurch, daß da ein Lerneffekt, ein Bildungsaspekt oder eine Art „Sightseeing-Heimatkunde“ erzeugt wird, kann schwerer jemand was dagegenhaben, als wenn das alles nur der Onanie einiger Schmerzbefreiter dient – so wie jetzt. Auch eine Wandermarkierung oder ein Waldlehrpfad ist erstmal ne Naturstörung – wird aber in der Summe und in seiner Wirkung als sinnvoll erachtet.

    Dieses Pfund, mit dem man hätte wuchern können, haben wir leichtfertigerweise aus der Hand gegebe. Durch Zulassen unterster Ansprüche bzw. Unterlaufen derselben – und durch Zuwiderhandeln gegen den eigenen Step one.

    Gruß Zappo

  2. Clownfisch sagt:

    Ich möchte jetzt mal gar nicht auf die Diskussion als solches eingehen, da wurde in der Vergangenheit schon genug geschrieben und gesagt.

    Die ISPO-Community startet in letzter Zeit öfters Umfragen mit provokantem Inhalt. Dann schickt sie Sockenpuppen und Trolle los, damit die in FB-Gruppen und Foren die Links zu diesen sinnbefreiten Umfragen verbreiten. Dann wird auch mal gefragt, ob man erst ein richtiger Bergsteiger ist, wenn man einen 4000er bestiegen hat oder ob es einen „Kletterführerschein“ braucht.

    Einer dieser „Umfrageverbreiter“ ist beispielsweise ein Maurice Wittkens. Googlet einfach mal „Maurice Wittkens ispo“. Ihr seht dann schnell, dass da ein System dahintersteckt.

    Es geht nur um Klickzahlen. Sowas nennt man dann wohl hausintern Socialmediamarketing. Also am besten diese ISPO-Umfragen einfach ignorieren.