GeoToken: Alternative zur Geocoin?

Bunte Kunststoff-Tiere und blaue Plastik-Coins

Bereits zu Weihnachten bekam ich eine eigene „Wusel-Raffe“ aus durchsichtigem Kunststoff im schimmernden Samtbeutelchen geschenkt.

Wuselraffe

Von befreundeten Cachern erhalte ich immer wieder bunte Kunststoff-Objekte in verschiedenen Farben, Formen, mit Trackingnummern und Namen bedruckt. Das ganze meist äusserst liebevoll in Tütchen verpackt und mit kleinen Süßigkeiten versehen: freundliche Gesten die persönliche Erinnerungen hinterlassen. Pinkfarbene Raben, schwarz-grüne Wohnwagen die von handgefertigten Schildkröten gezogen werden, Überraschungsbriefe mit bunten Fischen und geheimnisvollen Vampirkatzen mit Pferdchen verblüffen und erfreuen mich. In Dosen finde ich blaue Kunststoff-Favoritenpunkte und Miniaturbärchen mit winzigen Lamas lugen hervor.

Lamas Token

Token-Tausch-Gruppen und Presseausweis

Immer wieder begegnete mir der Begriff „GeoToken“. Es gibt Token-Tauschgruppen auf Facebook und eigene Token-Events wurden schon veröffentlicht.

Überrascht war ich auch, als ich eine Woche vor dem Frankfurter MEGA einen Presseausweis als Token mit „badengeocaching.de“ und individueller Trackingnummer erhielt und der Option, für 30 € 50 kleine Trackables in gleichem Design erwerben zu können. Viele andere Blogger waren auf dem MEGA mit diesen kleinen Token unterwegs und verlosten sie sogar auf ihren Websites.

Prässe Token

Habe ich etwas verpasst? Ist das die Alternative zur schönen, bunten, schweren Geocoin, die geradezu eine Leidenschaft von mit ist? Fast habe ich das Gefühl, ich muss auch mal etwas zurück schenken, bei der ganzen bunten Plastikflut, die sich mittlerweile in einem Beutelchen gut behütet bei mir befindet.

Ich beschloss, mich endlich mal näher mit diesem Thema zu befassen.

In Frankfurt traf ich mich mit Mario Kahn, dem Erfinder der GeoToken und Betreiber des bekannten LaserLogoShops.

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Was ist eigentlich ein GeoToken?

Kurz gesagt: die persönliche Visitenkarte eine Cachers, die er in einem Cache hinterlassen oder anderen Cachern schenken kann, bestehend aus einer individuell gefertigten Plexiglas- oder Holzform.

Seit wann gibt es diese Token?

Als ich im März 2012 arbeitslos wurde, kam ich auf die Idee, mir ein neues Betätigungsfeld zu suchen. Ich war vorher IT-Manager und bin seit 2011 auch dem Cachen hoffnungslos verfallen. Die Idee war nun, beides miteinander zu verbinden und zu meinem Beruf zu machen. Ich stieß auf einen Artikel in dem berichtet wurde, dass 2004 in den USA in vielen Dosen laminierte Visitenkarten von Cachern zurück gelassen wurden. Da war die Richtung für mich klar und ich überlegte mir, dass ich solch bleibende Visitenkarten fertigen könnte.

Wie werden Token hergestellt?

Der Cacher sucht sich eine zu ihm passende Grafik heraus. Diese wird computergesteuert aus einer 30×60 cm großen Plexiglas- Platte mit dem Laser herausgeschnitten. Mit dem Laser wird ebenfalls die Oberfläche angerauht und Konturen sowie auf Wunsch auch Nickname und Trackingnummern eingraviert. Ich arbeite hier mit dem Programm Corel Draw.

Wurde diese Innovation mit Groundspeak besprochen?

Natürlich war das notwendig. Zuständig ist hier Annie Love, die auch die Formalitäten rund um die Geocoins unter sich hat. Sie kontrolliert die Token und es kam auch schon vor, dass eines abgelehnt wurde, weil es etwas zu spitz war und eine Verletzungsgefahr gesehen wurde. Ausserdem ist Annie für die Vergabe der Trackingnummern und Genehmigung der Icons zuständig. Im Headquarter stieß die Idee mit den Token auf offene Ohren.

Was muss man eigentlich konkret tun, wenn man einen eigenen GeoToken möchte?

Entweder man hat bereits eine Zeichung oder Skizze oder sucht sich diese z.B. unten den Stopgrafiken, die günstig zu kaufen sind, aus. Ich arbeite aber auch gerne mit der Mietzecacherin zusammen, die immer wieder Entwürfe übernimmt oder überarbeitet. Im nächsten Schritt wird dann ein Prototyp erstellt und mit dem Kunden besprochen. Es gibt viele Möglichkeiten, einen Token zu fertigen: verschiedene Farben, aber auch unterschiedliche Materialien in transparent, regenbogenfarbig aber auch in Holz. Natürlich wird dann auch zusammen überlegt ob der Token eine Trackingnummer oder gar ein Icon erhält. In der Regel werden dann die Token in zwei bis drei verschiedenen Farben zu je 25 Stück gefertigt. Ungefähr 80 € muss man für einen Satz eigener Token ausgeben.

Du hast nicht nur GeoToken sondern andere tolle Dinge in deinem Sortiment?

Ich fertige auch sogenannte GCCs (GeoCoinCollectoren). Diese bieten die Möglichkeit einer phantasievollen Aufbewahrung von Coinsets für Sammler. Passend zu den Gecoins wird ein Motiv entworfenund aus Plexiglas ein Aufsteller gefertigt, in dem sich die Coins als Schmuckstück befinden.

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Mario, du bist auch Mitorganisator der sogenannten „Winter-Spendenaktion“. Seit Wochen sammelt ihr schon Coin-und Tokenspenden, denn André Schröter und du habt ein tolles Projekt zur Unterstützung der Kinderkrebshilfe geplant. Viele, viele Cacher haben euch bereits besondere Coins zugesendet und auch die Shops, Podcasts und Blogs unterstützen euch tatkräftig.

Ich bin begeistert, dass so viele Geocacher die Möglichkeit, etwas Gutes zu tun, wahrnehmen. Wir werden alle Spenden in sogenannte „Wundertüten“ zusammen fassen und diese im Winter wiederum an die Cacher-Comunity verkaufen. Auch an meinem Stand nehme ich Coinspenden entgegen und hoffe, dass wir gemeinsam möglichst vielen Kindern und ihren Familien helfen können.

Winterspenden

Denkst du, dass die GeoToken nun die Geocoins ablösen werden?

Nein, das glaube ich nicht. Aber sie bereichern die Geocaching-Szene und sind eine Alternative für Cacher, die es nicht so dicke haben. Mit geringem finanziellen Aufwand kann so jeder zu einem Personal Token kommen, den er verschenken und tauschen kann. Dies trägt wiederum zum Finden neuer Freunde bei: das ist doch auch der Sinn des Geocachings.

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1 Antwort

  1. Mike sagt:

    Hallo, ich benutze die GeoToken als Ersatz für verschwundene Coins und TB´s. Denke das ist eine kostengünstige Alternative. Außerdem kann man die Kunststoff-Tiere als kleines kostengünstiges Geschenk an seine Cacherkollegen weitergeben.
    Viele Grüße aus Hessen