Geocaching – nur was für Freaks?

Du rennst also in Deiner Freizeit mit einem GPS-Gerät im Wald rum und suchst Plastikdosen? – Aha!

Diese Reaktion kennt wahrscheinlich jeder von uns. Doch bevor ich hier weiterschreibe, stelle ich mich kurz vor, schließlich bin ich neu hier.

Mein Name ist Florian Neumeister und ich bin ein 24 Jahre alter Student, gebürtig aus Villingen-Schwenningen, derzeit aber in Nordbaden wohnhaft.

Was hat mich nun zu diesem Artikel bewogen? Nun, ehrlich gesagt, meine Kommilitonen. Viele von ihnen konnten mit dem Begriff Geocaching nur wenig anfangen. Der ein oder andere brachte „Schnitzeljagd“ damit in Verbindung – mehr allerdings nicht. Jedoch waren alle samt der Auffassung, dass das Geocachen kein normales Hobby ist, sondern nur etwas für „Freaks“. Irgendwelche komischen Typen irren mit einem GPS umher und suchen nach irgendwas.

Bin ich etwa ein Freak??

Zu Beginn meiner Caching-Karriere letztes Jahr kannte ich wissentlich nur einen Geocacher. Einen Typen, 30+, VfB-Fan. Nun, letztere Eigenschaft mag für das Geocachen lediglich eine untergeordnete Rolle spielen, soll an dieser Stelle dennoch nicht unerwähnt bleiben.

Bei einem gemeinsamen Wochenende mit der ehemaligen Jugendgruppe in der Nähe von Zell im Wiesental sollte es also auf meine erste Cacherunde gehen. Dieses Tour hat mich mit dem GC-Gen infiziert und so kam es, dass ich mich nach dem Wochenende intensiv mit Geocaching beschäftigte und anfing, auf eigene Faust Dosen einzusammeln. Da waren die Nanos in der Stadt, die Dosen im Wald und die Filmdosen in der Telefonzelle noch furchtbar spannend und ich freute mich, etwas gefunden zu haben.

Überall Dosen

Irgendwann fing ich dann an, überall wo ich unterwegs war nach Geocaches in der Nähe zu suchen. Manchmal im Vorfeld, manchmal direkt vor Ort.
Meine Freunde waren da jedoch nicht immer begeistert, sind wir doch z.B. mal durch Bratislava in der Slowakei marschiert, um einen kleinen Nano zu finden, der dann leider just an diesem Tag gemuggelt wurde. Kein Erfolgserlebnis für mich, genervte Blicke meiner Freunde. Klar, denn wer sucht, der will auch finden.

Ist die Dose am Ende wirklich alles?

Sicherlich gibt es viele Caches, bei denen diese Frage mit einem einfachen JA zu beantworten ist. Jeder weiß, wovon ich schreibe: Ein PETling mit einer 1/1-Wertung hinter einem Vorfahrtsschild. Jeder von uns nimmt diesen mit, wenn er in der Nähe ist. Aber extra deswegen losfahren? Nee! Zugebeben, am Anfang habe ich das gemacht. Aber schnell habe ich gemerkt, dass mir das keinen Spaß bringt. Und so fing ich an, mich mit Mutis und Mysterys zu beschäftigen. Und hier kommen wieder meine Kommilitonen ins Spiel.

Jetzt ging es plötzlich nicht mehr darum, schnell irgendwo hinzulaufen und ein Logbuch zu suchen; jetzt mussten Aufgaben bewältigt und Rätsel gelöst werden. Und das war manchmal ganz schön knifflig!

Am Ende: Wieder eine Dose. Aber die ist ja eigentlich nur die Belohnung für die vorausgegange Mühe. Der Weg ist das Ziel – Dieser ausgeleierte Spruch trifft für mich auf’s Geocaching vollkommen zu. Sei es die Geschichte oder die Umgebung bei einem Multi oder der Lösungswegs bei einem Mystery. Immer ist es doch der Weg bis zur Dose, der fordert und Spaß macht.

Geocaching ist mehr als eine Dose!

Wenn am Ende dann natürlich noch eine mühevoll gestaltete Dose auf einen wartet, dann macht die ganze Sache doppelt Spaß.

Zugegeben, manche der Geocacher sind schon ganz schön speziell… Aber ist das beim Tennis oder im Fußballverein anders? Ich denke nein.

Besonders bei jüngeren Leuten genießt Geocaching meiner Erfahrung nach nicht immer ein besonders hohes Ansehen. Vielleicht ist das einen Generationenfrage. Aber ich bin froh, zwischenzeitlich einige meiner Freunde „infiziert“ zu haben.

Zu erkennen, dass es beim Geocaching nicht darum geht, eine Plastikdose zu finden, sondern vielmehr um alles andere drumherum, war für meine Freunde der Anreiz, auch mal mit in den Wald zu kommen.

Und bereut hat es bisher keiner!

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