Naturdenkmal als Cache: ein no go!

Heute habe ich in den Tweets von JR849 etwas entdeckt, was mich mal wieder am gesunden Menschenverstand von Cachern zweifeln lässt.

JR849-JR849-auf-Twitter 2014-04-04 20-12-11In diesem Fall ist das Naturdenkmal ein Baum, was den Owner der Dose dazu veranlasst hat einen T4,5 Cache darin zu plazieren.

Das ist ein ganz klares no go! Für ein Naturdenkmal gelten dieselben strengen Schutzmaßnahmen wie für ein Naturschutzgebiet. Ein Naturdenkmal ist auch als solches gekennzeichnet, sprich mit einem Schild versehen.

Statistik vor Naturschutz?

In fast zwei Jahren wurde der Cache über hundert Mal geloggt, dabei wurden Leitern mitgebracht und sogar Seile eingebaut um an die Dose zu kommen. Es will mir nicht in den Kopf wie man überhaupt auf die Idee kommt ein Naturdenkmal zu beklettern. Und selbst erfahrene Cacher mit zigtausend Funden stören sich nicht daran sondern machen munter mit.

Und dann kommt da einer, ein Neuling, und schreibt einen NA-Log und begründet dies ganz selbstverständlich mit dem Argument, dass der Baum ein Naturdenkmal sei.

Daten-und-Kartendienst-der-LUBW

Daten- und Kartendienst der LUBW

Den Reviewer, der den Cache mal freigegeben hat, trifft dabei m. E. keine Schuld. Einzelne Naturdenkmäler sind ohne Hinweis nicht zu verifizieren, man muss da schon gezielt recherchieren um sie auf den entsprechenden Kartendiensten zu finden. Und es liegt, wie wir alle wissen, in der Verantwortung des Owners zu gewährleisten, dass sein Cache den Richtlinien entspricht.

Objektinformation

Objektinformation

Jedenfalls wurde der Cache umgehend archiviert und der Owner räumt hoffentlich die Dose ab damit niemand mehr in „Versuchung“ geführt wird.

Finger weg von Naturdenkmälern

Egal ob es sich dabei um einen Baum, eine Trockenmauer, einen Brunnen, eine Höhle oder sonst etwas handelt. Ein Naturdenkmal darf auf keinen Fall bedost werden. Und keine Sorge, eine Naturdenkmal ist beschildert, man kann es nicht übersehen.

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4 Antworten

  1. knoepfchendruecker sagt:

    Beim „Fahrrad Highway“ kommt allerdings noch erschwerend hinzu, dass D1/T4,5 eine nicht gerade häufige Wertung ist und allein diese Wertung so manchen Matrixcacher aus dem Umland angelockt haben dürfte.

    Tatsächlich ist sehr vielen T4+-Ownern nicht klar, wo man was auslegen darf, daher gab es in der letzten Zeit eine sehr genaue T4+-Kontrolle der Reviewer.

    Mein persönliches Lowlight war ein T5-Cache an einem weit ausladenden Ast einer Pappel – und das stand auch so im Listing. Warum Lowlight: im Kletterkurs wurde vor Pappeln explizit gewarnt; die Faserausrichtung im Holz sorgt dafür, dass diese unter Belastung zerspalten können und man als Kletterer (egal ob mit oder ohne Seil) da schnell ein Fall für den Notarzt wird.

    Als Owner kann man aber auch sehr empfänglich für noch so zarte Kritik sein, wie Aus der Mitte entspringt…ein Baum zeigt: der Baum war auch ein Naturdenkmal, bereits die ersten Cacher haben Spuren hinterlassen, innerhalb von Rekordzeit war der T5-Cache archiviert und wenige Tage später ein T2-Gedächtniscache 20 Meter weiter ausgelegt, der den Cachern den eindrucksvollen Baum zeigte und über das Listing auch etwas Problematik des bedosten Baums aufklärte.

    Auch, wenn nicht jeder in der Lage ist, die Ausführungen des Owners zu verstehen und „T2“ mit „T5“ verwechselt, ist mir dieses Naturdenkmal als auch der Nachfolgecache sehr positiv in Erinnerung geblieben

    • mhebel sagt:

      Da will ich mich als damaliger Owner von Aus der Mitte entspringt…ein Baum und vom T2-Nachfolgecache auch noch zu Wort melden. Die Einsicht war bei mir schnell aufgekommen, dass hier besser nicht geklettert werden sollte. Der Baum ist allerdings kein ausgewiesenes Naturdenkmal, auch wenn er diese Auszeichnung verdient hätte.

      Gruß
      mhebel

    • mhebel sagt:

      Ergänzung: Die oben gezeigte Kartenfunktion von LUBW ist sehr interessant, kannte ich noch nicht. Die „Drillingseiche an der Schöllbronner Steige“ ist darin tatsächlich als Naturdenkmal ausgewiesen, wenn sie auch vor Ort keine „grüne Plakette“ hat.
      Wenn man Menschen (Cacher) an interessante Stellen führen will, so hat meine Erfahrung von damals mit dem T2-Variante hinter dem Baum aber gezeigt, dass ca. 5% Leseunwillige trotzdem erstmal draufklettern. Ist also auch nicht die optimale Lösung und daher habe ich auch diesen Cache im Okt. 2012 entfernt und archiviert.

  2. badnerland sagt:

    Naturdenkmale sind keineswegs immer vor Ort beschildert. Aber bei einem eindrucksvollen alten Baum sollte einem der gesunde Menschenverstand schon sagen, daß Beklettern problematisch sein könnte. Ein Armutszeugnis für die Cacherszene, wenn 100+ Hobbykollegen das nicht von selbst merken oder nicht merken wollen. 🙁

    Naturdenkmale müssen übrigens nicht Einzelobjekte sein, es gibt auch viele sog. flächenhafte. Ich habe selbst eine Dose am Rande eines solchen liegen. Da ist Betreten oft nicht verboten, lediglich schädigende Eingriffe – mir ist allerdings unklar, was genau darunter fällt. Eine Klärung seitens der deutschen Reviewer wäre nicht verkehrt.