Geocaching in Karlsbad bei Karlsruhe

Mitte Oktober letzten Jahres gab es einige Aufregung, als die Gemeinde Karlsbad die Entfernung von Geocaches verlangte (wir berichteten). Das Ganze war eine höchst seltsame Geschichte, denn die Begründung zur Entfernung, die Caches würden in Naturschutzgebieten liegen, ist haltlos weil unzutreffend.

Anfragen bei Gemeinde und Forstamt

Für uns war das Anlass genug der Sache nachzugehen und daraufhin habe ich umgehend mit der Gemeinde Karlsbad sowie dem zuständigen Forstamt im Landratsamt Karlsuhe Kontakt aufgenommen.

Die Gemeinde Karlsbad meldete sich einen Tag später und begründete das bekannte Vorgehen so:

„… die Gemeinde ist seit geraumer Zeit im Gespräch mit dem Forstamt des Landratsamtes Karlsruhe, da es immer wieder zu Problemen mit privaten Caches kommt. Das LRA hat der Gemeinde auf einer Karte von Geocaching.com die Caches aufgezeigt, die sich an in einer naturunverträglichen Stelle befinden. Geocaching.com hat uns einen Leitfaden zur Verfügung gestellt, wie mit solchen Caches verfahren werden soll, die entfernt werden müssen. An diese Vorgehensweise hat sich die Gemeinde gehalten.

Wir hoffen auf das Verständnis der Cacheeigentümer, da es sich wahrscheinlich auch um Unwissen handelte, dass die Caches an einer naturunverträglichen Stelle (z.B. Nistplätze etc.) ausgelegt wurden.“

Aufgrund der unbefriedigenden Aussagekraft in Bezug auf die angemahnten Caches, schrieb ich erneut an die Gemeinde und führte aus, dass die getätigte Vorgehensweise nicht glücklich sei und wir Cacher mehrheitlich sehr wohl die Belange der Naturverträglichkeit beim Auslegen von Caches berücksichtigen, zumal es dazu einige Möglichkeiten gibt im Vorfeld zu überprüfen ob beispielsweise Schutzgebiete tangiert werden. Hierauf kam jedoch nie mehr eine Antwort.

Spekulationen um gemeindeeigene Geocaches

Nun lässt sich trefflich spekulieren was die Gemeinde zu einer solchen Vorgehensweise verlasst hat. Dass damit Platz für eigene Geocaches geschaffen werden sollte, dürfte auf die Gemeinde eher nicht zutreffen. Wie andere Gemeinden würde Karlsbad dies als Auftrag an einen Dienstleister vergeben und hierbei gab es noch nie Konflikte mit bestehenden Geocaches.

Anordnung des Forstamts

Da sich der Kontakt zur Gemeinde Karlsbad als wenig fruchtbar erwies, konzentrierte ich mich in der Folge auf das Forstamt.

In einer ersten Stellungnahme bestätigte das Fortamt, dass es die Beseitigung oder Verlegung der genannten Caches angeordnet hat, da Geocaching an diesen Standorten zu Konflikten mit den Belangen des Naturschutzes, der Forstwirtschaft oder der Jagdausübung geführt habe. Gleichzeitig gäbe es aus forstlicher Sicht nichts gegen das Geocaching einzuwenden, wenn sich die „user“ als Gäste in der Natur fühlen und auf die anderen Belange Rücksicht nehmen.

Vor-Ort-Termin kommt nicht zustande

Zur Besprechung der weiteren Vorgehensweise sollte ein Ortstermin vereinbart werden, allerdings wurden mehrere Vorschläge von mir, sowie den an einer konstruktiven Lösung interessierten Ownern und einem Reviewer, der sich zwischenzeitlich eingeklinkt hatte, abschlägig beschieden. Hierfür wurden Terminschwierigkeiten mit den zuständigen Revierleitern und  Arbeitsüberlastung angeführt. Man sei aber selbstverständlich gesprächsbereit.

Nachdem ich Mitte November, nach einer Erinnerung, dem Leiter des Forstbezirks sogar meine Telefonnummer für eine kurzfristige Terminvereinbarung übermittelt hatte, trat im Anschluss jedoch endgültig Funkstille ein.

Unbefriedigende Situation

Das Jahr ging ohne eine weitere Reaktion des Forstamtes zu Ende, auch von der Gemeinde Karlsbad war nichts mehr zu vernehmen, denn die betroffenen Cacheowner bekamen ebenfalls keine Antworten auf ihre eigenen Nachfragen. Also schrieb ich vorletzte Woche nochmals ans Landratsamt um den Ball wieder aufzunehmen, doch wie schon davor gab es darauf keine Reaktion. Nach wie vor bleibt also die unbefriedigende Situation in Bezug auf die weitere Entwicklung des Geocaching in Karlsbad bestehen.

Um die Sache, nach drei Monaten vergeblichen Bemühens, vorerst abzuschließen, ging heute folgende Mail an den Forstbezirksleiter im LRA Karlsruhe:

„Wir hätten es sehr begrüßt gemeinsam mit Ihnen die in Karlsbad aufgekommenen Konflikte zu erörtern sowie im Gespräch mit dem Forst durch Austausch von Informationen eventuelle zukünftige Konflikte zu vermeiden. Nach den ausbleibenden Antworten auf unsere zahlreichen E-Mails verstehen wir es so, dass seitens des Forstes keine Notwendigkeit an gemeinsamen Gesprächen besteht. Demnach können weiterhin Geocaches ausgelegt werden. Natürlich werden wir, wie bisher auch, keine Caches in ausgewiesenen Naturschutzgebieten platzieren sowie Flora und Fauna nach bestem Wissen und Gewissen schonen. Sollte einer Ihrer Revierleiter Anlass zu berechtigter Kritik sehen, bitten wir darum mit dem jeweiligen Owner des Caches in Kontakt zu treten. Die bloße Entfernung und Einbehaltung eines Geocaches ohne weitere Information hilft niemandem.

Sofern Sie doch das Bedürfnis haben mit uns sprechen zu wollen, sind wir dafür auch ohne konkreten Anlass offen.“

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2 Antworten

  1. Seekers98 sagt:

    Wenn ich sowas lese, kriege ich gleich schlechte Laune. Kompliment an webmicha für die Hartnäckigkeit. Da wir die Hintergründe für die Nichtbeantwortung der Emails aber nicht kennen, kann man dazu aber nicht viel sagen, sondern sich nur über diese Ignoranz/Gleichgültigkeit/WasAuchImmer wundern.

  1. 21. Januar 2014

    […] Seekers98 bei Geocaching in Karlsbad bei Karlsruhe […]