Geheime Coin-Welten: SSoCA

Das erste mal begegnete ich dem Namen SSoCa, als ich im September letzten Jahres eine Coin von Jeremy Irish  geschenkt bekam. Im Netz waren kaum Infos zu finden. Nur bei der SSoCA erfuhr ich, was ich wissen wollte. Durch mein Faible für Geocoins sollte ich bald in näheren Kontakt mit dieser geheimnisvollen Gemeinschaft kommen.

Was bedeutet SSoCA?

Einige sogenannte „Coinverrückte“aus Deutschland, der Schweiz und Österreich haben sich durch ihr gemeinsames Hobby, dem Sammeln von Geocoins, näher kennen gelernt und beschlossen 2012, eine besondere Gruppe zu gründen: die SSoCA. Dies steht für „Secret Society of Coin Addicts“- geheime Gemeinschaft der Coinsüchtigen.

22 Gründungsmitglieder, die sich im Laufe der Jahre ein enormes Wissen in Sachen Geocoins angeeignet hatten, wollten ihre weltweiten Kontakte zu nutzen, um gegenseitig ihre Coinsammlungen zu vergrößern.

Keine einfache Angelegenheit, denn der Tausch von Geocoins ist, wie ich mittlerweile weiß, vor allem bei seltenen Coins manchmal äußerst schwierig. Wie hilfreich, hier also Gleichgesinnte zur Seite zu haben. Ausserdem gibt die SSoCA ihr Wissen gerne weiter und hilft Interessierten, gerne auch Anfängern, einfache und auch detaillierte Fragen zur Geocoins zu beantworten.

BANNER SSoCaDatenbank für Geocoins: Coin-Wiki

Auf der Website der SSoCA wurde  eine Liste aller Geocoins, die jemals gefertigt wurden, angelegt. Zu den einzelnen Coins wurden und werden Datenbanken  im Coin-Wiki eingerichtet, die von der Allgemeinheit genutzt werden können. Hier sind alle Interessierte aufgefordert, sich zu beteiligen und Infos zu Geocoins in die Listen einzupflegen.

SSoCA Geocoin

Für die eigene Gruppe wurde im März 2013 die ersten SSoCA – Geocoins designt.  Louis Cifer hat in Zusammenarbeit mit der SSoCCA und mygeocoin.de das Layout der in der Coin-Comunity heiß begehrten SSoCA-Coins entwickelt. Diese Coins ähneln im Aussehen einem Wachssiegel. Das Motto der SSoCA ist unübersehbar: Friendship, Honor, Secrecy. Sechs verschiedene Designs gab es bis jetzt vor kurzem: die Jahrescoins 2012 und 2013 für den „gemeinen Coiner“. Interessanter sind jedoch die limitierten Auflagen, die sich „Friends“, „Supporter“ und „Beginners“ nennen. Letztere Coin gibt es nur 22 mal und es ist wohl klar, wer diese Coin sein eigen nennen darf. Welches die Bedingungen für den Erwerb der roten „Friends-Coin“ oder gar der blauen „Supporter-Coin“ sind, hat sich mir bis heute nicht erschlossen, wenn ich mittlerweile auch stolze Besitzerin einer roten SSoCA Coin bin!

FB-Gruppe ist die Internetplattform

Die Internetplattform, auf der man sich austauscht, ist die Facebook-Gruppe „Gecoins-sammeln-tauschen“. Über tausend Mitglieder hat diese Gruppe mittlerweile. Als ich die ersten Posts dort mitbekam, merkte ich gleich, dass hier ein enger Zusammenhalt zwischen einigen der Mitgliedern besteht. Man erklärte mir, dass sich einige hier schon lange kennen würden- heute weiß ich, was das bedeutet. In dieser Gruppe kann man Coins tauschen, mit Gleichgesinnten über Coins chatten und so einiges über seltene Geocoins erfahren- was ich sehr hilfreich finde.

Geheimnisvolles tut sich

Aufregung hatte die Gruppe im Dezember erfasst: immer wieder erhielten einzelne Mitglieder geheimnisvolle Briefumschläge mit dem Absender der SSoCA. Ein Token war der Inhalt: Grund zur Riesenfreude der Glücklichen, die diesen begehrten Brief erhielten.

Nachdem ich fleißig Coins gekauft und getauscht hatte, flatterte auch bei mir pünktlich zum Weihnachtstag dieser hoch interessante Umschlag ins Haus: die Aufregung und Freude war groß!

Nach und nach wurde klar, dass der Versand dieser geheimnisvollen Umschläge etwas Besonderes ankündigen sollte: neue SSoCA-Coins sollten in Bälde erscheinen, wie es dann auch auf der SSoCA-Homepage veröffentlicht wurde.

Geheimnisvolles Schreiben

Neue Coins in Aussicht

Ein Gründungsmitglied „Ingo Knito“ verschlüsselte in einem Rätsel den  Verkaufstermin der neuen Coins. Valandil Talarom, ein weiteres geheimes „Member“ der SSocA postete kurz darauf ein Foto der neuen Coins – die Spannung stieg!

Es offenbarten sich mit diesem Bild dann gleich auch die Auflagen und schnell wurde allen klar, dass nicht jeder eines der begehrten Objekte würde haben können. Und der  Besitz der Friends- und Supporter- Coins sollte sowieso den meisten verwehrt bleiben.

Claudia, die Inhaberin der bekannten Coinschmiede „mygeocoin.de“ , bei der die Neuauflage wieder erscheinen sollte, befürchtete einen Serverzusammenbruch und beschloss Abhilfe durch drei unangekündigte Verkaufstermine zu schaffen – eine sinnvolle Maßnahme. Am Freitag, dem 17. Januar um kurz nach 12 Uhr ging eine Raunen durch die FB-Gruppe: 1/3 der „Glow“ – Coins, von denen es 169  Stück insgesamt gab, waren in den letzten Minuten bereits verkauft worden. Wie konnte das so heimlich statt gefunden haben? Zwei weitere Termine wurden in Aussicht gestellt. Wenn man eine Coin haben wollte, blieb einem nur übrig, die Shop-Website zu beobachten. Am Samstag in der Zeit von 9.44 Uhr- 9.51 Uhr war es soweit. Auf einmal erschien auf der rechten Bildseite die Anzeige der SSoCA-Coins. Innerhalb sieben Minuten ging das zweite Drittel der begehrten Coins über die Online-Ladentheke. So schnell  wie die Anzeige auftauchte, war sie wieder verschwunden. Jeder konnte übrigens nur eine einzige erwerben. Diesmal hatte ich Glück! Andere mussten auf die dritte Verkaufswelle warten.

Geheime Welten

In wahrlich geheime Welten bin ich da hinein gerutscht, dachte ich mir und freute mich, als zwei Gründungsmitglieder sich bereit erklärten, einige Interviewfragen zu beantworten.  Würde sich das Geheimnis lüften?

Interview mit geheimen Gründungsmitgliedern

Valandil Taralom und Ingo Knito, sogenannte „proud members oft the SSoCA“, erklärten sich freundlicherweise bereit, einige Interviewfragen für diesen Bericht zu beantworten. Herzlichen Dank nochmals an dieser Stelle!

Wuselelfe

Im Entstehungsbericht der SSoCA ist beschrieben, dass die SSoCa Mitglieder sich teils schon seit 2006 kennen. Kannst du uns dazu ein wenig Näheres berichten? Bist du von Anfang an dabei?

Ingo Knito

Ja, auch ich bin eines der Gründungsmitglieder der Gruppe. Wir kannten uns teils schon seit einiger Zeit. Manchmal waren auch nur die Namen durch Trades bekannt und erst mit der SSoCA lernten wir uns persönlich kennen.

Wuselelfe

Wie viele Mitglieder gibt es tatsächlich, sind noch alle Gründungsmitglieder dabei und wie viele „outen“ sich?

Valandil Talarom

Aktuell hat die Gruppe 18 Mitglieder. Begonnen haben wir mit 22 Leuten (darunter ein Ehepaar). Einige Gruppenmitglieder waren von Anfang an öffentlich bekannt, einige haben sich inzwischen „geoutet“ und es gibt natürlich noch ein paar Mitglieder, die lieber unerkannt bleiben möchten. Das kann aber jedes Gruppenmitglied selber entscheiden.

Wuselelfe

Gibt es eine innere Organisationsstruktur: Vorstand, Sprecher etc.?

Ingo Knito

Nein. Diese gibt es nicht. Offizielle Stellungnahmen werden vor der Abgabe intern besprochen und erörtert. Ansonsten antwortet der, der i.d.R. angesprochen wurde oder sich im Thema gerade besonders gut auskennt, weil es z.B. um seine eigene Sammelvorliebe geht. Oft werden auch Informationen gesammelt und dann unter dem Namen der Gemeinschaft auf den entsprechenden Kanälen verbreitet. Grundsätzlich halten wir das sehr locker, wollen aber nicht doppelt und dreifach die Antworten geben.

Wuselelfe

Auf der Homepage der SSoCA wird vermittelt, dass die Gruppe gerne unter sich bleiben möchte. Warum ist dies so oder denkt ihr vielleicht über weitere Mitglieder nach?

Valandil Talarom

Wie bei jeder Gruppe gibt es erst mal eine Zeit der Findung und der Ausrichtung. In dieser Zeit strukturiert sich auch die Gruppe neu. Mitglieder gehen und andere Sammler möchten gerne dazu stoßen. Diese Findungsphase haben wir jetzt hinter uns gebracht und denken gerade sehr konkret über eine Erweiterung der Gruppe nach. Hierzu wurden auch Gruppenrichtlinien oder Statuten (wenn man es so nennen möchte) verfasst, mit denen man sich dann schon einverstanden erklären sollte. Die Neuaufnahme von weiteren Mitgliedern erfolgt aber grundsätzlich „von Innen heraus“. Wir beobachten sehr aufmerksam die verschiedenen Foren und FB-Gruppen, sind mit unseren Mitgliedern auf vielen Events vertreten und schauen auch dort, wer vielleicht gut zu uns passen könnte.

Wuselelfe

Trefft ihr euch regelmäßig und wenn, wie oft?

Ingo Knito

Es kommen immer wieder Gruppenmitglieder zusammen. Meist geschieht das auf Events, die wir gemeinsam besuchen bzw. bei denen wir aufeinander treffen. Wir sind ja alle auch Cacher. Darüber hinaus sind Treffen der gesamten Gruppe schon auf Grund der großen Entfernungen nur schwer umsetzbar. Du hast ja den Entstehungsbericht angesprochen. Hier ist benannt, dass wir aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stammen.

Wuselelfe

Vieles ist für Außenstehende undurchsichtig. Z.B. gibt es nirgends Richtlinien, aus denen hervorgeht, wie man in den Besitz der limitierten Coins kommen kann. Was bedeutet es genau, ein „friend“, „supporter“ der SSoCA zu sein? Wer entscheidet dies?

Valandil Talarom

Die ursprüngliche Idee der „Friend“ und „Supporter“ Coins war es, anderen Coinsammlern eine Freude zu machen. Entweder weil sie in freundschaftlicher Verbindung zu unserer Gruppe stehen, über Berichterstattung auf uns aufmerksam gemacht haben, oder eben unsere Tätigkeiten durch aktive Mitarbeit z.B. im SSoCA Coin-Wiki oder in Blogs unterstützen. Jedes Gruppenmitglied hat zu diesem Zweck eine bestimmte Anzahl der genannten Coins kaufen können um diese nach eigenem Willen weiterzugeben oder auch mal im Tausch gegen eine Personal Edition mit einem Coindesigner abzugeben. Dadurch, dass einige Mitglieder aus der Gruppe ausgeschieden sind, sind natürlich auch mehrere Coins „einfach nur so“ getauscht oder auch verkauft worden – das war natürlich nicht ganz so gedacht. Da die Coins aber persönliches Eigentum jedes Mitglieds (auch der Ehemaligen) sind, darf natürlich jeder mit seinen Coins tun was er möchte. Deswegen lässt sich auch hier keine genaue Abgrenzung mehr treffen.

Schreiben SSoCCA pearl

Wuselelfe

Wenn man sich den Text eurer Society durchliest, könnte man zum Schluß kommen, dass vor allem ihr selbst etwas von dieser Gemeinschaft habt (Zitat: „Die S.S.o.C.A.-Mitglieder helfen sich gegenseitig beim Ausbau ihrer Sammlungen. Sei es beim Aufspüren seltener Geocoins oder bei der Vervollständigung von Geocoinserien oder auch bei der Bewertung von Geocoins oder der Beschaffung von Zubehör.“).   Welchen Vorteil bringt die SSoCa für die Comunity?

Ingo Knito

Ja, wenn man das so liest ist deine Frage durchaus berechtigt. Dein Zitat zeigt unsere Idee, unseren Grundgedanken aber nur in einem kleinen Ausschnitt. Gleichwohl steht völlig außer Frage, dass wir selbst durch unsere Gemeinschaft Vorteile haben. Es ist viel leichter, an besondere Gesuche von Coins zu gelangen oder Informationen zu Sets, Auflagen, Erscheinungsjahren, Designern, Icons usw. zu erlangen. Und genau diese Vorteile geben wir über das Wiki, den Blog und auch das Forum weiter. Darüber hinaus vermitteln wir direkt und indirekt zwischen Suchenden und Coin-Gebern, sei es durch die Vermittlung von Kontakten oder durch ein immer weiter wachsendes Netzwerk. Hinzu kommen die Beiträge unseres Blogs; entstanden durch konkrete Anfragen, die unserer Auffassung nach für viele beantwortet werden sollten.

Wuselelfe

Wenn man das Coin-Wiki ansieht, merkt man, dass noch einiges zu tun ist! Könnte man da nicht etwas aktiver die Lücken füllen??

Valandil Talarom

„Luft nach oben“ ist immer. Wir verstehen das Coin-Wiki als Angebot und laden alle Sammler ein, daran mitzuwirken – das ist ja auch die ursprüngliche Idee eines Wiki’s: Es lebt von der Community. Auch unsere Ressourcen (vor allem die Zeit) sind endlich und wir zählen auf das Interesse und vor allem auch auf das Wissen, das innerhalb der doch recht großen Sammlerszene in Deutschland existiert.

Wuselelfe

Immer wieder werden seltene Coins von der SSoCA für gemeinnützige Zwecke gstiftet. Wer entscheidet dies?

Valandil Talarom

Wir haben im letzten Jahr ein Hilfsprojekt für einen in Not geratenen Geocacher angestoßen und konnten ihm durch Verkauf und Versteigerung einiger seiner Coins ein wenig unter die Arme greifen. Einzelne Coinspenden für wohltätige oder gemeinnützige Zwecke gehen immer zu Lasten des Spendenden und aus seinem persönlichen Fundus.

Wuselelfe

Wie viele Geocoins besitzt du selbst? Hat sich in deinem Sammelverhalten in den letzten Jahren etwas geändert?

Ingo Knito

Ich selbst besitze einige Hundert Coins. Der Geschmack und die Vorlieben ändern sich bei einigen der Münzen. So gehen welche weg, andere kommen, viele werden noch gesucht. Mir ist es bei meinen Coins wichtig, dass sie mir gefallen. Geringe Auflagen, Artist Editionen oder Fehlfarben/-drucke interessieren mich da nicht sonderlich. Wichtiger sind mir da die Kontakte zu anderen Sammlern, faire Tauschgeschäfte, von denen beide Seiten ihren Nutzen haben und Freude an den Coins selbst. Manchmal suche ich auch Coins, nur um sie zu verschenken, weil ich weiß, dass jemand anders sie gern in seiner Sammlung hätte.

Motto: Gecoins are (y)our passion!

Interessant, die vielen Spielwiesen des Geocachings, so finde ich.  Die Schönheit vieler Geocoins hat mich schon seit langem in ihren Bann gezogen.  Mir gefällt es, dass die geheimnisvollen Mitglieder der „Geheimen Gemeinschaft der Coinsüchtigen“ hier eine Plattform geschaffen haben, wo sich Gleichgesinnte austauschen können. Besonders wichtig finde ich  das    Coin-Wiki, an dem jeder mitarbeiten kann. Immerhin gibt es mittlerweile über 6800 Geocoins: da steht jede Menge Arbeit an, diese zu katalogisiern und Wissen über sie zu archivieren.

Aphrodite Geocoin BildschirmfotoEine tolle Idee, dass hier jeder mitmachen kann! Eine Coin habe ich hier immerhin auch schon eingepflegt. Vielleicht habt auch ihr Lust mitzuarbeiten?

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2 Antworten

  1. flosse07 sagt:

    Ein schöner Artikel 😉

    Danke nochmal für den Hinweis gestern. so hatte ich auch Glück 🙂

  2. VrieBo sagt:

    ….wow soviel Text, aber ein sehr aufschlussreicher und toll geschriebener. Vielen dank für den Tipp….man lernt immer was dazu 😉