Geocaching im Einklang mit der Natur (Teil 1)

Bereits am 27. Oktober 2013 wurden im Geocaching Blog Tipps für das umweltfreundliche Verstecken von Geocaches veröffentlicht. Da nicht jeder den GC Blog liest und möglicherweise auch nicht so gut Englisch kann, greife ich das Thema hier nochmal auf. Es handelt sich dabei um eine freie Übersetzung des oben verlinkten Artikels mit eigenen Ergänzungen.

Tipps für umweltfreundliche Cacheverstecke

IMG_20120807_183450Die Sonne scheint warm durch die Bäume im Wald, Vögel zwitschern im Chor und in der Nähe hörst du die vorsichtigen Schritte eines Rehs. Der Cache den du suchst ist nur noch wenige Schritte entfernt. Deine Sinne sind geschärft und du machst einen tiefen Atemzug um den beruhigenden Duft des Waldes aufzunehmen und schaust dich um. Dann entdeckst du einen kleinen „Hasengrill“, mehrere parallell liegende Stöckchen und du bist sicher, dass darunter der Cache liegt.

„Ah“, denkst du, „ich liebe die Natur!“ Stell dir vor: wir auch. Und wie zeigt man Mutter Erde am besten diese Liebe? In dem man einen Cache umweltfreundlich versteckt.

Damit du das auch lernen kannst, bekommst du hier ein paar Tipps für naturfreundliche Geocaches:

  • Erst denken – dann verstecken. Wenn du einen Geocache im Wald oder einem Park verstecken willst, versichere dich, dass du das darfst. Im Zweifel solltest du den zuständigen Förster oder die kommunale Verwaltung fragen, die sagen dir ob es eventuell spezielle Regeln gibt die für das Gebiet gelten und ob möglicherweise Wild gestört wird. Um in die Diskussion mit Entscheidern zu gehen, solltest du dich vorbereiten. Schau nach anderen Caches im Umkreis und ermittle wie oft diese innerhalb eines Monats geloggt werden. Das kann helfen die zu erwartenden zusätzlichen Cacher zu bestimmen. Gerade in sensiblen Bereichen kann das ein Argument für oder gegen einen neuen Geocache sein.
  • Erstelle ein ausführliches Listing. Eine gute Beschreibung hilft den Geocachern das Richtige zu tun. Lass sie wissen was sie suchen und was sie für die Suche brauchen. Parkplatz-Koordinaten oder die Angabe von Referenzpunkten für eine bestimmte Wegführung sind wichtige Infos und gehören ins Listing, ebenso wie die passenden Attibute. Hinweise auf örtliche Besonderheiten, vor allem in sensiblen Bereichen, helfen dabei zu vermeiden, dass jeder Stein umgedreht wird oder Cacherpfade entstehen. Auch die D- und T-Wertung sollte passend gewählt werden.
  • Wähle das Geocache-Versteck mit Bedacht. Auf der Suche nach dem perfekten Versteck solltest du darauf achten, das nichts beeinträchtigt oder beschädigt wird was schon vorhanden ist. Baumhöhlen oder sonstige Nistplätze, Steinhaufen mit Eidechsen oder Salamandern sind tabu. In Waldgebieten mit Wildschweinbestand sollten Dosen so platziert werden, dass sie nicht den Umgrabeaktionen des Schwarzwildes zum Opfer fallen.
    Je näher du an Waldwegen bleibst, desto besser. Es gibt keinen Grund einen Cache, zig Meter vom Weg entfernt, tief im Unterholz zu verstecken.  Gib Trailheads an um zu vermeiden, dass Cacher von der „falschen Seite“ kommen oder „Abkürzungen“ nehmen.
Rehe am Waldrand

Rehe am Waldrand

  • Nimm einen passenden Cachebehälter. Deine „Dose“ sollte wasserdicht, stabil und geruchsfrei sein sowie die richtige Göße haben. Ein Micro im Wald mit dichtem Bewuchs und schwachem GPS Empfang führt zu langwierigen Suchen und unnötigen Schädigungen der Umgebung. Lege niemals Nahrungsmittel oder Gegenstände mit Geruch (z. B. Kerzen) in einen Cache: diese können Tiere anlocken und sie beim Versuch die Dose zu öffnen verletzen oder krank machen. Willst du die Dose irgendwo befestigen, dann tue dies so, dass keine bleibenden Schäden entstehen.
  • Kooperiere mit dem Reviewer. Versorge den Reviewer mit möglichst viel Information zu deinem Cache. Sei es zum Ort oder der Art des Verstecks, die Reviewer haben mehr Einblick und kennen problematische Gebiete. So können nicht nur Konflikte mit Forst und Jägerschaft im Voraus vermieden werden sondern auch Probleme in Bezug auf die lokale Tier- und Pflanzenwelt.
  • Lass deinen Cache nicht zu Müll werden. Es kann immer mal vorkommen, dass man wegzieht oder keine Zeit oder Lust mehr hat um einen Cache zu pflegen. Bevor du den Cache dann archivierst bietet es sich an diesen von einem anderen Cacher adoptieren zu lassen. Falls du ihn doch archivieren willst oder musst, dann sammle deinen Cache auf jeden Fall vorher ein und entferne alle Rückstände. Tust du das nicht, wird dein Cache zu „Müll“, denn nach der Archivierung ist es kein Geocache mehr.

Verspürst du nun den Drang nach draußen zu gehen und die Natur zu entdecken? Dann hoffen wir, dass dir diese Tipps helfen der Natur bester Freund zu werden wenn du deinen nächsten Geocache versteckst. Doch das ist noch nicht alles was du tun kannst um die Umwelt beim Cachen zu schützen. Im nächsten Teil schreiben wir wie man sich beim Suchen von Geocaches naturverträglich verhält. Auch wenn du das sicher schon weißt …

Noch mehr Tipps?

Was sind eure Erfahrungen zum Geocaching im Einklang mit der Natur? Nutzt die Kommentarfunktion und teilt eure Tipps und Hinweise mit uns und unseren Lesern.

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2 Antworten

  1. Seekers98 sagt:

    Wir haben dieses Jahr eine Etappe der Westwegserie gemacht, von Forbach nach Unterstmatt. Meiner Meinung nach ein positives Beispiel für naturverträgliche Cache-Verstecke. Der Weg führt teilweise auch durch Naturschutzgebiete, aber nie hatte ich den Eindruck, dass die Natur hier durch die Caches mehr gestört wird, als es durch den Westweg sowieso gegeben ist. Verstecke immer direkt am Weg, nicht auffällig für Muggel, aber leicht findbar durch den Cacher, Spoilerbilder, eindeutige Hinweise und als Bonus einen Busfahrplan für die umweltfreundliche Anreise und das alles in einem der schönsten Wandergebiete Deutschlands.

  1. 6. Dezember 2013

    […] Seekers98 bei Geocaching im Einklang mit der Natur (Teil 1) […]