Geocaching HQ greift durch

Geocaching HQ greift durch

Wie berichtet, wurde die Cacheserie “Paddeln bis zum Umfallen” auf dem Neckar vom Geocaching HQ Admin archiviert. Damit war die Angelegenheit jedoch nicht beendet.

Geocaching HQ greift durch

Dass Caches vom Geocaching HQ archiviert werden ist an sich nichts ungewöhnliches. Es kommt immer dann vor, wenn es Unklarheiten gibt und der Fall nicht vom Reviewer, sondern im Geocaching Headquarter entschieden wird. Allerdings ist der Fall in der Regel damit erledigt und es gibt keine weiteren Sanktionen. In diesem Fall ist es zu weiteren Aktionen gekommen: das Geocaching HQ hat alle Fundlogs bei den archivierten Caches gelöscht. Dazu gab es keine weiteren Angaben und das öffnet wiederum Raum für Spekulationen.

Stein des Anstoßes könnte sein, dass es bei den Caches Fundlogs von Leuten gegeben haben soll, die wohl gar nicht vor Ort waren. Zwei Accounts sind vom Geocaching HQ gesperrt worden, allerdings kann man auch hier nur spekulieren was dazu geführt haben könnte. Schon Mitte Dezember haben sich jedenfalls die “Weltmarktführer in der T5-Ausbildung” darüber ausgelassen, dass “T5-Weltranglisten” frisiert werden, und zwar von sogenannten “Kreativloggern”.

Ob das letztlich dazu beigetragen hat entsprechende Accounts zu sperren oder ob möglicherweise auch andere Gründe dafür ausschlaggebend waren, sei dahingestellt. Denkbar ist auch, dass die Accounts auf Grund von Ausfälligkeiten und/oder Beleidigungen gesperrt sind. Es wäre in der Tat nicht das erste Mal, dass das HQ auf diese Weise versucht Cacher zu disziplinieren.

Sperren von “Problemcachern” sind auch nicht so ungewöhnlich und sind meist temporär, seltener für immer. Als Grundlage dafür dienen die Terms of Use von geocaching.com in Verbindung mit den Guidelines.

Ungerechte Kollektivstrafe?

Einige Cacher fühlen sich durch die Löschung aller Fundlogs nun zu Unrecht bestraft. Dies äußern sie in diversen Social Media Kanälen mehr oder weniger verhalten. Sie zeigen sich verärgert darüber, dass ihnen die Funde aberkannt wurden, obwohl sie diese doch ehrlich erpaddelt haben.

An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, was einen ehrlichen Fund ausmacht wenn der zugehörige Cache wegen nicht vorhandener Erlaubnis aus dem Spiel genommen wird. Hierzu muss gesagt werden, dass es eine Löschung aller Fundlogs nach Archivierung eines “Problemcaches”, meines Wissens nach, bisher noch nicht gegeben hat. Es handelt sich also um ein Novum.

Natürlich wäre eine Stellungsnahme des HQ hilfreich. Man kann jedoch nicht davon ausgehen, dass es eine geben wird. Das wäre nämlich ein weiteres Novum.

Diskussion geht nur um Punkte

Auffällig ist, dass mit der Archivierung mangels Erlaubnis, gar keine weiteren Gründe in die Diskussionen einfließen. Obwohl definitiv einige der Caches an sensiblen Stellen platziert wurden und auch aus diesem Grund vom Owner selbst archiviert wurden, spielt der naturverträgliche Aspekt keine Rolle. Auch über Sinn und Unsinn einer solchen Masse von Geocaches wird nicht diskutiert. Es geht nur um Befindlichkeiten in Bezug auf Ranglisten, Matrizen, Statistiken und die Punkte.

Es interessiert niemanden, dass der Owner an die hundert Dosen raushaut ohne sich mit irgendjemandem im Vorfeld abzustimmen. Dass er damit der Geocaching Community einen Bärendienst erwiesen hat kommt bei der Schwarmintelligenz nicht an. Der Owner wurde übrigens (bisher) nicht gesperrt, trotz hundertfachem Regelverstoss. Es scheint auch völlig egal zu sein, dass ein Reviewer diese Caches durchgewunken hat. Es ist egal, dass erst das HQ eingreifen musste um die Caches schließlich aus dem Verkehr zu ziehen.

Der Community wurde die Möglichkeit genommen, viele Punkte mit T5 Wertungen und eher seltenen Cache-Typen (Letterbox Hybrid und WheriGo) zu machen. Das ist das was die meisten bewegt.

Viele Fragen bleiben offen

Wer gehofft hat, dass ein Vorfall wie dieser für Denkanstöße zu Themen wie Nachhaltigkeit, Naturverträglichkeit, Cache-Sättigung, Kommunikation und Miteinander sorgt, wurde wieder mal enttäuscht. Warum sollte man auch aus Vorfällen wie in Altensteig etwas lernen? Wenn es um die Punkte geht ist sich jeder selbst der Nächste. Hauptsache die Statistik stimmt.

Wie seht ihr das?

Mich interessiert es wirklich ob die Community wirklich nur punktegeil ist. Oder ob das nur der Teil ist, der am lautesten schreit? Man kennt dies ja auch aus anderen Bereichen unserer Gesellschaft.
Was sagt ihr als ganz normale Geocacher dazu?
Welche Gedanken macht ihr euch wenn ihr von solchen Aktionen / Vorfällen erfahrt?

 


Hinweis: wer sich hier per Kommentar äußern mag, muss lediglich seine E-Mail-Adresse bestätigen. Welchen Namen ihr angebt spielt keine Rolle. Selbstverständlich gilt die Datenschutzerklärung!


 

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16 Antworten

  1. radioscout sagt:

    Über den Grund der Sperrungen kann natürlich nur spekuliert werden. Evtl. trifft der im Artikel vermutete Grund zu. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, daß jemand gesperrt wird, weil er gutgläubig Paddeldosen geloggt hat. Insbesondere weil bekannt ist, daß für T=5-Dosen und große Serien eine Genehmigung verlangt wird und er deshalb davon ausgehen konnte, daß hier ganz sicher eine vorlag, weil gleich zwei unabhängige Kriterien für die Frage nach der Genehmigung erfüllt waren.

    Was nützt es, die Logs zu löschen? Nichts, denn davon wird kein Schaden an der Location repariert.
    Meiner Meinung nach trifft es die falschen denn die Finder konnten aus den o.g. Gründen davon ausgehen, daß eine Erlaubnis vorlag (ich gehe davon aus, daß vor Ort keine Verbotsschilder stehen).
    Einige könnte es noch härter Treffen, weil z.B. eine Fundserie unterbrochen wurde.

    Daß es nur noch um Punkte geht, weiß jeder, der sich die Logzahlen der großen Serien und besonderen D/T-Kombinationen anschaut. In den Foren gibt es vielleicht 20 Leute, die sich negativ über die Serien äußern während da draußen Tausende diese Serien loggen.

    Groundspeak könnte das Problem lösen: Mit der Abschaffung der Challenge”caches” würde ein (der?) wesentliche(r) Grund für das Statistikcachen entfallen. Und wenn die Fundzahlen nur noch für den jeweiligen User sichtbar währen, würde der Wettbewerb auch uninteressant werden.

  2. hmichel777 sagt:

    “Der Community wurde die Möglichkeit genommen, viele Punkte mit T5 Wertungen und eher seltenen Cache-Typen (Letterbox Hybrid und WheriGo) zu machen. Das ist das was die meisten bewegt.”
    Der Community wurde doch faktisch überhaupt nichts genommen. Deutschland liegt doch noch immer voll mit Dosen. Nur weil man aus einem T5 eine Letterbox oder einen WheriGo mach, wird ja noch kein Qualitätscache draus. IMHO sollte GS erheblich häufiger bei regelwidrigen Caches die Logs gleich mit dem Sperren löschen, das würde viel häufiger dazu führen, dass regelwidrige Caches gemeldet und archiviert werden, oder gar nicht erst veröffentlicht. Übrigens gab es das früher auch schon mal. Ich kann leider den Cache nicht mehr benennen (da mein Fundlog auch gelöscht wurde…). Auch wurden früher PMs auch schon fristlos und endgültig gekündigt (weiß den Nick nicht mehr, war auch ein T5-Cacher, der meinte, er dürfe alles…). @radioscout: die ganze Statistikcacherei gab es doch schon vor den Challenges, die zu beseitigen würde gar nichts helfen. Es gibt immer welche, die müssen höher und weiter und vor allem mehr Punkte haben, als andere. Viel besser zur Vermeidung vieler Konflikte wäre, die T5 und die ganze Kletterei komplett aus dem Geocaching zu nehmen.

  3. Katharina sagt:

    Was sind denn das für Untermenschen, die Geocaching aufgrund irgendwelcher Punkte und Statistiken betreiben? Was läuft eigentlich falsch bei Euch?
    Ich gehe doch Geocachen, um in der Natur zu sein und versteckte, wunderschöne Plätze zu entdecken und nicht um irgendwelche unsinnigen Punkte zu sammeln.

    • Jens sagt:

      Wie diffamierend, das Wort „Untermenschen“ zu verwenden!

    • webmicha sagt:

      Die Verwendung des Begriffes “Untermensch” ist absolut daneben!

      Als Betreiber dieses Blogs distanziere ich mich ausdrücklich von dieser Wortwahl und mache darauf aufmerksam, dass allein die Urheberein des Kommentars für ihre Äußerungen verantwortlich ist.

    • Rosco sagt:

      Ich gehe mal davon aus, dass die Wortwahl bewusst provokant ist. Und ich gebe der Schreiberin insofern recht, als dass Cachen wegen Punkten sowas von uncool ist. Ich gerne auch los, um schöne Orte zu finden, an die ich ohne GC nie gekommen wäre, und um die Natur zu genießen.

  4. Paul sagt:

    @Katharina:
    Du gehst Geocachen um in der Natur zu sein…..
    Und Leute die bei einem Spiel schummeln, richtig gelesen, es ist ein Spiel, bezeichnest du als UNTERMENSCHEN?

    Vielleicht solltest du mal den Begriff googeln

  5. Sandra sagt:

    Ich schließe mich Katharina an.
    Hier ist es genau wie im “normalen” Leben: die Einstellung zu den Dingen ermöglicht einen tiefen Blick auf Charakter und Wesen … warum sollte das beim Geocaching anders sein. Nur schade ist es.

  6. Aaxxon sagt:

    Und wieder einmal sind die ehrlichen Cacher, die die Dosen wirklich erpaddeln haben, die gearschten.

    Bin jetzt gespannt werden die ganzen Dosen wieder einsammelt, oder ob diese als Plastikmüll einfach an den Bäumen hängen bleibt.

  7. XWerkstier sagt:

    Hey, das ist nur ein Spiel – und wer hat noch nie gemogelt, der werfe den ersten Stein!
    Das Einzige, was man eventuell ernst nehmen sollte, ist der Schutz von Pflanze und Tier – dies scheint ja den Statistikern ja irgendwie total egal zu sein …
    Anmerkung zu dem Begriff “LieblingsMensch” :o) — auch hier mal ein bisschen Lockerheit zeigen, hat keinem geschadet! 🙂

  8. MG sagt:

    Vielleicht sollte man sich auch einmal fragen, wie es denn dazu kommen kann, daß so etwas ohne Genehmigung überhaupt gepublisht wird? Ich habe immer öfter den Eindruck, daß es dem HQ und den Reviewern nur noch darum geht, ihre eigenen Pappen sauber zu halten und ihr eigenes Versagen zu vertuschen. Notfalls macht man es halt einfach rückgängig und tut so, als wäre nie etwas geschehen. Aber eines vergessen sie irgendwie alle: Das Internet vergißt nie…

  9. Sven sagt:

    Punkte hin oder her, solche Serien Schaden meiner Meinung nach auch der Community, da aus seltneren Caches Masse gemacht wird.

    Ich wohne in Ostfriesland, und wir haben hier auch einen der zwischen Emden und Wilhelmshaven die Kanäle zupflastert. Zusätzlich schmeißt er auch noch Angelcaches ohne Ende raus. Dabei ganz viele Letterboxen.
    Wenn ich früher unterwegs eine Letterbox gemacht hab war das was besonderes. Aber jetzt durch diese Flut hat das Thema den Reiz verloren. Und dazu sind es nur Petlinge, wo auf dem Logbuch ein Gummibuchstabe zum Stempeln ist.

    Und dann werden Caches nach kurzer zeit ins Archiv geschickt, angeblich wegen der Naturzerstörung, und nach einigen Monaten an genau der selben Stelle wieder neu rausgebracht. Es geht nur drum möglichst viele Dosen zu legen.

    • DerIrrePolterer sagt:

      Bei diesen Paddelcaches haben übrigens auch die beiden nun gesperrten Accounts angeblich den Betatest gemacht. Der sich hinter der Sockenpuppe der Neckarcaches versteckende Realaccount hat sie natürlich auch geloggt. Dieselben mafiösen “Synergien” finden sich auch bei anderen Letterbox-Trails, z.B. in Kroatien oder Tirol.

  10. DerUmme sagt:

    Die Löschungen und das drumherum sollten getrennt von einander betrachtet werden.
    Die Löschungen sind eine Sache, logs ohne Vorort zu sein eine andere…
    Und ob durch die Löschung Punkte verloren gehen, who cares?
    Ich bin zwar erst neu dabei, aber ich mag das Hobby da es einen an die frische Luft bringt, nette Orte und angenehme Menschen miteinander vereint!

    Es ist nicht immer alles ein Wettkampf.
    Einfach mal genießen und das Leben entschleunigen!

  11. das Leff sagt:

    Wer braucht schon Punkte? Für das eigene Ego? Bester im Wettbewerb zu sein?
    Und wer geht Cachen? Meist vermutlich erwachsene Menschen. Und hier liegt die Betonung auf “vermutlich”.
    Weil ganz ernst kann ich Diskussionen über Fundpunkte nicht nehmen.