Project Let’s Zeppelin – Attended

project lets zeppelin attended

Lange – über ein Jahr – lief der Countdown für das diesjährige Project, denn zwischen dem Project Glück Auf und dem dem Project Let’s Zeppelin lagen mehr als 14 Monate!

Geocacher entern Zeppelinhangar

Über den Freitagabend kann ich nur berichten, das mir zugetragen wurde: ein aufziehendes Unwetter verkürzte wohl die Dauer des Welcome-Events, zumindest den Outdoor-Teil in den Biergärten drastisch. Am Samstagmorgen ging es dann weniger dramatisch zu, die Wetterlage entspannte sich zusehends, und lediglich ein kurzer Schauer trieb die Geocacher temporär in den Zeppelinhangar.

Überhaupt machte der Hangar seinem Namen alle Ehre, denn es war tatsächlich ein Zeppelin zu Reparatur drin. Das war dann auch eine coole Sache und verlieh dem Event zusätzlich Atmosphäre.

Zeppelin im Hangar

Kurz zu den Dimensionen: der Zeppelin ist etwa 75 m lang und 17,40 m hoch. Das Volumen beträgt ca. 8.400 m³ während die Gondel gerade mal 29 m³ aufweist. Die Flugbesatzung besteht aus zwei Piloten und es können 12 bis 14 Passagiere mitfliegen.

Project Let’s Zeppelin

Wir haben im Februar 2016 zum ersten mal über Let’s Zeppelin geschrieben, nachdem das Orgateam an die Öffentlichkeit gegangen ist. Das klang schon beeindruckend, ein Event auf dem Zeppelingelände. Nach und nach wurden mehr Details bekannt und für mich persönlich wurde Let’s Zeppelin zum klaren Favoriten für das Project 2017.

Im Juni 2016, während des Project Glück Auf wurde es dann Gewissheit: aus Let’s Zeppelin wurde ebenfalls ein Project Event. Und das obwohl es noch kein Listing gab, denn das wurde erst im August, also gute zwei Monate nach Bekanntgabe, freigeschaltet.

Doch genug der einleitenden Worte, kommen wir nun zum Event selbst, welches am Samstag, 19. August stattgefunden hat.

Teilnehmerzahl

Schon lange im Vorfeld war klar, dass es kein Giga-Event werden würde. Knapp 2.400 Will-Attend-Logs würden das Project Let’s Zeppelin dennoch zum größten deutschen Geocaching Event des Jahres machen. Der Südkurier und die Schwäbische berichteten einige Tage vor dem Event über 4000 zu erwartende Besucher. Auf Nachfrage bei der Orga, wurde mir heute bestätigt, dass mit ca. 2.700 Teilnehmern zuzüglich Helfern weniger als 3000 Personen anwesend waren. Das mag zum einen dem Termin mitten in den Sommerferien von Ba-Wü geschuldet sein, andererseits ist auch bei anderen großen Events zu sehen, dass es am Ende weniger Attended-Logs gibt als die WA-Logs vermuten ließen.

Location

Wie bereits eingangs erwähnt, war die Eventlocation außergewöhnlich. Ein Zeppelinhangar ist nun mal nichts wo man einfach so hineinkommt. Natürlich beherrschten die Zeppelin das ganze Event thematisch und es war auch möglich Zeppelinflüge zu buchen, ein Vergnügen, das nicht ganz günstig ist. es wurden jedoch von einigen Bloggern Zeppelinflüge verlost, und auch während des Events gab es nochmal zehn Freiflüge zu gewinnen!

Überhaupt spielt die Luftfahrt eine große Rolle in Friedrichshafen, außer Zeppelin ist auch Airbus (ehemals Donier-Werke) vor Ort aktiv. Mit dem Dornier- und dem Zeppelinmuseum wird hier gleich mehreren Technikpionieren gedacht, wobei Ferdinand Graf von Zeppelin auch im Stadtbild sehr präsent ist. Dies zeigte sich zum Beispiel bei den Lab-Caches, die das immer wieder aufgegriffen haben.

Geocacher oder Kampftruppe?

Die meisten Besucher eines Geocaching Events sind natürlich Geocacher. Doch diese kommen zu solchen Events oft auch mit der ganzen Familie. Außerdem fand das Event auf einem Flughafengelände statt, was erhöhte Sicherheitsvorschriften zur Folge hatte, die ausgiebig kommuniziert wurden. Umso verwunderlicher, und das ist viel zu milde ausgedrückt, dass es tatsächlich Geocacher gibt, die sozusagen im „Kampfanzug“ zu Geocaching-Events gehen. Wie sonst ist es zu erklären, dass solche Leute Messer mit teils über 30 cm langen Klingen offen am Bein tragen. Hallo?! Geht’s noch? Selbstverständlich wurden diese von der Security einkassiert und in der Folge wurde auch jeder Rucksack und jede Tasche penibel durchsucht, was weitere Messer und Multitools zu Tage förderte, welche entsprechend in Verwahrung genommen wurden. Die Security musste ihre Kontrollen intensivieren nachdem die ersten „Geokämpfer“ aufgefallen waren. Das war eine Dimension die selbst für das Sicherheitspersonal neu war. Für mich übrigens auch, was daran liegen mag, dass ich bisher bei keinem Event mit solch strengen Kontrollen war. Natürlich habe ich auch schon von „Kampfcachern“ gehört, aber doch nicht, dass diese Typen ganz normale, familientaugliche, Events besuchen. Vielleicht sind die aber bisher nie aufgefallen, weil es keine strengen Kontrollen gab?

Für mich ganz klar ein No Go! Ich hätte nie im Leben gedacht, dass ich über so was mal in einem Bericht zu einem Geocaching-Event schreiben muss.

Workshops

Große Events bieten oft ein umfangreiches Rahmenprogramm an, das war in Friedrichshafen auch der Fall und umfasste mehrere Workshops sowie ein Bühnenprogramm.

Bereits um 9:00 Uhr wurde den ersten Geocachern Einlass gewährt und schon um 9:30 Uhr hatte Saarfuchs seinen ersten Workshop bei dem er den Umgang mit Looking4Cache erklärte, eine Geocaching App für iOS. Um 11 Uhr ging es dann um c:geo, die Geocaching App für Android. Diese Workshops sind mittlerweile auf vielen Events Teil des Programms, was ich sehr gut finde. Zum einen sind Smartphones in der letzten Jahren immer leistungsfähiger geworden und für viele Geocacher nicht nur beim Einstieg ins Hobby Geocaching das Gerät der Wahl. Ich gehöre ja zu denen, die schon immer nur mit dem SmartPhone cachen, und das auch schon seit 2009.

Interessant fand ich auch den Workshop Outdoor Erste Hilfe von Medic Life Concept, die auch mit einem kleinen Stand und Demo-Material vor Ort waren. Grundsätzlich sollte jeder in der Lage sein Erste Hilfe zu leisten, und es schadet nicht ab und an einen Auffrischungskurs zu machen oder an einem Workshop teilzunehmen.

Um das Bauen von kreativen Geocaches ging es beim Workshop von MixiTV.

Kurz reingehört hab ich bei Wherigo mit Urwigo, hier konnte man sich mit der Programmierung von Wherigos beschäftigen. Das Team ramieh von Geocaching Donnersberg zog die Zuhörer in seinen Bann. Eigentlich ist es schade, dass die Whereigos vom Geocaching HQ so stiefmütterlich behandelt werden, und zum Glück gibt es Alternativen wie Urwigo, denn die Tools von Groundspeak sind ja doch eher bescheiden.

Bühnenprogramm

Angenehm überrascht war ich von Ingo Oschmann. Mit seinem Buch konnte ich ja nicht soviel anfangen, doch auf der Bühne kam er ganz sympathisch rüber. Das fanden auch viele andere und er durfte noch eine ganze Weile Bücher und anderes signieren.

Ingo Oschmann signiert

Die Enthüllung der O.C.B. ging irgendwie an mir vorbei, ich hab die Dose erst sehr viel später eher zufällig entdeckt. Das Teil wurde ja auch von der Presse total gehypet, vom heiligen Gral der Geocacher wird da gar geschrieben. Dabei handelt es sich nur um den rostigen Rest Blech einer Dose die im allerersten Geocache gelegen haben soll. Grundsätzlich ist das ja nicht abwegig, die Amis mögen ja Bohnen aus der Dose. Eines ist jedenfalls klar: die Dose rostet weiter und wird sich irgendwann aufgelöst haben. Vermutlich wird dann das passieren was auch anderen Reliquien zuteil wurde: sie tauchen mehrfach auf und jede ist natürlich original 😉 . Bis dahin gehen noch ein paar Jahrzehnte ins Land und die Legende kann sich weiter entwickeln.

Project 2018

Ein mit Spannung erwarteter Programmpunkt ist bei Project Events immer die Bekanntgabe des nächsten Projects. In Friedrichshafen waren die Orgateams von Stashes’n’Stones sowie Märchenhaft in Kassel vertreten, die beide keinen Hehl daraus gemacht haben den Project Status zu wollen. Traditionell gibt das Project-Komitee ja nicht bekannt wer sich alles beworben hat, das Team von Auf einen Sprung ins Vogtland hat die Spekulationen um die eigene Kandidatur beendet, indem sie selbst gesagt haben, dass sie sich nicht beworben hatten.

Project 2018 wurde dann Märchenhaft in Kassel.

Weiteres Programm

Natürlich hatte das Geocaching HQ auch Lackeys geschickt, die sich mal unter die Geocacher mischten, oder am Reviewer-Infostand anzutreffen waren. Auch das Geocaching-Maskottchen, Signal, durfte nicht fehlen. Mir ist aufgefallen, dass es in Friedrichshafen deutlich weniger dieser Frösche zu sehen gab also sonst, was ich nicht schlimm finde.

Für die Kids gab es Kinderschminken sowie eine Hüpfburg und der Zauber- & Ballonkünstler GraDi Wohlo verzaubert groß und klein.

Regen Zuspruch, und das über den ganzen Tag hinweg, fand die Geocouch – MPU für Geocacher. Wer bis dato noch nicht wusste was Geocaching beim Menschen auslösen kann, wurde hier entsprechend in die Mangel genommen.

Ebenfalls stark frequentiert war das T5-Klettern bis auch ca. 30 m Höhe, welches von High Solutions im Hangar organisiert wurde.

Andere vergnügten sich lieber an Birres TBs, oder verzweifelten gar.

Geocaches zum Event

Schon lange vor dem Event wurde damit begonnen mehrere Geocache-Runden auzulegen. U. a. eine Runde für die 81er Matrix, rund um den Bodensee.

Danksagungen

Ein Event dieser Größenordnung und das ganze Drumherum funktioniert nur wenn es engagierte Leute gibt die das alles mittragen. Das fängt beim Orgateam an und hört bei den Cachepaten und den ganzen Helfern auf. Das wurde zu recht auf der großen Bühne gewürdigt.

Auch die Händler tragen mit ihren Ständen zum Gelingen eines Events bei, in Friedrichshafen waren die bekannten Namen der Branche vertreten und konnten sicher die meisten Wünsche und Bedürfnisse der Geocacher erfüllen. Es ist ja auch praktisch wenn man ohne Versandkosten einkaufen kann. Und die Halle mit Zeppelin darin war ja auch mal ein ganz anderes Ambiente!

Mein Fazit

Bedingt durch persönliche Umstände konnte ich nur am Samstag in Friedrichshafen sein. Ich fuhr also morgends hin und abends wieder heim. Für mich war es ein gelungenes, ein rundes Event. Aus meiner Sicht hat alles gepasst, das Thema Zeppelin an dieser Location ist selbstverständlich ein echter Knaller gewesen. Das alles hatte natürlich seinen Preis, doch es gab dafür auch einen echten Gegenwert wie ich finde. Die Ankunft und das Erreichen des Event-Geländes verlief reibungslos, ok, ich hatte nicht mit Parkgebühren gerechnet, was aber durch die gute Infrastruktur wettgemacht wurde.

Unser Kontakt zum Orgateam war gut, auf Fragen wurde jederzeit offen und ehrlich eingegangen und es war uns eine Ehre das Project Let’s Zeppelin im letzten Jahr mit begleiten zu dürfen.

Auf die Frage wie es ihm denn nach dem Event gehe, meinte Sven „Alles ist gut. Die Leute hatten Spaß und waren zufrieden, das war unser Ziel als Orga.“ Es ging dem Team nie darum irgend etwas zu toppen oder andere zu übertrumpfen. Mir gegenüber wurde diese Einstellung glaubhaft versichert und ich begrüße es, dass Event-Orgas ihre Events als das betrachten was es ist: ihr Event. Events zu veranstalten ist kein Wettbewerb, jedes ist für sich einzigartig, und das macht es am Ende aus.

Mir ist immer auch wichtig, dass ich mich mit Leuten unterhalte die ich sonst nicht sehe. Ich tauche dann immer auch in die Events ein, lasse micht von der Stimmung umfangen und genieße es unter Gleichgesinnten zu sein.

Wuselelfe, Finkenpiraten, webmicha

Auf diese Weise kann ich den ganzen Tag verbringen. Ich hetze nicht durch die Gegend um Dosen zu loggen die man in die Hand gedrückt bekommt und nicht weiß wo sie eigentlich hingehören. Klar, zum Abschluss des Tages bin ich auch mit ein paar anderen Cachern am See entlang, und zum Abendessen vor der Heimfahrt habe ich mich ebenfalls zu Geocachern gesetzt, die ja unschwer zu erkennen waren an diesem Tag.

Ja und dann gab es noch einen spektakulären Sonnenuntergang als perfekten Ausklang eines sehr schönen Tages.

Seefontäne im Sonnenuntergang

Glück ab!

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2 Antworten

  1. Michael sagt:

    Die Sicherheitskontrolle war ein absoluter Witz. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst, sie als penibel zu bezeichnen. Es wurde lediglich der Rucksack von außen ein wenig abgetastet und oberflächlich von oben mal kurz reingeschaut. Es war für die Securities unmöglich herauszufinden, ob man tatsächlich ein Messer oder sonst einem gefährlichen Gegenstand dabei hat. Sie haben sich einzig darauf verlassen, ob man auf die Frage, ob man was dabei hat, ehrlich antwortet. Mich haben diese Sicherheitskontrollen ziemlich angenervt. Entweder man führt sie seriös aus, oder man lässt es ganz bleiben. Aber so in dieser Form, wie sie bei diesem Event durchgeführt worden, war es eine reine Schikane, weil sie nichts brachten. Und was ist aus den abgenommenen Messern geworden? Die wurden in eine Grabbel-Kiste geworfen und beim rausgehen durfte sich dann jeder eins aussuchen. Es gab kein System, mit dem die abgegebenen Messer an einer Person zugeordnet werden konnten. Ich jedenfalls habe mich entschieden, mein Taschenmesser nicht abzugeben …

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