Bericht vom Project Glück Auf – Giga Event auf Zollverein (1/2)

Tag 1 – Freitag, 10.06.16

Wochenendtrips mit schulpflichtigen Kindern zu planen ist immer so eine Sache. Bei uns hat das dazu geführt, dass ich erst um 14:30 Uhr losfahren konnte. Auf Grund der Verkehrslage sollte unsere Fahrt ganze sechs Stunden dauern, sprich wir konnten erst kurz vor 21 Uhr das Eventgelände betreten. Zum Glück lag unsere Ferienwohnung in unmittelbarer Nähe, sonst wäre es womöglich gar nichts mehr geworden.

Durch die späte Ankunft war leider die Registrierung schon zu, denn laut Homepage war diese nur bis 20 Uhr geöffnet. Das ist insofern schade gewesen, dass wir a) keine Stempelkarten zum loggen hatten, die gab es nämlich so nicht, und b) am Samstag zeitig da sein müssten. So wie uns erging es vielen und es sei die Frage erlaubt, ob man das nicht hätte anders regeln können, z. B. mit einer kleinen Besetzung bis 22 Uhr.

Meet & Greet gut besucht

Das Welcome-Event an der alten Kokerei war trotz unserer späten Ankunft noch gut besucht. Das machte sich auch am Grillstand bemerkbar, da hieß es anstehen und einige Dinge waren schon aus. Es gab u. a. zwar noch Brat- und Currywurst, aber keine Brötchen dazu. Dafür waren die Folienkartoffeln echt lecker. Die Preise fürs Essen fand ich ok.  Bei den Getränken überraschte nicht nur die Bechergröße von 0,25 l, sondern auch, dass es Einwegbecher waren. Die Bepreisung der Getränke kann man so und so sehen, viele fanden die Preise wohl zu hoch, ich habe dazu keine Meinung. Allerdings war ja auch Selbstversorgung erlaubt, und wurde auch genutzt, da muss man dem Caterer schon zugestehen, dass es vielleicht nicht ganz so günstig ist. Die eingeschränkte Auswahl an Getränken hat mich mehr gestört, es gab z. B. kein alkoholfreies Bier, was eigentlich mittlerweile zum Standardangebot gehören sollte. Vielleicht lag das ja am Ausschankvolumen von 0,25 l pro Becher 😉 .

Stimmungsvolle Lokation

Doch genug der Kritik, denn nachdem ich bzw. wir gesättigt und der erste Durst gestillt war, konnten wir uns entspannt auf die Lokation einlassen. Auf der Bühne spielte bereits die zweite Band an diesem Abend. Die Sonne ging langsam unter und tauchte das Gelände in ein besonderes Licht.

Glück Auf Zollverein

Nach der langen Fahrt und demzufolge langem Sitzen, erkundeten wir die Umgebung der Kokerei und lösten dabei ein paar der Lab Caches. Die mag ich bei solchen großen Events, während ich mir das Dosensuchen auf oder in der Umgebung von großen Geocaching Events abgewöhnt habe.

Glück Auf Zollverein beleuchteter Weg
Jedenfalls sind wir dann den beleuchteten Weg lang gegangen und kamen so natürlich auch zur Himmelstreppe, die es selbstverständlich zu erklimmen galt, denn wer will schließlich nicht in den Himmel? Ganz soweit reichte die Treppe dann doch nicht, nach …hust… Stufen war Schluss 😉 .

Glück Auf Zollverein Himmelstreppe

Am Ende des Rote-Punkte-Weges angekommen, waren wir auch wieder am Ehrenhof und beschlossen den Tag.

Tag 2 – Samstag, 11.06.16

Nach einem gemütlichen Frühstück begab ich mich auf das Eventgelände und musste natürlich zuerst mal zur Registrierung. Die Schlange war kurz und ich durfte die Halle 6 betreten. Dabei wurde ich von der Security einem der Helfer am Counter zugewiesen. Ich hatte Abholscheine für drei GC-Nicks und insgesamt vier Personen. Alles was wir bestellt hatten (T-Shirt, Coins) wurde nun zusammengetragen und der Empfang war dann zu quittieren. Auf einem zweiten Programmheft musste ich allerdings bestehen, wollte man mir doch nur eins (statt drei) geben.

Project Glück Auf Coins

Das ging alles recht fix und so konnte ich gleich weiter in Halle 12 um meinen Presseausweis abzuholen. Dort musste ich zunächst fragen wo genau ich denn hin solle. Nachdem mir das ein freundliches Orga-Mitglied erklärt hatte, begab ich mich also zum Helfertreffpunkt. Hier musste ich mich etwas gedulden, bis man mir meinen Presseausweis gab, den ich schon auf dem Tisch liegen gesehen hatte. In Erwartung weiterer Infos blieb ich zunächst stehen, nur um gleich darauf festzustellen, dass ich den Betrieb aufhielt. Man sagte mir, das sei alles und ich trollte mich… Im Anschluss suchte ich noch vergeblich die Presselounge und einen Hinweis auf die Pressekonferenz , wurde jedoch nicht fündig und hakte das im Geiste ab. Wie sich anhand der Berichte von Kollegen zeigen sollte, hatte ich wohl nichts weiter verpasst.

Halle 5

Bereits um Viertel nach Zehn, also 15 Minuten nach Öffnung der Händler-Halle, war diese rappelvoll. Mir persönlich war das zu heftig, ich habe genau eine Runde gedreht und dann das Weite gesucht, obwohl ich  gerne mehr als die zwei, drei Bekannten begrüßt oder ein Schwätzchen gehalten hätte.

Glück Auf Zollverein Halle 5 Händler

Wieder an der frischen Luft schlenderte ich gemütlich zur FeWo zurück und um meine Mitstreiter abzuholen.

Lab Caches

Wir hatten am Freitag abend bereits die ersten Lab Caches gemacht und wollten damit nun weitermachen. Diese führten uns zum Ruhrmuseum und dazu überwanden wir mit der Rolltreppe einen Höhenunterschied von 24 Metern. Drinnen schauten wir uns um und verschafften uns am interaktiven Modell des Zollverein einen Überblick. Sehr schön waren die Erklärungen dazu, welche auf Knopfdruck von unten eingeblendet wurden.

Glück Auf Zollverein Modell

Wieder auf dem Weg nach unten, war die zugehörige Aufgabe schnell erledigt und wir begaben uns auf den Weg zur ehemaligen Kokerei um die Lab Caches vom Freitag abzuschließen. Wir hatten Spaß mit den Lab Caches, sie haben uns an interessante Ecken auf dem Gelände geführt und verlangten das eine oder andere Mal eine Antwort, die nicht immer gleich offensichtlich war. Das traf jedenfalls auf die beiden Serien von Freitag und Samstag zu. Die Lab Cache Runde am Sonntag war etwas weniger kreativ, hier waren die Antworten in QR-Tags kodiert und es galt die Tags zu finden um sie zu scannen.

Der GCTransAlps Film

Nach der massiven Werbekampagne der letzten Monate, bzw. des letzten Jahres, hatte ich dank Presseausweis endlich Gelegenheit dieses Werk anzuschauen, obwohl die Vorstellung schon lange ausgebucht war. Zu unser Überraschung war es gar kein Problem noch mit allen in den Saal zu kommen, es wurden sogar vorbeikommende Geocacher gefragt ob sie den Film anschauen wollten. Der Grund war schnell klar: es waren nur knapp mehr als die Hälfte der 350 (?) Plätze belegt.

Glück Auf GCTransAlps Film

Andere haben geschrieben der Saal wäre voll gewesen, doch mehr Leute wie hier im Bild zu sehen, wurden es in der Tat nicht. Nach etwas verbalem Vorgeplänkel zwischen Alexander Monsky („Berufsgeocacher“) und Dr. Tim wurde dann auch der Film gestartet. Benjamin Gorentschitz („MudMen“), der dritte im Bunde, war in seiner Funktion als Orga-Mitglied des Project Glück Auf verhindert. Wer nun, entsprechend dem ganzen Marketinggetöse, das die Protagonisten über Monate aufrecht erhalten haben, einen Kinofilm über ein Abenteuer der Alpenüberquerung erwartet hatte, der wurde enttäuscht. Der „Film“ begann mit minutenlangen Gelaber während einer Autobahnfahrt. Ok, das konnte also nur besser werden. Zwischendrin gab es ein paar wirklich schöne Landschaftsaufnahmen – sofern darauf verzichtet wurde diese im Selfie-Modus aufzuzeichnen. Überhaupt hatte man den Eindruck, dass es darum ging, welches Gesicht wohl am häufigsten zu sehen ist ;). Untermalt wurden die Bilder von eher hektischen Techno-Beats, selbst beim schönsten Panorama. Kann man so machen, muss man aber nicht. Nein, ich will jetzt nicht sarkastisch werden, immerhin bin ich bis zum Schluss sitzengeblieben, wirklich solange bis der Projektor ausging. Das haben ungefähr ein Drittel der Anwesenden nicht so lange ausgehalten.

Wie ich gehört habe, soll der „Film“ noch einmal bearbeitet werden…

Dampfzug

Nach dem „Film“ mussten wir vom Salzlager bei der Kokerei wieder zu Halle 2. Auf dem Weg dahin, dampfte der historische Zug heran den wir an der der Haltestelle bewundern konnten. Dabei ergab ich sich auch noch eine Antwort für einen der Lab Caches 🙂 .

Glück Auf Zollverein Dampfzug

Über Kohle und Kumpel

Nach dem Filmerlebnis freute ich mich auf die Führung „Über Kohle und Kumpel“. Hier war von vornherein klar, dass dies keine Führung über die Zeche sein konnte, dafür wäre eine Stunde viel zu wenig. Wir hatten insofern großes Glück, denn unser Guide wirkte absolut authentisch und verstand es seine Ausführungen mit kleinen Anekdoten zu würzen.

Glück Auf Zollverein Kohleabbau

Überhaupt gelang es ihm eindrucksvoll ein Gefühl für die Arbeitsbedingungen unter Tage zu vermitteln, die vor allem in den Anfangszeiten des Bergbaus vor über 150 Jahren alles andere als ein Zuckerschlecken waren. Über die Zeit wurden diese stetig verbessert, auch um überhaupt genügend Bergleute zu finden, bis am 23.12.1986 die letzten Kumpel einfuhren.

Die Führung war hochinteressant, und man kann jedem nur ans Herz legen bei einem Besuch des UNESCO Weltwerbe Zollverein diese und andere Führungen mitzumachen. Jedenfalls wenn man sich für die Geschichte und Hintergründe interessiert.

Glück Auf Zollverein Kohleabbau Methoden

Auf Zollverein wird zwar schon lange keine Kohle mehr abgebaut, und auch die Kokerei hat längst ihren Dienst eingestellt, doch es herrscht nach wie vor Betrieb. Es muss weiterhin das Wasser (18.000 m³ / Tag) abgepumpt werden und außerdem wird noch „Wetter“ gemacht, sprich Schächte und Stollen werden belüftet. Dieser notwendige Betrieb wird von einer Stiftung gesichert, es handelt sich dabei um die sogenannten Ewigkeitsaufgaben. Würde man diese Aufgaben nicht erfüllen, hätte das fatale Folgen für das gesamte Ruhrgebiet.


Fortsetzung … Teil 2 des Berichts 

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2 Antworten

  1. Schöner Beitrag!

    Mir hat das Event auch super gefallen. Trotzdem ist mir aufgefallen, das mir die etwas kleineren Megas doch ein wenig besser gefallen. 🙂

    Viele Grüße,
    Dosendetektiv

    • webmicha sagt:

      Danke für das Kompliment!

      Pauschal kann ich das nicht so sagen. Mir haben die Gigas in Xanten (GeoXantike) und Essen (Glück Auf) sehr gut gefallen, während ich zB vom MegAdvent in Berlin ziemlich enttäuscht war. Eins meiner persönlichen Highlights ist nach wie vor die GeoKur (2010 in Bad Herrenalb, Nähe Karlsruhe). Damals gab es schon ein tolles Programm mit klasse Side-Events.