Niantic übernimmt geocaching.com

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Niantic, der Spieleentwickler von Ingress und Pokémon GO, hat die Übernahme der weltweit größten Geocaching Plattform verkündet.

Bereits Anfang März kündigte John Hanke, CEO von Niantic, an, dass seine Firma aufgrund der großen Geldmittel, die im Wesentlichen aus den Einnahmen von Pokémon Go resultieren, weitere Investitionen tätigen werde. Das berichtete das Handelsblatt bereits während des Mobile World Congress in Barcelona. Nun lässt Niantic erste Taten folgen.

Synergieeffekte bei den Plattformen

„Mit der Übernahme von geocaching.com“ so Hanke, „versprechen wir uns weitreichende Synergien. Geocacher sind prädestiniert für Outdoor-Aktivitäten, aber auch die Spieler von Ingress oder Pokémon Go sind sehr viel draußen unterwegs um zu spielen. Letztere sind jedoch eher im urbanen Raum unterwegs und das wollen wir ändern.“

Bei Bryan Roth, seit kurzem CEO von geocaching.com, hat John Hanke offene Türen vorgefunden, schließlich ist Bryan ein großer Fan der Aktivitäten von Niantic. Schon letzten Sommer erklärte Bryan in einem Interview mit GeekWire, dass er sehr viele Parallelen zwischen Geocachern und Pokémon Go Spielern sehe: „Both games encourage people to use technology to get outdoors and have an adventure.“ (Beide Spiele ermutigen die Leute dazu Technik zu nutzen um nach draußen zu gehen und Spaß zu haben).

Geocaching wird moderner

Vor allem Geocacher die mit dem Smartphone unterwegs sind, dürfen sich freuen, denn Niantic wird künftig die Entwicklung der Geocaching App übernehmen und hier seine ganze Expertise einbringen. „Wir wollen ganz klar das Nutzererlebnis verbessern.“ verspricht John Hanke. Darin stimmt auch Bryan Roth überein. „Wir sind Spezialisten im Spiel Geocaching, wir wissen wie die Geocacher ticken und was sie wollen. Wir haben eine Datenbank mit den interessantesten Orten der Welt, doch was wir nicht so gut können, ist Softwareentwicklung. Vor allem mit der mobilen Geocaching App haben wir uns in den vergangenen Jahren schwer getan.“ Ziel sei es, mit Niantics geballter Kompetenz in Sachen Software, den Geocachern eine App zu geben, die keine Wünsche offen lässt und es ermöglicht, sich voll und ganz dem Abenteuer Geocaching zu widmen.

Eine Renaissance dürfte vor allem auch Wherigo erleben, diese Plattform, eigentlich eine tolle Ergänzung zu Geocaching, fristet seit Jahren ein bescheidenes Dasein und wurde von Groundspeak immer nur stiefmütterlich behandelt. Wherigo passt dagegen ideal in die Strategie von Niantic, denn damit wird Geocaching interaktiv. Wer schon richtig aufwendige Whereigo-Caches gespielt hat, weiß was ich meine.

Übernahme zeichnete sich bereits ab

So betrachtet, erscheint vieles was in den letzten Monaten im Geocaching HQ passiert ist, in einem anderen Licht:

  • Die Einstellung der Geocaching Classic App, von vielen bedauert, zugunsten einer schlanken App, die nun hoffentlich unter den Fittichen von Niantic in neuem Glanz erstrahlen wird.
  • Die Verschärfung der Spielregeln von geocaching.com, wobei diese im Vergleich mit Anti-Cheat-Kampagnen von Niantic noch Steigerungspotenzial haben. Die Community dürfte es freuen!
  • Auch über den den Rücktritt von Jeremy Irish vom Posten des CEO bei geocaching.com wurde viel spekuliert.

Möglicherweise war das schon eine Entscheidung im Hinblick auf die Übernahme, denn es lag ihm nie im Licht der Öffentlichkeit zu stehen. Das wiederum ist eine Stärke von Bryan, der ja auch selbst zu vielen Geocaching Events auf der ganzen Welt reist und den direkten Kontakt mit der Community sucht.

Stillschweigen über Kaufpreis

Dem Vernehmen nach haben beide Seiten Stillschweigen bezüglich des Kaufpreises vereinbart. Auch die Key Performance Indikatioren für die Übernahme wollte Niantic nicht kommentieren. Das ist nicht ungewöhnlich, schweigen sich doch beide Unternehmen beharrlich über die tatsächlichen Nutzerzahlen der jeweiligen Plattform aus.  In diesem Punkt wird sich für Geocacher, Ingress- und Pokémon Go-Spieler nichts ändern. Man ist einer von vielen, aber man weiß nicht von wie vielen.

Hintergrund zu den Unternehmen

Groundspeak, Betreiber von geocaching.com, wurde im September 2000 von Jeremy Irish, Bryan Roth und Elias Alvord gegründet. Bis heute war Groundspeak in Privatbesitz.

Niantic wurde 2010 von John Hanke als internes Start Up „Niantic Labs“ bei Google gegründet. Das erste Produkt war „Field Trip“ eine mobile Anwendung die einem die coolen, versteckten und einzigartigen Dingen in der Welt um einen herum zeigen sollte. Etwas ähnliches gibt es auch von Groundspeak, bei Waymarking können Nutzer Orte und Sehenswürdigkeiten markieren um anderen darauf aufmerksam zu machen.

Im November 2012 startete Niantic mit Ingress ein location based game, das es in dieser Form noch nie gab. Richtig bekannt wurde Niantic spätestens mit dem Start von Pokémon GO, der mobilen Version des Klassikers von Nintendo. Spätestens jetzt begannen die Einnahmen nur so zu sprudeln, denn die Monetarisierung von Ingress war eher verhalten. Mit Pokémon GO erreichte Niantic viel mehr Anwender und vor allem jugendliche Spieler inverstierten große Teile ihres Taschengelds um schnell Fortschritte im Spiel zu machen. Auch wenn der Hype deutlich nachgelassen hat, gibt es eine sehr große, stabile Spielergemeinschaft.

Fazit

Wer Ingress und / oder Pokémon GO kennt oder gespielt hat, der weiß welche hohe Qualität die Apps haben, ganz unabhängig von den Spielen als solchen. Stellt man sich nun den Effekt vor, den die Geocaching App oder auch WHERIGO erleben werden, dann kann man eigentlich nur noch jubeln, denn dann brechen wahrlich goldene Zeiten für uns Geocacher an 🙂 .

Sobald weitere Details bekannt werden, informieren wir euch natürlich hier im Blog.

Update: 
Dieser Artikel ist natürlich ein Aprilscherz. Allerdings zeigen unsere Aprilscherze manches Mal doch Wirkung, wie z. B. mit dem Souvenir zum Dönerstag 😉 . Wir hoffen euch damit Spaß bereitet zu haben, Bryan hat es jedenfalls gefallen 🙂 .

Bryan gefällt unser Aprilscherz (Facebook)

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1 Antwort

  1. webmicha sagt:

    Natürlich haben es die meisten sofort erkannt: dieser Beitrag ist unser Aprilscherz 2017 🙂

    Doch als wir 2015 mit dem Dönerstag-Souvenir in den April gestartet sind, hätte auch keiner gedacht, dass es mal wahr wird 😉