Geocaching in Wald und Flur

Seit ich diesen Blog betreibe, habe ich durch Bookmark- und Watchlisten recht viele Caches „unter Beobachtung“. In erster Linie geht es mir darum mitzubekommen wenn bestimmte Caches disabled oder archiviert werden, aber auch wenn sie wieder zum Finden zur Verfügung stehen.

Viele interessante Logs

Dass, bei den vielen Notify-Mails auch viele wirklich interessante Logs dabei sind versteht sich von selbst. So wurde ich schon auf einige herausragende Caches aufmerksam, einige die sehr oft geloggt werden, aber auch welche die eher unbekannt und wenig frequentiert sind. Es macht Spass diese Logs zu lesen, obwohl es unter uns Cachern nicht wenige gibt, die es einfach nicht zu würdigen wissen wieviel Mühe manch Owner auf sich nimmt um uns zu bespaßen, und dies mit einem lapidaren TFTC quittieren.

Fehlverhalten wird auch geloggt

Nachdenklich macht mich aber, wenn sich Cacher ganz offensichtlich nicht an die einfachsten Regeln halten und sich dessen entweder gar nicht bewusst sind, oder es ignorieren.

Besonders beliebt ist, sich im Wald durchs Unterholz zu schlagen oder querfeldein zu laufen. Auch der eine oder andere Bach wird mal eben durchquert. Als Grund wird meist angegeben damit den Weg abzukürzen.

Leider sind es eben genau diese Abkürzungen die der Natur schaden! Gerade das Unterholz ist im Wald der Rückzugsraum vieler Tiere und durch solche Aktionen wird dann das Wild aufgeschreckt. Dabei läuft das Wild nicht unbedingt fluchtartig davon, sondern es bleibt in Deckung und wird durch die erzwungene Wachsamkeit gestresst.

Das Durchqueren von Senken und Bachläufen kann ebenfalls größere Schäden anrichten, denn hier sind die Ökosysteme oft besonders empfindlich: Schilf und andere Röhrichtgewachse werden umgeknickt, je nach Jahreszeit können dabei Nester und Gelege zerstört werden.

Rücksicht auf Flora und Fauna ist Pflicht

Vor allem im Herbst zieht es uns Cacher vermehrt in den Wald, die Vegation ist nicht mehr so dicht, es wird relativ früh dunkel was dem Nachtcachen entgegenkommt, und die beginnende Verfärbung des Laubes ist besonders schön. Es ist aber auch die Zeit in der sich viele Tiere auf den Winter vorbereiten.

Es wäre schön, wenn ihr bewusst macht, dass wir nicht allein in Wald und Flur unterwegs sind und ihr euer Verhalten immer wieder mal selbstkritisch betrachtet. Wer in Gruppen unterwegs ist, soll ruhig auch mal andere davon abhalten eben diese Fehler zu machen.

Fast alle sind in der Lage anhand von Karten auf den GPSrn oder Smartphones den Weg zum Cache so zu gehen, dass man solange wie möglich auf den Wegen bleibt. Und wenn man sich mal verläuft, dann muss man halt auch mal einen Umweg in Kauf nehmen oder den Weg zurückgehen. In der Zeit die man benötigt um sich hundert Meter durchs Unterholz zu „kämpfen“, kann man auf dem Weg locker mehrere hundert Meter zurücklegen.

Ein positiver Nebeneffekt ist übrigens, dass man sich weniger Zeckenbefall aussetzt, was auch das Risiko eines Zeckenstiches erheblich reduziert.

Geocaching in Wald und Flur soll uns allen Spaß machen und damit wir das  Naturerlebnis auch dauerhaft genießen können, sollten wir einfach mal darüber nachdenken, ob alles was wir tun auch wirklich sein muss.

In diesem Sinne: Bis bald im Wald!

[notice]Hilfreiche Lektüre

Die niedersächsischen Landesforsten haben eine Infoseite zum Geocaching erstellt. Auch wenn wir hier in Ba-Wü sind und durch den Förderalismus jedes Bundesland seine eigenen Waldgesetze hat, ist es trotzdem sinnvoll die genannten Aspekte zu beachten. Es ist sicher nur eine Frage der Zeit bis auch in anderen Bundesländern Reglementierungen für’s Geocaching entstehen.

In Hessen ist es weniger ausführlich dargelegt, und in Sachsen gibt es ein Infoblatt. Auch ForstBW arbeitet wohl schon an entsprechenden Regeln, doch dazu ist noch nichts veröffentlicht. Anfang September hat der SWR das Thema Geocaching aufgegriffen.

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3 Antworten

  1. Ralph sagt:

    Interessante Links. Du schreibst, dass zum Herbst das Nachtcachen wieder zunimmt. Doch dieses wird ja bei allen Verweisstellen abgelehnt.
    Ist also auch eine zwiespältige Aktion.
    Das Hobby interessant zu gestalten und den Naturschutz zu berücksichtigen ist eine Gratwanderung.

  2. webmicha sagt:

    Nachtcaching wird nicht generell abgelehnt. Es gibt auch in Wäldern durchaus Bereiche die relativ wenig Wildpopulation haben.

    In Niedersachsen müssen NC mit dem zuständigen Revierleiter abgestimmt werden und sind nur an befestigten Wegen erlaubt.

  1. 22. Mai 2014

    […] die konkrete Leitlinien für naturverträgliches Geocaching erstellt haben. Darüber haben wir auch letztes Jahr schon […]