Pirates make Legends: die Finkenpiraten

Finkenpiraten

Besondere Geocaches

Wer ein Liebhaber ganz besonderer Caches ist, kommt an dem Namen Finkenpiraten nicht vorbei. Sie zählen deutschlandweit zu den bekanntesten Ownern, fast alle ihre Caches sind blaubebändert. Ganz besonders ragen jedoch drei Multis heraus, die jedes Cacherherz höher schlagen lassen, nicht nur weil sie an außergewöhnlichen Locations liegen.

Drei hochdotierte Multi-Caches

Da ist seit August 2014 für Märchenliebhaber der Multi Grimm’s Erben, der von bessercacher.de empfohlen wird und auch nach vier Jahren noch mit über 1200 Favoritenpunkten bei 87 % liegt. Auch wurde er vom Geocaching-Magazin als Cache des Monats ausgezeichnet.

Grimms Erben - a Geocache by Finkenpiraten

Viel Zeit ließen die engagierten Owner nicht verstreichen, bis sie im Februar 2015 den Cache „Der falsche Major!“ legten, der 91 % blaue Schleifchen aufweist.

Der falsche Major - a Geocache by Finkenpiraten

Im November 2015 wurde nochmals nachgesetzt mit der „Akte 69 – ungeklärt!“ , einem Multi für Ermittler ab 16 Jahren, der sogar 94 % Favoritenpunkte aufweist.

Akte 69 - a Geocache by Finkenpiraten

Auch bei dem legendären LostPlaceWettbewerb der Kingz spielten die Finkenpiraten in vorderster Reihe und gewannen sowohl 2015 als auch 2016 mit „Grimm’s Erben“ und der „Akte 69“ den Wettbewerb.

Wer sind die Finkenpiraten?

Wer steht hinter dem Namen Finkenpiraten und setzt so viel Kreativität, Zeit, Mühe und Liebe in Geocaches, die ganz nebenbei auch einiges an Geld kosten und viel Wartungsarbeit erfordern?

Es sind Elena und Meik aus Braunfels/Hessen, die, meist begleitet von ihrem Cacherhund Lady Juma, unser Hobby Geocaching seit 2009 intensiv betreiben, Lostplaces lieben und Geocoins sammeln.

Finkenpiraten

Wir kennen uns schon eine Weile durch die Coinercommunity und ich freue mich, dass mir die beiden gerne ein paar Fragen für den Blog beantwortet haben. Nachdem endlich Gelegenheit war, ein Tag ins  „Finkenpiratenland“ zu fahren, reichte die Zeit sogar für ein kurzes Treffen.

Interview

Ursula: Wie schön, dass ich nun endlich eure tollen Caches „erleben“ konnte, „besuchen“ wäre hier der falsche Ausdruck.  Ihr  beiden cacht ja nun schon acht Jahren. Wie seid ihr eigentlich zu diesem Hobby gekommen?

Meik: Ich war damals ambitionierter Läufer, unter anderem bin ich auch Marathon gelaufen und habe zum Ausgleich noch andere Outdoor-Aktivitäten gesucht. Gleichzeitig habe ich im Netz aber noch nach einem Navigationsgerät gesucht und bin so über Geocaching gestolpert. Der erste Geocache war dann ganz ohne Navigationsgerät.

Der hieß „Hinter der Schule“, und war in einer Mauer bei meiner ehemaligen Grundschule in Nordhessen. Es hatte mir Spaß gemacht und wenig später war ein Garmin eTrax mein Eigentum. Seit Oktober war ich dann als Finkenpirate unterwegs.

Im April 2010 haben ich Elena kennengelernt. Sie selbst wusste was Geocaching ist und war schon ein paar Mal mit einem Freund zum Cachen unterwegs. So wurde dann aus Finkenpirate – Finkenpiraten.

Von 2011 bis Anfang 2014 gab es zusammen mit einem anderen Owner noch das Gemeinschaftsprojekt „DieDiplomaten“. Unter diesen Account legten wir den ein oder anderen Lost Places Cache.

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Ursula: Mittlerweile habt ihr über 6000 Founds. Hat sich euer Cacherverhalten in den letzten Jahren verändert?

Meik: Ich denke schon. Gerade am Anfang legte man Wert drauf, möglichst viele Caches zu finden. So wurde bei Fahrten in den Urlaub, an vielen Tank- und Raststätten angehalten. Man legte Wert darauf die Matrix voll zu bekommen, heute würden wir dies belächeln.

Mittlerweile ist die Statistik Nebensache geworden und auch bei den Fahrten in den Urlaub lassen wir die Tank- und Raststätten-Caches meist links liegen. Sollte ein Cache zufällig dort liegen wo wir eine Pause einlegen, suchen wir den nach Lust und Laune auf.

Mittlerweile legen wir mehr Wert auf Qualität und vor allem Lost Places haben es uns angetan. Wir nehmen uns mehr Zeit und genießen die Caches und ihre Umgebung. Was Lost Places angeht, so besuchen wir diese auch, wenn dort keine Dose liegt und so hat sich neben dem Geocachen noch das Urbexen entwickelt.

Finkenpiraten

 

 

Ursula: Bis 2014 habt ihr fast 90 Caches gelegt und dann ging es erst richtig los. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, Grimm’s Erben zu legen und wie entstanden eure beiden anderen Highlights?

Elena: Als wir mit dem Cachelegen anfingen, war gerade unsere „Klein & Gemein“ Serie mein Steckenpferd. Hier handelt es sich um Caches die wir an die Umgebung angepasst haben. Einige von ihnen gibt es noch, andere sind aus verschiedenen Gründen ins Archiv gewandert.

Was Grimms Erben angeht, so liegt dieser in unserem Lieblingswald, in dem wir auch regelmäßig mit unserer Cachedoghündin „Lady Juma“ unterwegs sind. Dann habe ich irgendwann, das gewisse „Etwas“ entdeckt.

Eine Nachfrage bei DSLJK, einem befreundeten Cacher, der genau zum richtigen Zeitpunkt der richtigen Tätigkeit nachging, bescherte es uns, dass wir diesen besonderen Teil für unseren Cache nutzen durften. Das Thema Märchen hatten wir schon länger auf dem Plan, dies entstand, als wir bei einer Erkundungstour auf einen Sargdeckel stießen. Da kam uns der Gedanke, sowas wäre mal was für einen Dornröschen Cache.

Der Sargdeckel stammte von einer Krimesbeerdigung und wurde noch gebraucht, so dass aus Dornröschen leider nichts wurde, aber die Idee für einen Märchen-Cache war geboren.

Die Location vom falschen Major kannten wir schon sehr lange und dort lag auch schon einmal ein Cache von uns. Da die Örtlichkeit allerdings von Schrottdieben heimgesucht wurde und wir Bedenken hatten, dass die Zerstörungen nachher auf die Cacher zurückfallen, ging der Cache ins Archiv.

Unsere Cacherfreunde die 4Lemminge meinten eines Tages, ob wir nicht wieder einen Cache dort auslegen wollten. Sie könnten auch einen Kontakt zum Eigentümer herstellen. Daraufhin drauf hin bauten wir einen neuen und seitdem treibt der falsche Major dort sein Unwesen.

Die Idee für die Story hatte Meik.

Finkenpiraten Cachedog

Meik: Die Story habe ich eigentlich einfach den örtlichen Gegebenheiten angepasst. Das geht recht schnell und entsteht beim Begehen der Location und auch die Stationen werden dann der Örtlichkeit und der Story angepasst. Nach der Fertigstellung wurde der Eigentümer bzw. Verwalter eingeweiht und einige Absprachen getroffen. Es funktioniert super gut und jeder zieht da seinen Nutzen raus.

Die Idee für die Akte entstand ebenfalls aus einer Entdeckung heraus. Nach dem Mega Event „Projekt Eck“ in Koblenz fanden wir am nächsten Tag bei dem Multi-Cache „Preußischer Schießplatz“ in einem Bunker einige Sexspielzeuge, Lack & Leder und einige SM-Utensilien. Die Sachen waren wohl nach einem Video-Dreh oder was auch immer liegengeblieben. Na, das wäre auch mal eine Cache-Idee ging es uns durch den Kopf.

Die Idee geisterte seitdem immer im Kopf herum, doch die passende Location hierzu war nie gefunden. Etwa 3 Jahre später kam Karsten von den 4Lemmingen auf uns zu und meinte, er habe eine Location die uns interessieren könnte.

Ja, es war genau die Location für unsere Idee und so entstand die Akte69. Die 4Lemminge und eine weitere Cacherfreundschaft, Der Grüne Waldgeist, halfen uns bei der Gestaltung kräftig mit.

Im groben weiß man jetzt worum es bei der Akte 69 geht, doch viel mehr wollen wir da jetzt nicht verraten, das wäre sonst zu viel gespoilert.

Akte 69 - a Geocache by Finkenpiraten

Ursula: Wie lange dauert es, bis ihr eine Idee umgesetzt habt? Wie viel Arbeit, Zeit und auch Geld steckt dahinter bis der Cache gepublished ist?

Elena: Das kann man im Einzelnen schlecht sagen, da manche Idee schon Jahre zurückliegt und dann oft alles mit dem Finden der richtigen Location zusammenfällt. Ist die erst mal gefunden muss man schauen, was man alles machen kann. Meist kommen dann auch die Ideen zu den einzelnen Stages. Meik ist zwar handwerklich einigermaßen geschickt, doch alles kann er auch nicht. Zu unserem Leid haben wir auch keine eigene Werkstatt oder einen größeren Raum wo man bauen und basteln kann, so dass wir bei einigen Sachen auf die Hilfe anderer angewiesen sind oder auch einiges kaufen müssen. Wir versuchen aber das Beste daraus zu machen und bisher hat es auch gut geklappt.

Was die Kosten angeht, so werden für einen aufwendigen Cache schon mal mehrere hundert Euro in die Hand genommen. Oftmals sind es die kleinen Dinge, Folgekosten oder auch laufende Kosten, die die Kosten in die Höhe schnellen lassen.

Aber wir investieren gerne Geld in unsere Caches, da auch das Cachelegen ein Hobby ist und man als Lohn überwiegend schöne Logs bekommt. Aber auch mit konstruktiver Kritik können wir umgehen, denn diese hilft einem Owner, Dinge besser zu machen oder Kleinigkeiten zu ändern.

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Ursula: Wieviel Wartungsarbeiten habt ihr jeden Monat, bestimmt gibt es auch immer wieder Zerstörungen?

Meik: Je mehr Caches man hat, desto mehr Wartung fällt natürlich an, daher sind auch einige Caches von uns ins Archiv gewandert. Wir hatten einige Höhlen-Caches, die auf Grund des Zeitmangels und den getroffenen Absprachen mit dem Fledermausbeauftragten, die Dosen während der Fledermausschutzzeit aus den Höhlen zu holen, ins Archiv gewandert sind. Im Monat fallen da schon einige Stunden an, genau kann man das nicht einschätzen. Häufig nimmt das Beantworten von Fragen zu unseren Mysteries oder das Bitten um eine Ausnahme bei den Gruppenstärken oder der Startzeiten, mehr Zeit in Anspruch.

Was mutwillige Zerstörungen angeht, so sind wir bei den meisten Caches, davon verschont geblieben. Unseren falschen Major hingegen, hat es dafür mehrfach und dazu recht heftig erwischt, so dass wir immer kurz davor waren, diesen ins Archiv zu schicken.

Nach solch einem Vorfall ist man selbst erst mal geschockt, wütend und vor allem traurig, wenn sieht, dass Schlösser aufgebrochen wurden, Stationen zerstört auf dem Boden liegen oder gestohlen wurden. Als Krönung wurden dann auch noch menschliche Hinterlassenschaften vor Ort gelassen. Man muss dann erstmal tief durchatmen, sich den Kopf freimachen und sehen wie und ob es weitergeht. Mit Elena habe ich da den besten Partner an meiner Seite. Wir können uns gegenseitig motivieren und ergänzen uns in vielen Dingen.

Aber auch von der Comunity kommen viele ermutigende und tröstende Worte, sowie Hilfsangebote jeglicher Art – wirklich Wahnsinn. Hierdurch kann man neue Kraft und Stärke sammeln, sodass man zur Entscheidung kommt, den Cache doch weiter leben zu lassen.

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Ursula: Ganz bestimmt hattet ihr aber auch besondere Erlebnisse und Begegnungen, welche? Auf was seid ihr besonders stolz?

Meik: Besondere Erlebnisse gibt es beim Cachen ja immer. Ein besonderes Erlebnis war es, als wir von Freunden zur Hochzeit einen Hotelaufenthalt in Berlin, mit den Worten: „Ein echter Cacher muss den „First Germany“ besucht haben“, geschenkt bekamen. Neben dem „First Germany“ besuchten wir dann noch den LP Cache „IRRE! Dr. Amenta LP“ (GC29FV7), der sich dort in der Nähe befand. Für uns, von der Location her, einer der bisher beeindruckendsten LPs.

Begegnungen hatten wir in unserer Cacherlaufbahn schon so allerhand. Aus einigen sind wahre Freundschaften geworden. Trotz weiter Entfernungen sieht man sich regelmäßig oder organisiert gemeinsame Treffen.

Auf was ist man besonders stolz? Schwierige Frage, wenn man Lob für die gelegten Caches, sei es durch Logs, per Mail oder persönlich mitgeteilt bekommt, macht das einen schon in gewisser Weise stolz. Doch besonders gefreut haben wir uns, als kürzlich eine Bekannte meinte, dass sie uns besonders mag, weil wir trotz der hochgelobten Caches, die gleichen geblieben sind.

Finkenpiraten

 

Ursula: Im Juli habt ihr eine eigene Geocoin aufgelegt. Was hat euch dazu bewegt und wie ist das Design entstanden?

Meik: Ja, neben den Geocachen, sind wir irgendwann zum Coinern gekommen. Schuld daran sind eigentlich die LostPlaces4theKingz mit ihren LP02 Bunkertüren. Die haben genau unseren Geschmack getroffen. Neben den Bunkertüren gesellten sich dann immer mehr Coins in unsere Sammlung, wobei wir unser Sammelgebiet schon sehr enggesteckt halten.

Irgendwann entwickelt man dann das Bedürfnis, mal eine eigene Coin zu designen. Mit dem Gedanken spielten wir schon eine längere Zeit. Eigentlich war von Anfang an klar, dass unser Avatar, der Piratenkopf, bei einer von uns entworfenen Coin eine Rolle spielen wird. Schon bei Wood-Coins oder Token, bei denen wir den Kopf verwendeten, kam dieser sehr gut an. Die Rückseite hat sich dann so entwickelt.

Wir sind dann mit unserer Idee an Martina vom Cache-Corner herangetreten und die war sofort Feuer & Flamme vom Design. Eigentlich waren insgesamt nur 4 oder 5 Editionen geplant, wobei es nur eine über uns geben sollte, 7 sind es schließlich geworden, wobei man nun 2 über uns erhalten konnte.

Finkenpiraten Coins

Bei der Gelegenheit möchten wir noch ein Geheimnis lüften, es wird bald auch eine Akte 69 Geocoin geben. Die Samples haben wir bereits gesehen und die Produktion ist angelaufen. Wir hoffen, dass wir diese im September präsentieren können. Das Design zu dieser Coin hat die Mietzecacherin für uns entworfen und sie hatte es nicht einfach, da Groundspeak nicht so mitspielte wie wir es uns vorgestellt hatten und so einige Designs verworfen wurden. Uns erscheint es so, dass in Amerika, wohl wirklich der Storch noch die Kinder bringt …

Ursula: Wenn ihr einen Wunsch an die Comunity frei hättet, was wäre dies?

Elena: Eigentlich haben wir keine großartigen Wünsche an die Comunity, meist sind es Kleinigkeiten, beispielsweise, dass der Wunsch des Owners zu den Angaben im Listing respektiert wird. Dass sich an die Gruppengröße oder genannten Zeiten gehalten wird, die haben meist einen Grund. Es kostet unsere Freizeit, diese Mails zu beantworten und ist wirklich überflüssig.

Meik: Von Groundspeak selbst würde ich mir wünschen, dass auch die Arbeit der Owner mehr gewürdigt wird, denn da tut sich unserer Ansicht nach, mal rein gar nichts.

Ursula: Gibt es neue Ideen für die Zukunft?

Elena: Ideen haben wir noch so einige, doch meist scheitert es schon an der geeigneten Location, wobei wir an einer Sache wieder dran sind, obwohl wir diese erst beiseitegelegt hatten. Näheres wollen wir hierzu aber noch nicht zu sagen, da wir selbst noch nicht wissen ob was daraus wird und wie sich die ganze Sache überhaupt umsetzen lässt

Danke für das Interview

Vielen Dank für das interessante Interview, Elena und Meik. Wie schön, dass es mit einem Treffen hier bei euch geklappt hat.  Noch bin ich völlig überwältigt von den grandiosen Abenteuern, durch die ich in euren Multis geführt wurde und möchte mich auch hierfür nochmals ganz herzlich bedanken. Das Motto auf eurer Finkenpiraten Coin trifft absolut zu:

„Pirates make legends“.

 

Finkenpiraten und Wuselelfe

 

 

 

 

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