Faszination Lost Place

Tour de  Luxemburg

Eigentlich sollte an diesem Wochenende der Ulmer Festungsschatz gehoben werden, doch die Fledermäuse hielten unser Team davon ab.

Als Alternative wurde eine Lost Place Tour im südlichen Luxemburg beschlossen – eine Entscheidung, die wir nicht bereuen sollten.

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Verlassene Monumente

Esch-sur-Alzette ist ein Industriestädtchen an der Grenze zu Frankreich. Bereits bei der Anfahrt fängt das Cacherherz  an höher zu schlagen. Verlassene Gebäudekolosse mit zersplitterten Fensterreihen und endlos langen, alten Mauern stehen wie einsame Riesen neben den Straßen, einige sogar umgeben von modernen Gebäuden.

Unglaublich, dass hier eine derart große Anzahl an verlassenen Fabrikruinen  auf riesigen Arealen stehen,  um die sich keiner mehr kümmert.

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Bizarre Welten

Schon beim Betreten der  ersten Location war ich absolut fasziniert. Es war wie ein Eintauchen in eine andere Welt, eine irre Mischung aus abgeblätterten Wänden, rostigen Maschinenteilen und bunten, farbenfrohen Graffitykunstwerken. Die Natur eroberte sich bereits einen Teil des Gebäudes zurück, was durch die Sonnenstrahlen, die durch die zersplitterten Fensterscheiben hinein leuchteten, besonders eindrucksvoll aussah. Stundenlang hätte ich staunen können, aber es galt ja noch einige Aufgaben zu lösen.

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Rostige Brücken und bekannte Drehorte

Auch die weiteren Lost Places standen der ersten Location in nichts nach. Verrostete Eisenbahnbrücken und Erzaufarbeitungsanlagen standen auf dem Plan. Hier ist sogar  der bekannte Spielfilm „Die purpurnen Flüsse 2“ mit dem französischen Schauspieler Jean Reno gedreht worden. Mehrere hundert Meter lang ist die Anlage, ein unglaubliches Gefühl wenn man sie abschreitet.

Abartig verzauberte, verlassene Welten  ließen einen entrücken und das Cachen fast vergessen.

Der Abschluss der Tour sollte in der bekannten Industrieanlage „Red Land“ stattfinden. Hier war einmal eine riesige Heizkraftanlage installiert, deren monumentales Gerippe auch heute noch beim Besteigen der maroden, wackeligen Treppen zu sehen ist und die gesamte Höhe des riesigen Komplexes ausfüllt.  Wind zieht durch die zerbrochenen Fenster, die Metallplatte auf denen die Treppe installiert ist,  ist verrostet und zeigt bereits große Risse und Löcher. Wie lange sie wohl noch halten wird? Ein Vogelnest in einem rostigen Rohr spiegelt Zeichen neuen Lebens wider.

Die Faszination der Lost Places, Orte, an denen das Leben stehen geblieben zu sein scheint, hat auch mich in ihren Bann gezogen. Noch lange werde ich an dieses beeindruckende Wochenende denken.

Wie schützt man Lost Places?

Zum Schutz der dortigen Caches habe ich hier die genauen Namen und GC Nummern der Caches nicht erwähnt.

  • Jeder Cacher sollte sich bewusst sein, dass er  solche Gelände auf eigene Verantwortung betritt.
  • Die oberste Regel ist: nichts mitnehmen und nichts da lassen.
  • Verhaltet euch respektvoll und zerstört nichts.
  • Respektiert beim Besuch der Lost Places die Ownerwünsche bzgl. der Logs und der Fotos, die hoch geladen werden.
  • Besucht niemals einen Lost Place-Cache, wenn dieser disabled ist.
  • Das Beteten der Räumlichkeiten kann gefährlich sein: passt auf, wo ihr hin tretet und nehmt die Ausrüstung mit, die in den Attributen angegeben ist.
  • Geht nicht allein!
  • Schützt euch gegebenfalls mit Atemmasken, Handschuhen und Kopfbedeckung. Lost Places können mit Schadstoffen belastet sein.
  • Die Kleidung sollte alle Körperteile bedecken und nicht schmutzempfindlich sein.
  • Das Mitnehmen von Kindern sollte genau überlegt werden.

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1 Antwort

  1. 8. Dezember 2014

    […] Weite Wege nehmen viele Geocacher aus Baden-Württemberg auf sich, um spannende Abenteuer in verlassenen Gebäuden erleben zu können (s. mein Bericht zu Luxemburg). […]