Geocaching und Polizei

Diese Woche ist wieder ein Fall bekannt geworden, der ganz typisch ist und ein Paradebeispiel dafür, dass man sich beim Verstecken eines Geocaches manchmal gar nicht genug Gedanken machen kann.

Doch der Reihe nach, denn zunächst berichtete die Leiziger Volkszeitung von einem Polizeieinsatz an einer S-Bahnstrecke, welcher durch einen Geocache verursacht wurde. Weil der Geocache an einer Bahnstrecke versteckt wurde, rief das natürlich die Bundespolizei Leipzig auf den Plan.  Für die Untersuchung des Behälters musste der Zugverkehr angehalten werden, bis sich schließlich herausstellte, dass es sich um einen Geocache handelt.

In der Folge meldete sich der Owner des Caches bei der Bundespolizei und stellte sich dem Gespräch. Wie die Bundespolizei in einer Pressemitteilung daraufhin mitteilte, zeigte sich der Owner selbstkritisch. Er habe einfach nicht nachgedacht welche Auswirkungen der Cache an diesem Platz haben könne und dies andere möglicherweise in Gefahr bringt.

An dieser Stelle weisen wir  zum wiederholten Male auf die Publikation „Die Bundespolizei und das Geocaching“ hin, welche kostenlos zum Download (als PDF) zur Verfügung steht.

Nicht das erste Mal

Dass durch das Verstecken eines Geocaches ein Polizeieinsatz ausgelöst wurde ist leider kein Einzelfall. In der Vergangenheit gab es das schon öfter, teilweise sogar unter Einsatz von Spezialkräften wie Bombenentschärfern (zuletzt im August in Hildesheim). In unserem Pressearchiv findet ihr Artikel und Berichte dazu.

Überlegungen zum Verstecken eines Geocaches

Die allergrößte Hilfe ist der gesunde Menschenverstand. In den meisten Fällen reicht es völlig ein paar Mal kreuz und quer zu denken um zu bewerten ob das potenzielle Cacheversteck wirklich so toll ist wie man sich das gedacht hat. Sollte das nach ein paar Überlegungen nicht der der Fall sein, ist es meist besser darauf zu verzichten die angedachte Stelle zu bedosen.

Wichtig ist auch zu berücksichtigen wie andere das Versteck sehen.

  • Ist der Behälter sichtbar oder kann er auch zufällig entdeckt werden?
  • Kann es zu Irritationen und Missverständnissen führen wenn jemand an dieser Stelle etwas sucht?
  • Ist das Erreichen des Geocaches gefahrlos möglich?
  • Kann man ausschließen, dass ungeeignete (gefährliche) Abkürzungen verwendet werden?

Mit diesen grundsätzlichen Gedanken sollte sich jeder Cache Owner auseinandersetzen BEVOR er einen Cache platziert. Desweiteren kann es nicht schaden wenn man öffentliche Stellen über das Vorhandensein eines Geocaches informiert. Bauhöfe und Gartenbauämter der Gemeinden sind dankbar für solche Infos. Es geht nicht darum, dass sie jeden Cache der im öffentlichen Raum gelegt wird genehmigen müssen oder wollen, aber das Wissen wo Dosen liegen hilft einfach Missverständnisse zu vermeiden. Und sollte es sich um eine ungeeignete Stelle handeln, dann wird man schnell darauf aufmerksam gemacht, ganz ohne Stress.

Geocache kennzeichnen

Leider unterlassen es nach wie vor viele Owner ihre Geocaches als solche kenntlich zu machen. Dabei gibt es absolut keinen Grund der dagegen spricht. Erstens weiß der Geocacher sofort, dass er den Cache gefunden hat und zweitens hilft das auch Zufallsfindern damit umzugehen. Genauso wichtig ist auch eine Kontaktmöglichkeit anzugeben. Man muss ja nicht gleich seine Adresse auf den Cache schreiben, aber wenigstens eine E-Mail-Adresse sollte es sein. Bei aufwändigeren Dosen kann es sinnvoll sein eine Telefon-Nummer anzugeben. Das hilft auch bei Problemen an der Dose wenn z. B. mal etwas nicht so funktioniert wie es sollte.

Um einen Geocache kenntlich zu machen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Diese reichen von eindeutigen Beschriftungen und Aufklebern zu Stashnotes welche man zusätzlich hineinlegt. Man kann diese Dinge in diversen Geocaching Shops kaufen oder mit diversen Anleitungen selbst basteln. Eine einfache Internetsuche führt sofort zu passenden Ergebnissen.

Dann gibt ja immer noch einige die meinen, dass man Geocaching anonym betreiben kann und nur „Eingeweihte“ an dem Spiel teilnehmen. Die zeigen sich auch nur vermummt auf Fotos und vergessen dabei, dass Geocaching längst in der Gesellschaft angekommen und bekannt ist. Auch Behörden wissen mittlerweile wie man auf den einschlägigen Plattformen an Infos kommt und wenn erst mal polizeiliche Ermittlungen laufen gibt es keine Anonymität mehr.

Geocaching und Polizei ist überhaupt kein Widerspruch, und unter den Beamten gibt es auch mehr und mehr Geocacher. Die wollen nämlich auch entspannen und coole Orte oder die Natur erleben 🙂 .

Wer seinen Geocache mit gutem Gewissen versteckt hat, der muss auch nichts fürchten. Und wer ein schlechtes Gewissen hat, sollte überdenken was er macht oder sich ein anderes Hobby suchen.

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