Kinderschädel löst Polizeieinsatz aus

Es ging heute wie ein Lauffeuer durch die Presse und die sozialen Medien, z. B. Twitter: der Fund eines vermeintlichen Kinderschädels, welcher Teil eines Geocaches ist.

Wieder einmal hat es unser Hobby in Schlagzeilen geschafft. Nur leider kommen auf eine positive Meldung, die übrigens selten bis gar nicht eine solche Verbreitung erfahren, gefühlt mindest zwanzig negative Artikel.

Das ist passiert

In einem Waldstück in Grünwald bei München haben Pilzsammler gestern einen Schädel gefunden. Dieser, wohl wies Spuren von Gewalteinwirkung auf und wurde augenscheinlich einem Kind zugeordnet. Daraufhin haben sie die Polizei verständig, welche das Waldstück umgehend absperrte. Wie es bei Verdacht auf ein Kapitalverbrechen so ist, rückte zunächst die Spurensicherung an.

Schnelle Aufklärung

Natürlich fand die Spusi schnell heraus, dass es sich bei dem Kinderschädel um eine Attrappe, den Meldungen nach jedoch täuschend echt gemacht, handelt. Zudem wurden auch weitere Utensilien gefunden die auf einen Geocache deuteten, und als solchen stellte es sich dann auch heraus.

Virale Effekte

Außer bei Twitter wurde die Geschichte natürlich auch bei Facebook verbreitet und wie es ebenfalls typisch ist, entsprechend oft geliked. Nun mag man sich fragen, was die Leute dazu veranlasst sowas  mit „gefällt mir“ zu markieren.

FB_Merkur

Ich bin mir sicher, dass auch Weltuntergangsmeldungen mit jeder Menge „gefällt mir“ versehen werden würden und diese Leute es vermutlich auch dann noch für einen Spaß hielten, wenn die Welt wirklich untergeht.

Was ich damit sagen will ist, dass ich es immer wieder merkwürdig und befremdlich finde, wie Geocacher auf Meldungen reagieren, die uns alle nicht gerade im besten Licht dastehen lassen.

Natürlich es es toll wenn Owner ihrer Kreativität freien Lauf lassen und uns mit super Caches beglücken. Andererseits ist das wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man nie weit genug denken kann. Gerade Pilzsammler sind, außer uns, diejenigen, die weit abseits der Wege durch den Wald streifen. Und ähnlich wie wir, drehen sie auf der Suche nach Beute auch Gegenstände um die auf dem Boden liegen. Den Schreck kann ich mir gut vorstellen, und es ist ja auch nicht das erste Mal, dass Pilzsammler, wie auch Geocacher, Leichen oder Leichenteile finden. Weil das gar nicht so selten ist, fällt der Spassfaktor nicht besonders hoch aus, und selbst wenn sich im Nachhinein das Ganze als Teil eines Spiels herausstellt, dürfte den Betroffenen nicht unbedingt nach Lachen sein.

Die Polizei wird sicher froh darüber gewesen sein, kein Verbrechen verfolgen zu müssen, doch es kam unnötigerweise zu einem Einsatz, der erhebliche Ressourcen benötigte.

Wie ist eure Meinung zu solchen Aktionen? Muss man als CO im Vorfeld an sowas denken oder darf man das einfach nicht so eng sehen?

Presseartikel

Die erste Meldung kam wohl auf Merkur.de, und fast alle bayrischen Blätter haben sie verbreitet: die AZ die TZ, selbst die Bild, die SZ, und der Focus haben sie aufgegriffen. Auch überregional wurde darauf eingegangen, in Österreich sowieso, und selbst in Köln war die Geschichte Thema.

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1 Antwort

  1. GC-Rotenfels sagt:

    Also ich als Owner mehrerer Caches finde das ein bisschen übertrieben. Nicht den Einsatz, nein, die Wahl der Cache-Bestandteile, was ich als arg dunkle Grauzone ansehe. Gerne kann ein Mystery oder Stage eines Multis etwas ausgeschmückt sein, aber die verwendeten Utensilien sollten doch für den zufälligen Finder sofort als Geocache-„Relikt“ erkennbar sein. So ein Teil in einer Dose drin wäre für mich noch OK, aber alles andere auch nicht. Dies auch aus Gründen des Naturschutzes – dessen Vertreter die Geocacher ja ohnehin nicht immer mögen. Z.B. konnten Wild, Federvieh, Waldvögel oder Kleinsäuger sich in „losen“ Teilen verfangen, oder diese im Wald verschleppen. Wie wird der Cache dann physikalisch entsorgt, sollte er weg müssen oder aufgegeben werden, wenn er nicht mehr da ist? Das zeug dümpelt dann irgendwo im Wald herum, und wird allenfalls bei einer ehrenamtlichen Waldputzaktion wiedergefunden. Hätte man dem Grundstücksbesitzer (ich nehme an dass dies der Bayrische Forst ist) beim Einholen der Genehmigung zum deponieren des Caches diese Teile gezeigt, weiss ich nicht, ob dieser so genehmigt worden wäre (sofern das überhaupt erfolgt ist). Wenn der Schädel allerdings durch einen Cacher in dem Behälter deponiert wurde, dann war die Dose nichts. Vielleicht bin ich in dieser Richtung aber auch etwas „vorebelastet“, da bei uns im Wald Geocacher einerseits schon einmal einen echten Schädel eines lange Vermissten Menschen gefunden haben, und ich andererseits schon oft liegen gelassene alte, frühere Cahcebestandteile anderer Owner mitgenommen und entsorgt habe. Auch eine meiner (klassischen PE-Schraub-)Dosen war schon mal verschwunden und fand sich mit Fraßspuren eines Fuchses in der Nähe wieder. Dieses Listing habe ich sofort archiviert.. Meiner Ansicht nach gehören eben in den Wald und auf die Wiesen einfach nur „klassische“ und gut schließende Dosen, die ohne Eingriffe in die Natur befestigt oder deponiert werden.