Big Äppel: MEGA in Frankfurt

Vom Sommermärchen zum Cachermärchen

Vor genau acht Jahren sprach man in Deutschland anlässlich der Fussball-WM vom Sommermärchen. Dies brachte einige Frankfurter Geocacher auf die Idee, 2014 in der Commerzbank-Arena ein Cachermärchen zu organisieren. Dort wo 2006 fussballbegeisterte Fans jubelten, sollte sich die nationale und internationale Geocacher- Community zusammenfinden.

ARena

Big Äppel

Der Titel des Mega-Events war gleich klar: „Big Äppel“, denn so wird die Stadt Frankfurt in Anlehnung an ihre Skyline häufig genannt. Dieses Motto zog sich durch alle Bereiche des Events: vom Logo, den Event-Coins bis hin zu Shirts und Logbuch.

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Programm

Ein wahrlich umfangreiches Programm war auf der Website angekündigt. Nach einem unterhaltsamen Meet&Greet Event am Freitagabend bot das Hauptevent ebenfalls Unterhaltung vom Feinsten: Fotowettbewerb, Buchlesungen, Workshops und Geocacher-WM für Kinder und Erwachsene, Abseilen vom Hightower und jede Menge toller Caches. Die Shopmeile war im ersten Stock der Commerzbank-Arena aufgebaut. Dort gab es natürlich fast überall besondere Coins anlässlich des Events zu kaufen. Nachdem bei den letzten Mega-Events, die ich besuchte, niemand aus Seattle hatte zu sehen war konnte man hier Besuch aus dem Headquarter treffen – am Sonntag sogar im besonderen Event „Meet a Lackey„.

„Prässe-Pässe“ als Token

Wie immer fragte ich vorher an, ob ein Interview mit einer Person aus dem Orgateam möglich sei. Schnell erhielt ich eine Mail mit der Bitte, mich als Bloggerin auf der Website zu registrieren. Damit würde ich Zugang zur Blounge erhalten, wo ich das Interview führen könnte. Sehr professionell fand ich das und staunte noch mehr, als eine Woche vor dem Event ein trackbarer, persönlicher „Prässe Token“ bei mir eintraf. Ich war begeistert!

Presse Token

Event- Logbuch

Auf der großen Innenterasse war das Event-Logbuch nicht zu übersehen. Ein „Big Äppel“ mit einem Durchmesser von 2,15 m und einem Gewicht von ca. 35 kg lud zum Beschriften ein. Christian, alias Flip279, hatte mir schon letzte Woche verraten, dass er an einer Überraschung bastle. Nun war mir klar, was er gemeint hatte. Christian berichtete, dass er vom Orga-Team nach einer Idee für das Logbuch gefragt worden war. Seine Skizze hatte sofort gefallen: spiegelte doch der Riesenapfel das Logo des MEGA –Events wieder. Christian hatte es mit einem Bekannten zusammen gefertigt und mit einer extra hergestellten Folie bezogen. Der Clou des Ganzen: der Apfel war drehbar.

Cacher-WM

Im Außenbereich gab es vielfältige Möglichkeiten sich zu beschäftigen, denn etliche Stände luden zum Mitmachen zur Geocacher-WM. Ich selbst durfte am Nachmittag in einer Helferschicht mit Kindern und Erwachsenen Filmdosenstapeln durchführen. Sogar Signal zeigte sich hier äußerst talentiert und schaffte es, mit seinen Riesenfroschhänden einige Döslein aufeinander zu stellen.

Cacher-Austausch

Besonders schön fand ich – wie immer – den Austausch mit bekannten Cachern aus nah und fern. Eine Riesengruppe hatte sich zum Schluss auf der Terrasse versammelt, bewunderte und tauschte Geocoins und unterhielt sich über vielfältige Themen.

Interview mit Annimiles

Zum vereinbarten Zeitpunkt traf ich mich mit Annika alias Annimiles vom Orgateam. Obwohl man merkte, dass sie sehr einbunden war, nahm sie sich geduldig Zeit für ein kleines Interview.

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Seit wann seid ihr mit den Vorbereitungen für das MEGA beschäftigt?

Im August 2013, also vor 10 Monaten beschlossen wir, eine schon länger kursierende Idee aufzugreifen und ein MEGA auf die Füße zu stellen. Wir hatten nämlich endlich die passende Truppe zusammen um ein solches Projekt zu organisieren.

Wer verbirgt sich hinter dem Begriff „Orga-Team Geocaching Rhein-Main e.V.“?

Letztendlich sind es zehn Personen, die das Orgateam bilden. Da wir von Anfang an die Idee hatten, das Event in der Commerzbank-Arena stattfinden zu lassen, war die Bildung eines Vereins notwendig. Nur so war es möglich, rechtlich abgesicherte Verträge mit klaren Haftungsbedingungen mit einem solch großen Partner abzuschließen. Wir fanden die Arena eine gute Location, passend zu unserem Motto „ein Cachermärchen“. Als wir die Arena angeschrieben haben, wurden wir mit offenen Armen empfangen.

Wie viel Vorarbeit war nötig, wie viele Helfer habt ihr im Einsatz?

Natürlich war uns klar, dass wir bei einem solchen Projekt Helfer brauchen. Für die Voraborganisation des Events trafen wir uns seit August letzten Jahres einmal im Monat, in den letzten zwei Monaten natürlich öfter. Und jeder hat noch von zuhause aus vieles erldigt. Wir sind sehr froh, dass sich so viele Helfer für dieses Wochenende gemeldet haben, es waren insgesamt ca. 180 Personen im Einsatz.

Was waren eure größten Sorgen?

Am meisten machten wir uns Gedanken, ob die Technik auch durchhalten würde, da fast alles, auch das Scannen der Barcodes über W-LAN funktionieren sollte.

Am Donnerstag habt ihr per Announcement bekannte gegeben, dass in die Arena keine Speisen und Getränke mitgenommen werden dürfen. Wie stark hat euch die Resonanz der Cacher erwischt? Wie viele Personen haben sich tatsächlich abgemeldet?

Es war wirklich unglücklich, dass wir dieses späte Timing gewählt haben. Wir sind alle davon ausgegangen, dass die Regeln in einer Sportarena bekannt sind. Es wäre aber besser gewesen, wir hätten dies bereits im Listing verankert. Die Diskussionen im Listing und die Kritik waren für uns eine große Hürde und wir haben die halbe Nacht telefoniert und überlegt, welche Lösung wir finden können. Letzendlich gab es fünf Stornos, aber auch über 100 neue will attends.

Worauf seid ihr besonders stolz?

Wir sind besonders stolz auf unser gut funktionierendes Team. Von Anfang an hatten wir eine klare Aufgabenverteilung und haben uns gegenseitig unterstützt, sind verlässlich gemeinsam durch dick und dünn gegangen. Wir sind auch das einzige MEGA welches ohne Hauptsponsor ausgekommen ist. Auf unseren Einlassbändchen ist keine Firma abgedruckt.

Wie fühlst du dich heute am großen Tag?

Ich war sehr aufgeregt, aber der gestrige gute Start hat mich etwas beruhigt. Ich bin froh, wenn ich heute abend sagen kann. „Wir haben es geschafft und können mit erhobenem Haupt rausgehen und uns in die Arme fallen“.

Public-Viewing zum Abschluss

Wie Annika mir mitteilte, war mit der Commerzbank-Arena vereinbart gewesen, dass man am späten Nachmittag die Veranstaltung langsam ausklingen lassen würde, das offizielle Ende war mit 18 Uhr angegeben.

Fussballinteressierte Eventbesucher sollten nämlich zum Abschluss noch ein besonderes Bonbon erleben dürfen: das Public-Viewing auf der weltgrößten Videoleinwand in der Arena um 21 Uhr. Dafür sollten sie um 18 Uhr in den VIP-Bereich eingelassen werden.

Wuselfrosch Deutschland Look

Einlassprobleme

Während ich mit auf dem Heimweg befand, kam es hier wohl leider zu einigen Unstimmigkeiten. Geocacher, die sich nach 16.30 ausserhalb des Geländes befanden weil sie cachen waren, wurden von den Mitarbeitern der Commerzbank-Arena nicht mehr auf das Areal gelassen. Viele versuchten vergeblich den Kontrolleuren den Sachverhalt zu erklären und wanderten von Eingang zu Eingang. Dies führte laut Logs zu massiven Protesten von über 100 Geocachern.

Da das Orgateam zum jetzigen Zeitpunkt noch unterwegs ist, hat man mir eine Stellungnahme für den morgigen Tag zugesichert.

Fazit

Big Äppel war nun mein drittes MEGA Event in diesem Jahr. Jedes Event war unterschiedlich, von der Location bis hin zum Angebot.

Eines war für mich jedoch immer gleich: ich fand sowohl in der Schweiz, im Gelderland sowie hier in Frankfurt ein hochengagiertes Team von Geocachern, welches freiwillig viel, viel Zeit, Energie, Kreativität und Arbeit in die Organisation gesteckt hat. Hier haben Menschen ihre Freizeit damit verbracht, etwas auf die Beine zu stellen, was andere unterhalten und erfreuen soll. Ich habe großen Respekt vor diesem Engagement und bedanke mich herzlich für diese Leistung.

Meiner Ansicht nach ist es nicht schlimm, wenn bei der Durchführung mal etwas nicht ganz klappt. Ich wünsche mir sehr, dass alle Besucher Toleranz walten lassen und nicht ein ganzes Event diskreditieren, weil man vielleicht von Unstimmigkeiten betroffen war.

So möge sich jeder die bekannten Worte von John Muir beherzigen:

„We all travel the Milky Way together“

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1 Antwort

  1. 22. Juni 2014

    […] hat schon einen tollen Artikel geschrieben, der das Event wirklich gut beschreibt. Aus diesem Grund werden wir an dieser Stelle […]