WH Schatzjäger on Tour: Geocaching in der Abenteuer AG Teil I

Geocaching mit Schülern?

Eigentlich wollte ich mein Hobby Geocaching nicht zu sehr mit meinem Beruf (ich bin Sonderschulrektorin an einem Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum mit Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung) verbinden. Als ich aber diesen Sommer gebeten wurde, im Rahmen der Abenteuer AG in unserer Jugendhilfe-Einrichtung eine Geocaching AG zu geben, überlegte ich, dass es eine tolle Sache für meine Schüler, die in den Wohngruppen leben,  werden könnte.

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Bedenken

Meiner Ansicht nach muss man das Geocaching mit Kinder und Jugendlichen behutsam angehen, denn es birgt einige Gefahren. So war mir von Anfang an klar, dass ich keine Dose in zu großer Schulnähe mit meinen Jungs suchen würde. Die Verlockung, das große Geheimnis an Unkundige weiter zu geben, ist einfach zu groß. Nur zu gut erinnere ich mich, als ich letzten September den Stempelabdruck der Letterbox „Das kleine Gespenst“ auf dem Arm einer meiner Schüler entdeckte und nun (schmunzelnd ob des Zufalls) das Verschwinden des Stempels aus HJThoms Box aufklären konnte.

Lerneffekte

Ich beschloss, auf jeden Fall die jeweiligen Owner vor unserem Besuch einzuweihen. Auch das vorschnelle Legen eigener Null-Acht-Fünzehn Dosen sollte unbedingt vermieden und erstmal gewisse Kenntnisse beim Cachen erworben werden. Wichtige Punkte wollte  ich in einem Arbeitsblatt „Regeln für das Geocaching“ zusammenfassen.

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Das Geocaching bietet aber auch  die fantastische Möglichkeit um Kinder wieder in die Natur zu locken, ihnen den behutsamen Umgang mit der Natur beizubringen und Rücksichtnahme einzufordern. Das Dosensuchen im Team fördert die Fähigkeit zur Zusammenarbeit, aber auch die Geduld, um z. B. auf andere zu warten.

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Selbstvertrauen und Teamfähigkeit

Gerade meine Schüler benötigen besondere Herausforderungen, bei denen sie lernen, sich etwas zuzutrauen, etwas zu bewältigen um dadurch eine Steigerung ihres Selbstwertgefühls erfahren zu können. Deshalb sollten auch besonders herausfordernde Caches, u. a. auch ein Nachtcache auf dem Programm stehen.

Nach einigem Hin- und Herüberlegen beschloss ich die Herausforderung anzunehmen und eine Schatzjäger AG ins Leben zu rufen. Garmin unterstütze mich mit einem Sonderpreis für drei GPS-Geräte, denn zumindest jeder zweite Schüler sollte ein Gerät für die Suche haben. Die Mietzecacherin erlaubte mir netterweise die Verwendung ihrer „Cachie- Comics“ zur Verschönerung der Arbeitsblätter, denn jeder Schatzjäger sollte einen Schatzjäger-Ordner anlegen. Natürlich ließ ich mir auch das Einverständnis zur Veröffentlichung der Fotos geben, so dass ich über das Projekt nicht nur auf unserer Einrichtungs-Homepage berichten kann.

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Mixi macht mit

Schnell hatte ich einen Mitstreiter gefunden: Frank Stech bekannt in der Geocacher Welt als  Mixi erklärte sich gleich bereit, das Projekt zu unterstützen. Wir trafen uns in den Sommerferien und planten grundsätzliche Schritte sowie die ersten Cachetouren.

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Bewerbung zum Schatzjäger

Die Ausschreibung erfolgte gleich am zweiten Schultag und am Ende der ersten Woche lagen elf Bewerbungen vor. Sieben davon wählte ich für eine realtiv altershomogene Gruppe aus.

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Erstes Treffen der Schatzjäger

Die Schatzjäger trafen sich am 29. September 2016 zum ersten Mal, zunächst im Klassenzimmer.

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Im Stuhlkreis gab es eine kleine Vorstellungsrunde mit Signal, dessen Anwesenheit alle entzückte. Die geheimen Namen und die neben den „Muggels“ exisitierende Welt der Geocaches faszinierte meine Jungs.

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Dann wurden  die Regeln für gute Geocacher besprochen. Dazu gehört vor allem Unauffälligkeit bei Muggel-Anwesenheit und man einigte sich auf einen  geheimen Ruf, der bei Dosenfund unsere Gruppe herbeirufen sollte.  Es wurde vereinbart, dass der Finder warten sollte, bis alle anderen vor Ort sind, bevor er die Dose aus seinem Versteck hebt. Auch, dass Dosen wieder gut versteckt werden müssen, leuchtete allen ein.

Agenten mit GPS-Gerät

Dann durften alle die von Mixi mitgebrachten Ansichtsexemplare an Behältern bewundern.

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Und als die Schatzjäger dann das erste Mal ein GPS-Gerät in der Hand halten durften, waren sie kaum noch zu halten.

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Es wurden als nächstes zwei Geheimagenten-Teams gebildet, die Umschläge mit Aufträgen in Form geheimer Koordinaten erhielten.

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Nachdem die Agenten ihre Aufgaben gut gelöst hatten, durfte man in Zweier-Teams eine weitere Koordinate mit echter Dose im Wettbewerb suchen.

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Nach aufgeregtem Hin- und Hergewusel entdeckte Lucas ein verdächtiges Objekt und ließ den Geheimruf erklingen. Schnell kamen alle Schatzjäger herbei und bestaunten das Versteck im hohlen Baumstamm.

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Glücklich wurden die in der Dose enthaltenen Snickers verteilt und man setzte sich zu einer kleinen Rast auf eine malerische Brücke.

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Mixi nutzte diese Zeit, um einen echten Hasengrill zu demonstrieren. Die Jungs staunten!

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Cachetour

Nun war Zeit für eine richtige Cachetour. Wir schwangen uns in unseren Bus und besuchten die Cacherunde „Die kleine Raupe Nimmersatt“ meines lieben Freundes HJTHom, die prima für Kinder geeignet ist.

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Endlich konnten die  Schatzjäger über die Wiesen springen. Aufgeregt beobachteten sie das GPS und näherten sich im ZickZack-Kurs den Finalkoordinaten, von denen sie sich gleich wieder entfernten, da das Auge noch nicht geschult war. Schließlich wurde dann doch das erste Döslein entdeckt, was alle total begeisterte.

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Der erste Logeintrag wurde stolz vollzogen: die WH_Schatzjäger  waren da.

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Dose für Dose wurde gefunden. Toll war, dass sich die Schatzjäger immer an die Abmachung hielten und die Dosen nicht öffneten bis auch der letzte da war.

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Auch gaben sie sich große Mühe, alles wieder richtig gut zu verstecken.

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In der Aufregung stieg jedoch der Lärmpegel im Wald und an den Bedingungen für einen Nachtcache müssen wir noch arbeiten.

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Mit der Zeit stellte sich heraus, dass manch einer die Dosen schneller fand als der andere. Dies führte gegen Ende zu Unruhe und Zwistigkeiten und viel Zuspruch sowie beruhigende Worte wurden notwendig.

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Die große Finalkiste mit tollen Tauschgegenständen versöhnte glücklicherweise fast alle und wir konnten erschöpft aber zufrieden zurück in die Einrichtung kehren.

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Fazit

Die erste Schatzjäger AG war ein toller Erfolg, der Nachmittag hat allen Riesenspaß gemacht. Es war schön, die Begeisterung und Freude der Kids mitzuerleben und zu sehen, wie verantwortlich sie schon mit einigen Geocacherregeln umgehen. Für die nächste Tour haben wir längere Pausen eingeplant, in der die Jungs sich noch mehr austoben können. Klar gibt es auch noch einiges zu lernen, aber dazu mehr in der nächsten Folge.

Bis bald im Wald!

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