Hilfe im Wald (App Test)

Wer sein Smartphone intensiv nutzt, hat wohl für alle möglichen Fälle ein Helferlein in Form einer App. Heute wurde ich auf die App „Hilfe im Wald“ von INTEND Geoinformatik aufmerksam.

Hilfe im Wald zeigt Ihnen die eigene Position und die nächsten Rettungspunkte in Ihrer Umgebung, die die Rettungskräfte ansteuern können, um Ihnen zu helfen.

Die App verfügt derzeit über die Rettungspunkte in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sowie Bonn, Frankfurt(Main), Hagen und Remscheid und dem Sauerland. Der Datenbestand wird laufend erweitert. *

Der Wald bietet Spaziergängern, Joggern, Mountainbikern, Reitern, Wanderern, Kletterern, Geocachern und spielenden Kindern einen wichtigen Erholungsraum.

* Mittlerweile ist auch Rheinland-Pfalz im Datenbestand.

Soweit der Beschreibungstext im Google Play Store. Eine ausführlichere Beschreibung gibt es hier. Grund genug also, um die App zu installieren und zu testen.

Wir Geocacher sind ja durchaus öfter im Wald unterwegs und es kann immer was passieren oder man trifft auf jemanden der Hilfe benötigt, da kann so eine App schon nützlich ein. Die Koordinaten der eigenen Position zu ermitteln ist für uns jetzt nicht so das Problem, allerdings können Rettungsdienste nicht ohne weiteres jeden Punkt im Wald erreichen. Daher wurden sogenannte Rettungspunkte definiert.

Forstliche Rettungspunkte

Dabei handelt es sich im definierte Orte im Wald, die mithilfe von Koordinatenangaben Treffpunkte beschreiben. Im Falle eines Unfalls können diese Treffpunkte bei der Kommunikation des Verunfallten bzw. eines Helfers mit dem Rettungsdienst genutzt werden, um das Auffinden des Unfallortes zu erleichtern. Die Ausweisung der Koordinatentreffpunkte kann mit fest im Wald montierten Schildern oder virtuell, d.h. als reine Koordinatenangabe erfolgen. Rettungspunkte mindern kein Unfallrisiko, sondern dienen vor allem ortsunkundigen Personen der besseren Orientierung und Beschreibung Ihres Standortes im Wald.
Geschaffen wurden forstliche Rettungspunkte im Rahmen der „Rettungskette Forst“. Die Rettungskette Forst beschreibt die Maßnahmen und Schritte vom Beginn der ersten Hilfe bis zur Versorgung durch die Rettungsdienste.

Blick auf die App

Nach dem Start der App wird zunächst die Position ermittelt. Dazu sollte natürlich GPS aktiviert sein. Dann wird die Karte geladen und die nächsten Rettungspunkte eingeblendet. Damit die Karte angezeigt wird muss eine Datenverbindung bestehen, mindestens GPRS. Besteht keine Datenverbindung, werden nur die Rettungspunkte angezeigt.

Anhand der Positionsmarkierung kann man nun den nächstgelegenen Rettungspunkt auswählen und durch Tap auf den Navigationspfeil die Details sowie Entfernung und Richtung anzeigen lassen.  Die App ist intuitiv zu bedienen, somit kommt man auch in Streßsituationen gut damit zurecht.

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Um einen Notruf abzusetzen, öffnet die App den Dialer, dort muss man das Wählen der Notrufnummer 112 bestätigen. Das mag etwas umständlich erscheinen, aber die Notrufnummer 112 darf von Apps nicht direkt gewählt werden. Für das Absetzen des Notrufs reicht die Verfügbarkeit eines beliebigen Mobilfunknetzes.

Grundsätzlich sollte man sich beim Notruf an die 5 W-Fragen halten:

  • Wo ist der Notfall/Unfall? 
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Verletzte/Betroffene sind zu versorgen?
  • Welche Verletzungen oder Krankheitszeichen haben die Betroffenen?
  • Warten Sie immer auf Rückfragen der Rettungsleitstelle!

Bewertung und Fazit

Leider hat die App aus meiner Sicht ein paar Schwächen:

  • Karte wird standardmäßig als Luftbild geladen (datenintensiv), Umschaltung auf Karte bzw. Straßenkarte wird nicht gespeichert
  • keine Nutzung von (vorhandenen) Offlinekarten möglich
  • Richtungspfeil beim Navigieren ist nicht immer zuverlässig (liegt aber eher am Gerät)
  • keine Übergabe des Rettungspunktes an Navigations-Apps (z. B. Locus) möglich

Grundsätzlich ist es sinnvoll und hilfreich bei einem Notfall im Wald die eigene Position zu kennen. Zusätzlich die Rettungspunkte zu kennen ist auf jeden Fall nicht verkehrt.

Die App „Hilfe im Wald“ ist derzeit nur für Android verfügbar. Eine iOS Version soll dieses Jahr kommen.

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2 Antworten

  1. Ja, eine Weitergabe der Punkte an eine Karten-App bzw. das Bereitstellen einer GPX-Datei mit Rettungspunkten wäre schon gut.
    Ansonsten aber eine gute Idee, diese App. Danke für den Artikel dazu 🙂