Project A.P.E.

Welcher Geocacher träumt nicht davon, den letzten der verbliebenen Ape-Caches zu finden?

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Was bedeutete Project A.P.E.?

2001 wurde anlässlich der Hollywood Produktion des Films „Planet der Affen“ (eigentlich: ape engl. Affe, hier gemeint aber: Alternative Primate Evolution)  eine Kooperation mit dem damals recht neuen Groundspeak eingegangen, da 20th Century Fox von dem Spiel mit der Satellitentechnologie begeistert war. Weltweit wurden 13 Ape-Caches, zum Teil an Originaldrehplätzen versteckt. Die Caches erhielten alle Missions- Namen mit einer Seriennummer. Nur die 10. Mission war in a und b aufgeteilt. Zur Bewerbung ihres neuen Films startete ein über 13 Wochen dauerndes Rätselspiel. Jede Woche wurde eine neue Mission mit neuen Koordinaten veröffentlicht. Die damalige Cacherwelt war im „Ape-Fieber“.

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Map by Kelly Markwell

Besonderheiten der Ape-Caches

Alle Finals bestanden aus extra großen Munitionskisten  die  für die jeweiligen Erstfinder Original-Filmrequisiten erhielten. Das Besondere an dieser Cacheart war, dass sie auch ein eigenes Icon besaßen. Es war vereinbart, dass der jeweilige Ape- Cache nur so lange bestehen würde, wie es das Final im Originalzustand geben würde. Das Ersetzen der Dose, wie es heute üblich ist, war also bei einem Ape- Cache nicht möglich.

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Map by Kelly Markwell

Nach dem der Film die Kinos verlassen hatte, gab die Filmgesellschaft Fox die Caches auf.  Die spezielle Website (projectape.com) wurde deaktiviert und manche Ape-Caches wurden adoptiert, andere archiviert.

Kelly Markwell war derjenige, der von Jeremy Irish gebeten wurde, in der Nähe von Chicago den 13. Ape- Cache zu verstecken. Auf seiner Website Project A.P.E. kann man diese interessante, wahre Geschichte nachlesen.  Nach Beendigung der Zusammenarbeit mit FOX adoptierte er Mission 12: Blind Canal,  den er selbst ausgelegt hatte. Im September 2006 war die Original-Finalkiste dieses Caches nicht mehr auffindbar.  Kurz darauf kam es zur Archivierung. Kelly, mit dem ich mich per Mail ausgetauscht habe, hat sie vergeblich gesucht. Er gab mir aber die Erlaubnis, die von ihm gestalteten Landkarten mit den markierten Ape-Caches zu verwenden.

Der letzte Ape-Cache: „Mission 4: Southern Bowl“

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Im Laufe der Jahre verschwanden immer mehr der seltenen Kisten,  so dass es mittlerweile weltweit nur noch einen einzigen Ape-Cache gibt: „Mission 4: Southern Bowl“  im Regenwald von Brasilien. Da es sehr schwierig ist, dort hinzu gelangen, wurde dieser Cache bis Mitte November 2013 erst 139 mal gefunden. Eine niedrige Fundrate, wenn man die Lebensdauer des Caches bedenkt- immerhin liegt er hier bereits seit 12 Jahren!

icon_apeInterview mit Brimaleo

Brimaleo, ein Team aus dem Badner Raum, hat sich vorgenommen, diesen letzten Ape-Cache zu suchen.

Wuselelfe:

Als ich euch das letzte mal im September traf, habt ihr mir von eurem Vorhaben erzählt. Ich wollte es damals noch nicht in die Öffenltichkeit tragen. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, diesen letzten Ape-Cache zu suchen?

mQQB1HqpiQJQ5HzYN40fR6Ax7cTfLCnppZti2L85JTcBrimaleo:

Wir hatten schon vor längerer Zeit einmal davon gehört, aber nicht so recht gewusst was es damit auf sich hat. Welche Bedeutung dieser Cache hat, haben wir erst richtig durch das Geocaching Magazin erfahren. Da wir bei Erscheinen des Heftes unseren Brasilienurlaub schon durchgeplant hatten, uns aber dieser Cache enorm gereizt hat, haben wir kurzentschlossen etwas umgeplant um uns diese einmalige Gelegenheit nicht entgehen zu lassen.

02 DreckstraßeWuselelfe:

Ich stelle mir das ziemlich aufregend vor, bestimmt hattet ihr eine Menge Vorbereitung. Wie habt ihr den Weg zum letzten Ape-Cache gefunden?

Brimaleo: 

Wir haben uns im Vorfeld der Reise mit Junior aka Intervales, der den Cache betreut und im Parque Estadual Intervales in der Verwaltung tätig ist, in Verbindung gesetzt. Hauptsächlich um einiges Organisatorisches ( Übernachtung vor Ort) abzuklären. Er war sehr hilfsbereit und wir konnten letztendlich direkt im Park in einer Pousada (Pension) übernachten. Wir trafen Junior dann im Park und er ließ es sich nicht nehmen, uns zum Cache zu begleiten. So gingen wir zusammen den doch recht einfach zu findenden Weg, wobei Junior uns immer die zugewachsenen Stellen freiräumte. Er schien doch etwas besorgt um uns zu sein. Der Weg war anfangs relativ breit und gut zu begehen, wurde dann aber nach und nach unwegsamer und teilweise auch recht matschig und demzufolge rutschig. Nach ca. 30 – 40 Minuten kamen wir an das Ende des Weges und durften die „Dose“ suchen. Dies war doch recht einfach, eine Munitionskiste in dieser Größe lässt sich nicht so gut verstecken.

k490cXawTHaY3UlYYMv0Ac6C5Ouh_8_sG3cywwwfGpkWuselelfe:

Wie habt ihr euch gefühlt, als ihr das Final gefunden habt und euch  ins Logbuch eintragen konntet?

Brimaleo:

Es war wirklich toll! Mitten im Urwald des Mata Atlantica eine Dose in dieser Größe und dann zu wissen, es ist der letzte dieser Serie, das ist schon sehr aufregend und auch irgendwie unwirklich. Natürlich haben wir uns irre gefreut dieses Unternehmen durchgezogen zu haben und wir waren auch etwas stolz.

VbSOlM6qrIUE-DPQ1iwn0yPkia2GKVqILOTxYbflLfgEigentlich war das Finden der Dose jedoch nur ein Teil der Herausforderung. Die ganze Planung mit Übernachten, Auto mieten und der Weg zum Park waren auch schon Abenteuer genug. Wir wussten ja nicht wirklich was uns erwartete, vor allen Dingen wussten wir nicht wie die letzten 20 km zum Park sein würden. Es gibt nur eine planierte Sand/Dreckstraße dort hin, die bei Regen bestimmt sehr schwierig zu befahren ist, da sie auch teilweise recht steil war. Wir hatten Glück und es war trocken. Wir wollten am 3. Tag im Park noch eine Letterbox holen, aber das war nicht möglich, da es die ganze Nacht geregnet hatte. Man weiss halt in diesen Gegenden nie was einen erwartet, aber wir sind froh es gemacht zu haben.

Wuselelfe:

Eine spannende Geschichte, die ich auch gerne erleben würde! Herzlichen Glückwunsch zu diesem außergewöhnlichen, letzten Cache dieser Art! Und vielen Dank für das Interview und die Fotos!

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3 Antworten

  1. Saarfuchs sagt:

    Danke für diesen informativen Artikel.

    Bisher habe ich zwar schon viel von den APE-Caches gehört, jedoch war mir die Geschichte in diesem Detaillierungsgrad so noch nicht bekannt! Das war genau der Teil, der mir bei dem Artikel im Geocaching-Magazin noch gefehlt hat.

    Danke und viele Grüße aus dem Saarland,
    Jörg

  2. Wuselelfe sagt:

    Vielen Dank für das nette Kompliment :-)! Die Recherche zu den Ape-Caches war äußerst interessant und hat mir großen Spaß gemacht!

    Ich bin aber auch froh, dass wir nicht wieder am gleichen Projekt gearbeitet haben ;-).

    Viele Grüße ins Saarland

    Ursula

  3. Rasmus Rotbart sagt:

    Auch von mir vielen Dank!

    Ich habe mich schon immer gefragt was die Cacheart „APE“ bedeutet. Nun habe ich dank Wuselelfe wieder was gelernt.

    Vielen dank dafür,
    Rasmus Rotbart

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